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Zitat von Bball Was denn nun? Im Browser umsetzbar oder eben "natürlich" doch nicht? |
Darauf gehe ich gleich ein, allerdings vermute ich, dass du die Aussage ansich schon im Sinne des Autors verstanden hast
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Am Ende hinkt der Vergleich mit den Onlinediensten der 90er ganz gewaltig, denn der Autor ignoriert scheinbar, dass er einen Vertical Market beschreibt, nämlich das mobile Internet und dessen Erfordernisse (easy access) und nicht das Internet als solches.
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Das ist das einzige Gegenargument, das du bringst - es gehe um das "mobile" Internet bei Apps, und eben nicht um das "normale" (den Teil mit dem vertical market, easy access usw. lasse ich mal geflissentlich weg - wir spielen ja kein Bullshit-Bingo

und inhaltlich ist er sinnfrei).
Ersteinmal - es gibt kein mobiles oder immobiles Internet.
Ich weiß aber was du meinst - du meinst zum einen die Art des Zuganges, und zum anderen die Wahl des "Empfangsgerätes".
Ich tippe nun mal ins blaue, dass du die Unterschiede im ersten Punkt (Zugang) primär an der Geschwindigkeit und Latenz festmachst, bei letzterem (Empfangsgerät) primär an der Darstellungsmöglichkeit und sekundär wahrscheinlich an der "Verarbeitungsgeschwindigkeit" auf allen möglichen Ebenen (tertiär evtl. noch in den eher begrenzteren Eingabemöglichkeiten).
Erlaube bitte, dass ich ein wenig ausschweife:
Mein aller erster Rechner (ein Sinclair) war den letzten Generationen(!) an mobilen Zugangsgeräten, die ich benutzt habe, in ausnahmslos allen Punkten unterlegen - aber nun gut, der Netzzugang beschränkte sich damals noch auf Mailboxen (zu den exorbitanten Preisen, die die Deutsche Bundespost damals für Auslandsverbindungen erhoben hat - bevor das vorgebliche todschlagargument Kosten kommt).
Aber zugegeben - richtiges Internetz war das nicht, zumindest unterscheidete es sich damals so gewaltig von der heutigen Form, dass es kaum jemand als solches wiedererkennen mag.
Richtiges Internetz hatte ich erst mit einem -im Vergleich zu früher- superschnellen 1200 baud Akkustikkoppler hinter einem IBM 80386er, der auf IIRC 33 MHz getaktet war, ein wenig später dann sogar schon ein 56k-Modem, noch ein bissel später wurde dann der Turbo ISDN mit 64kbit gestartet (dann schon mit nem 486er auf 66MHz mit Turbo

).
Ich hatte sehr früh einen T-dsl Anschluß, schon 1998 (damals rückte noch ein halber Bautrupp der Telekom an, um neue Anschlußleitungen vom APL zur TAE zu ziehen - wozu auch immer das gut sein sollte, zumindest rechtfertigte das ein wenig die obszön hohen Anschlußgebühren von damals 299,- DM). Um wieder auf die Kosten zu kommen - T-dsl gab es damals zum Spottpreis von 59,- DM monatlich - nur für den nackten Anschluß, selbstredend mit ISDN-Pflicht (selbiger Anschluß kostete nocheinmal um die 60,- DM).
Die einzigen beiden Zugangstarife waren damals speed50 und speed100 von T-Online, wo man für günstige 99,- DM 50 Stunden im Monat online sein konnte (respektive 100 Stunden für 149,- DM).
Theoretisch sollte der Anschluß 768kbit im Down- und 128 kbit im Upstream liefern - in der Praxis war man in der Anfangszeit zumeist effektiv kaum schneller als mit gebündeltem 2Kanal-ISDN (ich könnte das nun rein technisch auch erklären - es
lag daran, dass Big-T ihr Konzentratornetz damals hoffnungslos überbucht hat; die "kleinen Ratten"[tm], also die alternativen Carrier, hatten genau das Problem einige Jahre später, als Big-T das dsl-Netz öffnen musste - ist in dem Zusammenhang allerdings egal; wird gleich nochmal wichtig, wenn ich die Parallelen zum "mobilen Internet" ziehe).
Aber immerhin - es war flott und verhältnismässig günstig.
An Hardware hatte ich damals einen PII, der Bildschirm konnte 1024*768 Bildpunkte darstellen, was schon ganz schön viel war; Websites waren damals noch überwiegend für 800*600 und darunter "optimiert".
Worauf ich hinaus will:
Mein jetziges Smartphone (N1) ist sowohl was die Hardwareausstattung als auch den Netzzugang angeht in quasi jeder Beziehung besser(!) als das, was man vor ca. 5-8 Jahren noch auf dem Schreibtisch stehen hatte.
Überspitzt könnte man durchaus sagen, dass das Internet vor ca. 5 Jahren komplett auf mobile Endgeräte hin optimiert war
Was ich damit sagen möchte ist - hier mobiles und immobiles Netz zu trennen ist unsinn. Das haben die Mogelfunker lange versucht (und versuchen es wahrscheinlich heute noch - siehe die Weigerung A1 in Österreich das N1 zu vermarkten; ich wäre da gerne Fliege an der Wand gewesen, als Google denen klipp und klar gesagt hat, dass sie sich ihre Beschränkungen sparen dürfen).
Die Mobilfunker haben einfach nicht gesehen, was da auf sie zukommt.
Wer braucht denn heute noch legacy-Dienste? Ich brauche nur noch nen Paketvermittelten Zugang zum Internet - da bekomme ich alles, in besserer Qualität zu einem günstigeren Preis - denn günstiger wie kostenlos geht nicht (statt Telefongespräche im gruseligen GSM-Codec kann ich via SIP/IAX oder aber GoogleVoice oder Skype in High-Fi-Qualität telefonieren, sogar kostenlos; statt für 160-Zeichen SMS nutze ich Jabber/ICQ/MSN bzw. GoogleTalk, ebenfalls kostenlos - ja, was gibts denn sonst noch als legacy im GSM-Netz?

