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Smartphones benötigen Strom. Je anspruchsvoller die Nutzung und je mehr Anwendungen gleichzeitig laufen, desto mehr Saft wird verbraucht. Die alten Handy-Modelle wurden noch damit beworben, dass sie bei durchschnittlicher Nutzung nur einmal pro Woche an die Steckdose müssen. Davon können Besitzer heutiger Smartphones nur träumen – der tägliche Anschluss an den Netzstecker ist hier keine Seltenheit. Um die Dauer zwischen zwei Ladezyklen zu verlängern gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Mehr Ampere pro Ladung aufnehmen oder weniger Strom verbrauchen. Letzteres kann entweder durch den Nutzer erreicht werden, indem man weniger Apps im Hintergrund laufen hat oder darauf achtet, nicht zu viel mit dem eigenen Modell „herumzuspielen“ oder durch ein effizienteres Energiemanagement, wie es manches Firmware-Update mit sich bringt.

Demnächst könnte sich allerdings eine dritte Alternative eröffnen: Am Londoner Forschungszentrum für Nanotechnologie arbeiten Wissenschaftler an Photovoltaik-Modulen, die hinter den Displays von Smartphones angebracht, das abgestrahlte Restlich direkt wieder in den Akku einspeisen und so die Laufzeit verlängern können. Aktuelle OLED-Displays projizieren lediglich circa 36% ihres Lichts nach Außen, die restlichen zwei Drittel gehen im Inneren des Gerätes verloren. Mithilfe einer Photovoltaikzelle, die auch künstliches Licht in Energie umzusetzen vermag, könnte in Zukunft der Ladezyklus eines Smartphones immerhin um einige Stunden verlängert werden. Das Projekt steckt derzeit in einer frühen Experimentalphase, bis zur Marktreife wird es noch eine ganze Weile dauern. Die Forschungsgruppe um Arman Ahnood erreicht aktuell nur eine Verwertung von 11-18 Prozent des Energiepotentials, das reicht noch nicht aus, um die Lebensdauer eines Smartphones merklich zu verlängern. Eine Umwandlung von bis zu 90% des abgestrahlten Lichts soll jedoch möglich sein. Zusätzlich arbeitet die Gruppe auch an der Verwertung weiterer Energiepotentiale. So könnte zum Beispiel die kinetische Energie, die bei Bewegung und Transport des Gerätes erzeugt wird ebenfalls „eingefangen“ werden und langfristig den Traum vom „Perpetuum Mobile-Smartphone“ wahr werden lassen.

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Pics: spectrum.ieee.org und das wohl bekannteste Perpetuum Mobile aus Kindertagen

Die Benutzung „besserer“ Akkus hat in den meisten Fällen den Nachteil, dass man plötzlich auch ein „größeres“ Telefon mit sich herumschleppt, welches zusätzlich noch einiges an Ästhetik einbüßt. Dies ist auch im vorliegenden Beispiel der Fall. Hersteller Seidio bietet für das Samsung Galaxy Nexus ein wahres Akku-Monster an. 3800mAh, mehr als doppelt soviel wie der mitgelieferte Original-Akku liefert Seidios Batterieset. Für „nur“ $69,95 kann man den Brocken samt neuer Rückenabdeckung bestellen. Die ist allerdings auch nötig, denn das Ergebnis macht aus dem eleganten Google Feature-Phone eher den Hunchback von Mountain View, wie ihr den unten abgebildeten Fotos entnehmen könnt. Damit auch wirklich jeder erkennt, dass hier Zubehör eines Drittanbieters verwendet wird, hat Seidio netterweise noch den eigenen Schriftzug in die Abdeckung gestanzt. Keine Sorge, noch wird in Europa niemand dieses elegante Stück verwenden, es funktioniert nämlich nicht mit GSM-Versionen des Samsung Handsets und wer in den USA (für was auch immer) die NFC-Technologie nutzen möchte, muss vorerst ebenfalls auf das Seidio-Zubehör verzichten.

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Pics: seidioonline.com

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Quellen:
Arman Ahnood teases OLED display with solar cells, idealizes the self-sustaining smartphone -- Engadget
Seidio Monster-Akku macht aus dem Galaxy Nexus einen Backstein - AndroidPIT
seidioonline.com
 
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    Ich behaupte, dass es niemanden gibt, der diesen Artikel liest und die Originalvorlage Counterstrike 1.6 nicht kennt, bzw. irgendwann mal angespielt hat. Die Urgroßmutter aller Multiplayershooter...

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