Honor 4X im Hands-On: Budget-Smartphone hinterlässt einen positiven Eindruck [Review]

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P-J-F

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Groß ist es! Das war mein erster Gedanke, als ich das Honor 4X aus der Packung genommen habe. Nun bin ich aber auch wahrlich kein Maßstab, denn aus Mangel an Alternativen benutze ich privat “immer noch” das gute alte Moto X der ersten Generation aus 2013. Der erste Eindruck beim Hochfahren und Einrichten sollte davon aber nicht weiter beeinflusst werden und fällt durchweg positiv aus. Das Honor 4X startet fix, die Verbindung mit dem Google-Konto und parallel die Einrichtung des Homescreen läuft flüssig, einfach und ohne Haker. Einzig die ersten Erfahrungen mit dem Huawei-Sperrbildschirm sind nicht so schön. Erstens muss ich ganz nach oben wischen, was auf dem 5,5-Zoll Display schon ein langer Weg ist und dann funktioniert das nicht mal zuverlässig, sondern ab und zu reagiert der Touchscreen gar nicht oder aber ich ziehe von unten die Schnellzugriffe ins Bild. Sei’s drum - das kann man ja zum Glück ausschalten. Gleiches gilt auch für die Benutzeroberfläche. Huaweis Emotion UI hat für mich immer so ein bisschen was von LSD-Trip bei den Glücksbärchis - alles ist bunt und und rund und nimmt darüber hinaus deutliche Anleihen bei iOS, nicht zuletzt weil es keinen App-Draw gibt, sondern alle installierten Programme in Ordnern auf dem Homescreen liegen.

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Gehen wir nochmal einen Schritt zurück und sprechen über die Verarbeitung und Anmutung des Phablets. Nichts knarrt und alles in allem hat man den Eindruck eines soliden Stücks Technik in der Hand. Die Kanten des Display sind etwas rau und zumindest bei meinem Gerät hat es schon ein deutliches Spaltmaß am oberen Ende über dem Ohrhörer gegeben. Den Budget-Charakter des Honor 4X erkennt man auf den ersten Blick vor allem an den Rändern (Bezel) - die nehmen bei teureren Smartphones schon wesentlich weniger Platz ein. Über die Auflösung und generelle Displayqualität lässt sich dagegen wahrlich nichts schlechtes sagen: Mit 1280 x 720 Pixeln wirkt alles aufgeräumt. Die Helligkeit unter 50% Kapazität ist leider zu dunkel - bei 100% ist es auch draußen zu erkennen, das geht aber natürlich ganz schön auf den Akku. Einen extra Pluspunkt gibt es für die Blickwinkelstabilität, selbst sehr schräg wird es nicht neblig und alles bleibt lesbar. Die Abdeckung auf der Rückseite geht leicht ab, aber das auch nur, wenn sie soll. Der Akku ist aber trotzdem nicht wechselbar, stattdessen liegen darunter nur die beiden Schächte für microSIM-Karten und der microSD-Kartenslot. Außer dem An/Aus-Knopf und der Lautstärkewippe gibt es am Gerät keine weiteren Tasten, alle drei Druckpunkte sind angenehm spürbar, allerdings ist der Ausschalter von Haus aus schon etwas wacklig - das wird nach 1.000 - 10.000x drücken bestimmt nicht besser.

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Pics: android-hilfe.de
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Wie gesagt sind mir persönlich 5,5-Zoll zu groß, obwohl dank großer Hände eine einhändige Bedienung gerade noch möglich ist. Freistehend im Bus, auf dem Weg zur Arbeit wird es allerdings unangenehm und instabil, wenn man zum Beispiel mal eben auf die (kapazitive) Zurück-Taste tippen will, da hilft auch die leicht strukturierte Rückseite nicht. Glücklicherweise hält die ansonsten von mir ja eher skeptisch beäugte Emotion UI hier ein paar Tweaks bereit. Zum einen lässt sich die Tastatur wahlweise nach links oder rechts “stauchen”, was aber wirklich richtig praktisch ist, ist das frei platzierbare virtuelle Tastenfeld. Das kann auf beliebiger Höhe am Rand platziert werden, liegt immer über der gerade offenen App und beim antippen öffnen sich kreisförmig die Zurück-, Home-, Multitasking- und Lockscreen-Taste. Und wenn wir gerade bei kleinen Gimmicks der Benutzeroberfläche sind, so sei die “Double-Tap-To-Wake”-Funktion des Touchscreen erwähnt. Negativ dagegen fällt insgesamt die kapazititve Multitasking-, bzw. Recent Apps-Taste auf. Irgendwas scheint da nicht ganz in der Programmierung zu stimmen, weil die Dauer, die sie gedrückt werden muss gefühlt immer etwas unterschiedlich ist.