).
Die Netzbasierten Dienste sind nicht nur von den Kosten her günstiger bzw. sogar kostenlos - sie sind de facto auch von der Qualität her um einiges besser.
Den Trend gibts übrigens nicht nur im Mobilnetz - die kleinen Ratten (also die alternativen Carrier neben der Telekom) vermarkten schon seit einiger Zeit quasi ausschließlich VoIP-Zugänge; Telefoniezugänge über klassisches TDM (also POTS oder ISDN) gibts quasi gar nicht mehr - und die Telekom hat vor mehr als einem Jahr schon angekündigt, das TDM-Netz mittelfrsitig einzustampfen; hinter den VNKs läuft heute eh schon alles über paketvermittelte Netze aka "dem Internet", also auf der gleichen "Hardwarebasis".
Auch hier haben die Festnetz-Carrier früher versucht, möglichst gute Inhalte zu liefern, und den Content auf eigenen Plattformen anzubieten; es fing mit BTX als Gegenpool zu diesem Internet zu Bundespostzeiten an, ging über zT lächerlich anmutende "Webportale" und eben den in dem Artikel angesprochenen AOL-typischen Zugangsapplikationen hin zu der versuchten Bindung des Kunden über Zusatzdienste wie News und Mail.
Es dürfte unstrittig sein, was sich letzlich durchgesetzt hat...
Ich könnte nun noch analysieren, warum das Internet so "erfolgreich" ist, ich stelle es ersteinmal als These auf, dass es unterm Strich an der freien Verfügbarkeit und an den für alle gültigen Standards liegt (also beispielsweise HTTP, SMTP, eschreibungssprachen wie HTML usw. falls daran wer zweifelt - ich würds dann erklären).
Womit sich nun der Bogen schließt - statt dass auf allgemein gültigen Standards aufgesetzt wird, werden Applikationen zur Darstellung genutzt.
Dass sich das "mobile" Internet im Grunde nicht vom "immobilen" Unterscheidet habe ich -so denke ich- nachvollziehbar und schlüssig erklärt.
In dem Zusammenhang auch interessant sind die folgenden beiden Artikel interessant:
Chris Messina (
Chris Messina (open source advocate) - Wikipedia, the free encyclopedia ) im November 2009:
http://factoryjoe.com/blog/2009/11/1...th-of-the-url/
Kris Köhntopp im Dezember 2009 über die Gründe, weshalb Google ein eigenes Handset baut:
Google baut ein Telefon - Die wunderbare Welt von Isotopp
Die Trennung mobiles/immobiles Internet gibt es -meiner Meinung nach- nur noch in den Köpfen der Mogelfunker, die ihre Felle davonschwimmen sehen. Diese Trennung ist -meiner Meinung nach- nichts anders, wie die Trennung zwischen Internet über xDSL und Internet via Kabel/TDM.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage - die ganzen Beschränkungen, vorallem in Deutschland, wie das Verbot von VoIP/InstantMessengern werden in Bälde fallen, notfalls halt mit nem Knall durch regulatorischen Eingriff durch die BNetzA bzw. durch die EU.
Genau so, wie damals der Eingriff, als Festnetzcarrier sich weigerten zu VoIP-Anschlüssen hin zu terminieren bzw. dafür obszön hohe Terminierungsentgelte forderten (aus genau den gleichen Gründen - sie sahen ihre Felle davon schwimmen; wer sollte denn noch für ne Gesprächsminute 1,19 Euro zahlen, wenn mans über VoIP für unter 1 Cent bekommt? Genau die gleiche Angst packt die Mogelfunker - wer zahlt denn noch zweistellige Centbeträge für eine SMS, wenns über Jabber/ICQ/$INSERT_IM_SERVICE kostenlos und noch dazu besser ist? Lest euch mal die Preislisten der Festnetzcarrier durch, was die vor 5 Jahren noch kassiert haben

).
There's only one net, lasst euch nicht vom Marketinggeschrei der Mogelfunker irritieren; das übertragene IP-Paket kommt genau unterschiedslos an, und wird auch genau unterschiedslos abgeschickt, lediglich die Übertragungstechnik ist eine andere.
Ich komme also zu dem Schluß - es unterscheidet sich lediglich die Darstellung. Ich komme weiterhin zu dem Schluß - die Grenze ist nicht existent.
Wo sollte ich diese ziehen?
Klar, meine Monitore hier stellen 2048x1152 Punkte dar, und das sogar 2fach. Mein N1 800x480. Mein Notebook aber auch nur 1440x...müsst ich nachsehen, jedenfalls liegts zwischen Desktop und N1. Das Netbook (Dell Mini) meiner Frau liegt näher am N1 als an meinem Notebook.
Wo ist nun die Grenze?
Vom Zugang her unterscheiden sich alle kaum - mein Notebook und der Dell Mini stechen hier hervor, da sie sowohl über Ethernet, als auch über WLAN und GSM ins Netz kommen - aber wie schon gesagt, kommt das "gleiche Internet an".
Also, welche Endgeräte brauchen nun dieses ominöse "mobile Internetz"? Das N1 hat ja schon eine verhältnismässig hohe Auflösung - was sollen denn die Apple-Jünger mit dem Steve-Jobs-Erlöserhandy sagen?
Braucht meine Frau für ihr Dell Mini dann auch ne eigene
App um den Fahrplan der Bahn nachzuschlagen oder hier ins Forum zu gehen?
Übrigens - kennt wer die
App fürs iPhone der Deutschen Bahn? Falls ja - schaut euch mal die Website übers iPhone an. Kann mir irgendwer schlüssig erklären, wo die
App nun besser ist? Geht doch auch mit HTML - da brauchts keine App.
Aber bitte nicht falsch verstehen - viele Apps sind sinnvoll, noch viel mehr lässt sich über beispielweise HTML nicht wirklich sinnvoll bereitstellen, alles keine Frage. Aber warum soll ich mir eine
App installieren, um ein Forum aufzusuchen?
Vorallem - warum bindet sich der Betreiber -völlig ohne Not- zusätzliche Abhängigkeiten, noch dazu solche, die außerhalb seines Bereiches liegen, ans Bein (eine
App erwartet Daten in einem bestimmten Format - was, wenn nun aufgrund der Struktur der PHP-Scripte, die die HTML-Seite zusammenbauen, die interne Struktur derart verändert werden muss, dass Daten entweder doppelt, also verschieden aufbereitet, vorgehalten werden, oder die
App plötzlich nimmer tut? Ein PHP-Script, das Seiten speziell für die Nutzung an mobilen Endgeräten bastelt, liegt in seinem Bereich und er kanns ändern - eine
App müsste er neu erstellen, hochladen und den Benutzer ersteinmal zur Installation des Updates bewegen - das sind übrigens real existierende Probleme, und Änderung der Datenstruktur im Backend kommt häufiger vor wie man es möchte; wenns denn sein muss, ist es von immensem Vorteil (vorallem für die Supporter), wenn man auch auf die Frontends entsprecehnd anpassen kann, sodass der Benutzer davon nichts mitbekommt und alles so funktioniert wie gewohnt). Das nur, um auch eines von vielen Problemen auf Anbieterseite zu nennen.
Das Hauptproblem sehe ich aber in den im Artikel angesprochenen Möglichkeuten der "Beschneidung" und "Steuerung" der User. Diese sind dort gut ausgearbeitet und müssen nicht nochmal wiederholt werden (außerdem hab ich jetzt eh schon genug geschrieben

).