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Die Qualität des Lautsprechers an der Unterseite (Musikvideo bei Youtube, keinerlei Equalizer oder veränderte Einstellungen) war nicht beeindruckend, sondern gesellt sich in den blechernden Einheitsbrei in dem die meisten Smartphones in dieser Hinsicht schwimmen. Der Kopfhöreranschluss - wiederum ohne personalisierte Einstellungen vorzunehmen - war auf jeden Fall ausreichend laut mit saftigem Bass, dabei insgesamt aber etwas dumpf. Recht flott ist dagegen der 1,2GHz Octa-Core Prozessor (ein hauseigener HiSilicon Kirin 620), auch wenn AnTuTu das Honor 4X mit knapp 24.000 Punkten weit unterhalb aktueller Leistungsträger ansiedelt, macht das 64-Bit fähige System on a Chip (SoC) bei allen alltäglichen Aufgaben einen souveränen Job. Noch besser ist die mobile Datenverbindung - das Internet rast im 4G/LTE-Netz der Telekom nur so vor sich hin. Das allerbeste an diesem Phablet ist für mich aber seine Akkulaufzeit. Trotz Testphase mit Youtubevideos, Benchmark und jeder Menge Surfen ist der fest verbaute 3.000mAh Akku nach zwei Tagen immer noch bei 43(!) Prozent - chapeau Honor, bzw. Huawei.

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Kommen wir auf der anderen Seite zu zwei eher wenig erfreulichen Dingen: Das eine sind die Fotos, denn sowohl die 5MP-Frontkamera, als auch das 13-Megapixel-Modell auf der Rückseite vollbringen keine Wunderwerke. Unter guten Lichtbedingungen sind mir die Fotos in der Standardeinstellung etwas zu blass und mit zu wenig Kontrast. Selfies mit der Frontkamera werden vom System offenbar immer so weichgezeichnet, dass von den Konturen des Originals nichts überbleibt - dass gefällt vielleicht Freunden von Hochglanzmagazinen, von Haus aus möchte ich es aber lieber naturgetreu. Ganz witzig ist die Funktion, dass automatisch ein Foto aufgenommen wird, wenn die Kamera ein Lächeln erkennt - und funktionieren tut das auch noch! So, was war der zweite Kritikpunkt? Ach ja, das vorinstallierte OS. Irgendwo unter der quietschebunten EMUI steckt Android 4.4.2 (KitKat). Ein Upgrade auf Lollipop ist zwar angekündigt, lässt aber wohl noch eine Weile auf sich warten. “Nutze die Leistung [...], mit denen Du unter den Ersten sein wirst, die Android 5.0 Lollipop erleben dürfen” - diese Aussage auf der Produkthomepage ist angesichts der Verteilung und Lollipop 5.1 doch arg überholt.

Der Gesamtleistung und den überwiegend positiven Eindruck, mit dem unser Testgerät mich wieder verlässt, tut das aber keinen Abbruch. Denn wenn man mal überlegt, dass wir es hier eigentlich mit einem Budget-Gerät zu tun haben, welches für knapp 200€ über den Ladentisch geht, hat Huawei hier verdammt viel richtig gemacht. Schnelles Dual-SIM-LTE, eine gute Performance und super Laufzeit, das Ganze verpackt in einem nicht edlen, aber immerhin überzeugendem Outfit. Als so genannter daily driver wäre es mir - wie Eingangs erwähnt - zwar schlichtweg zu groß, als Zweit-, bzw. Arbeits-Phablet macht das Honor 4X aber auf jeden Fall eine gute Figur.

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Beispielfotos der beiden Kameras
Pics: android-hilfe.de

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