Testbericht: Samsung Galaxy Xcover Pro - Outdoor für die gehobene Mittelklasse

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Testbericht Samsung Galaxy Xcover Pro:

Vorwort: Samsung und die Outdoor-Geräte…Part II:


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Der Ein oder Andere wird es mit Sicherheit schon gemerkt haben: Bei Samsung scheint gerade mächtig was los zu sein. Der Konzern veröffentlichte in letzter Zeit Geräte in einer enorm hohen Schlagzahl, man fühlte sich teilweise in alte Zeiten zurückversetzt. Erfreulicherweise betrifft das nicht nur die breite Masse als Zielgruppe, sondern auch eine etwas speziellere Gruppierung: Die Outdoor-Fans. Erst im Herbst 2019 hatte Samsung – recht überraschend – mit dem Galaxy Xcover 4S einen Nachfolger des Xcover 4 präsentiert. Die technischen und optischen Neuerungen hielten sich hier sehr in Grenzen, was sich bei den Outdoor-Fans in entsprechender Enttäuschung niederschlug, zumal seit geraumer Zeit Gerüchte zu einem „Galaxy Xcover FieldPro“ umherschwirrten.

Im Januar 2020 dann – auf der CES in Las Vegas – kam recht überraschend die Vorstellung des „Galaxy Xcover Pro“, welches zeitnah auch durch eine Pressemitteilung von Samsung Schweden für Europa bestätigt wurde. Mit diesem Gerät versucht Samsung nun also, den Outdoor-Markt hierzulande aufzumischen und die Outdoor-Fetischisten am aktuellen Display- und Kamera-Hype teilhaben zu lassen: „Modernes Design mit zeitgemäßer Hardware“ ist hier sicherlich der richtige Slogan. Ob das Ganze letztendlich so funktionieren kann, wie man sich das im Hause Samsung vorstellt, oder ob gegebenenfalls noch an der ein oder anderen Stelle nachgebessert werden muss – dies dürft Ihr selbst (mit)entscheiden, eventuell gibt Euch der nun folgende Testbericht ja ein paar tiefergehende Einblicke in die Vor- und Nachteile des Smartphones.

Übrigens: Das „Galaxy Xcover FieldPro“ aus der Gerüchteküche existiert tatsächlich (wird in den USA bereits mit Marktverfügbarkeit verkauft) und findet im März nun auch den Weg nach Deutschland. Der Vertrieb dieses Geräts läuft aber ausschließlich über eine für Sicherheits- und Outdoor-Geräte spezifizierte Fachfirma (Partner von Samsung) und mit einer UVP von 1.199,- €uro dürfte das deutlich günstigere „Galaxy Xcover Pro“ für die breite Masse deutlich attraktiver sein.




Spezifikationen des Galaxy Xcover Pro:

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  • Android 10.0 Q ab Werk, 4 Jahre Update-Garantie (Sicherheitsupdates) ab globalem Marktstart
  • Gerät läuft als „Enterprise Edition“ und wird mit monatlichen Sicherheitsupdates versorgt
  • Samsung Exynos 9611 Octa-Core Prozessor (4 x 2,3 GHz + 4 x 1,7 GHz Taktung)
  • 6,3“ TFT Display mit 16,7 Mio. Farben und FHD+ Auflösung (2.340 x 1080 Pixel)
  • Gorilla Glass 5
  • IP68-Zertifizierung, MIL-STD-810G Zertifizierung
  • 25 Megapixel Kamera mit Autofokus, F1.7 Blende
  • 8 Megapixel Weitwinkelkamera (123°, ohne Autofokus), F2.2 Blende
  • 2-faches LED Hochleistungsfotolicht
  • 13 Megapixel Frontkamera ohne Autofokus, F2.0 Blende
  • Max. Videoauflösung Kameras: Full HD 1.920 x 1080 Pixel bei 30 FPS
  • 64 GB interner Speicher, ca. 49,2 GB frei nutzbar
  • Micro SD Speicherkartenslot
  • 4 GB Arbeitsspeicher
  • Dual-SIM Funktion (SIM 1, SIM2 + Micro SD Speicherkarte gleichzeitig nutzbar)
  • LTE-Funktionalität (Kategorie 11), Unterstützung Band 48 (Private LTE)
  • USB 2.0 Typ-C Schnittstelle
  • GPS / GLONASS / Beidou, GALILEO
  • 3,5 mm Klinkenbuchse
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac Dual-Band, WiFi-Direct
  • Bluetooth 5.0 LE
  • NFC
  • Samsung KNOX
  • Abmessungen: 159,9 x 76,7 x 9,9 mm bei 218 Gramm
  • Wechselbarer 4.050 mAh Akku
  • 15W Schnelllade-Funktion
  • POGO-Pin Anschluss an der Unterseite
  • Notificaton-LED auf der Oberseite des Geräts
  • Fingerabdruckscanner im seitlichen Power-Button
  • 3 individuell konfigurierbare Shortcut-Tasten (jeweils 2 Funktionen)
  • Kopf-SAR: 0,468 W/Kg
  • SAR Körper: 1,231 W/Kg



Lieferumfang:

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Ich muss schon zugeben – beim ersten Öffnen der Verpackung des Xcover Pro kam fast schon etwas sentimentale Grundstimmung bei mir auf: Ein Wechselakku im Karton! Was früher absolut normal war, hat heute Seltenheitswert und erfreut sich bei mir großer Beliebtheit. Doch neben der Energiequelle befinden sich selbstverständlich auch noch weitere Dinge im Karton:
  • 1 x Smartphone „Samsung Galaxy Xcover Pro“
  • 1 x 4.050 mAh Li-Po Wechselakku
  • 1 x USB Typ-C Kabel für Datenaustausch und Ladegerät
  • 1 x Steckdosen-Adapter



Gehäuse, Verarbeitung und Wertigkeit:

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Wir starten mit einer kurzen Vorstellung des Geräts:

Auf der Front besticht das 6,3“ (bzw. 6,1“) große TFT Display, welches oben links über ein sogenanntes „Punchhole“ für die 12 Megapixel Frontkamera verfügt. Unterhalb der mittig platzierten Hörmuschel sitzt – bei normalen Lichtverhältnissen absolut unsichtbar – der Sensor zur Steuerung der Displayhelligkeit bzw. der Displayaktivität (Deaktivierung bei Telefonaten, etc.). Ansonsten sind keine weiteren Bedienelemente oder Ähnliches mehr auf der Front zu finden.

Auf der rechten Gehäuseseite sitzen dann die ersten beiden (bzw. drei) Hardware-Tasten: Einmal die Lautstärke-Wippe sowie der Power-Button, welcher gleichzeitig den Fingerabdruckscanner beherbergt und im Menü auch mit eigenen App-Shortcuts belegt werden kann (kurzes Tippen, langes Tippen). Erfreulich ist, dass der Power-Button eigentlich nahezu bündig mit dem Gehäuse abschließt, wodurch einerseits ungewollte Betätigungen / Entsperrungen nahezu ausgeschlossen sind und andererseits dennoch eine gute Erreichbarkeit für den Nutzer gewährleistet werden kann. Selbst mit dickeren Fingern ist das problemlos möglich.

Auf der Oberseite des Geräts wird’s dann richtig interessant; hier befindet sich nämlich etwas, was man in dieser Art und Weise schon länger nicht mehr bei Samsung Smartphones gesehen hat: Eine Benachrichtigungs-LED! Die sitzt – einerseits durch die Platzierung an der Oberseite und andererseits durch ihre eigentliche Größe – recht unauffällig am Gerät, hat aber eine ausreichend hohe Leuchtkraft um auf verpasste Ereignisse aufmerksam zu machen. Links neben der Benachrichtigungs-LED befindet sich ein weiterer Hardware-Button, der sich ebenfalls wieder zweifach durch den Nutzer belegen lässt. Positiv: Die Taste besitzt eine geriffelte Oberfläche und vermittelt so einerseits Grip, andererseits lässt sie sich so bequem ertasten auch ohne direkten Blickkontakt auf das Gerät zu haben. Ebenfalls auf der Oberseite platziert Samsung außerdem die 3,5 mm Klinkenbuchse sowie das erste Mikrofon.

Wandern wir weiter auf die linke Gehäuseseite: Hier sitzt die sogenannte „Active-Taste“: Im Grunde genommen nichts Anderes als die beiden anderen Tasten an der rechten Seite und an der Oberseite. Einziger Unterschied: Diese Taste fällt deutlich größer aus, besitzt einen glänzend roten farblichen Akzent und hat ebenfalls eine geriffelte Oberfläche aufzuweisen. Auch diese Taste lässt sich wieder mit zwei unterschiedlichen Aktionen belegen.

Die Unterseite des Geräts offenbart dann wieder den Ursprung des Xcover Pro, nämlich den Outdoor-Bereich: Wie bisher nahezu alle Outdoor-Geräte besitzt das Xcover Pro ebenfalls Pogo-PIN Anschlüsse an der Unterseite, worüber das Gerät mittels optional erhältlicher Ladeschale bequem aufgeladen werden kann. Wem das nicht zusagt – kein Problem, der USB 2.0 Typ-C Port kann selbstverständlich ebenfalls genutzt werden und bietet obendrein auch eine deutlich schnellere Ladegeschwindigkeit. Links der Pogo-Pins befindet sich das zweite Mikrofon, auf der rechten Seite der Mono-Lautsprecher.

Schauen wir uns abschließend noch die Rückseite des Xcover Pro an: Diese ist designtechnisch ganz klar wieder in Richtung Outdoor gehalten: Die Gestaltung des äußeren Randes erinnert etwas an den großen Bruder (Galaxy Tab Active Pro), das Rückcover selbst ist ebenfalls geriffelt und besteht aus einer Art Kunststoff / Gummi Gemisch. Sehr auffällig ist ganz klar die Kamera-Einheit des Geräts: Samsung setzt hier auf eine Kombination aus 25 Megapixel Hauptkamera und 8 Megapixel Weitwinkelkamera – beide werden von einem 2-fachen Hochleistungs-LED-Fotolicht unterstützt. Das alles in Kombination weckt durchaus Aufmerksamkeit – nicht aufgrund der heut zu Tage geringen Kameraanzahl sondern eben aufgrund der außergewöhnlichen Kombination aller Designelemente. Unten am rückwärtigen Cover darf dann natürlich auch der „Samsung“-Schriftzug nicht fehlen.


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Nachdem Ihr jetzt also einen ersten Eindruck vom Gerät bekommen habt, machen wir bei der Verarbeitung und der Wertigkeit des Xcover Pro weiter: Samsung ist ja schon seit Urzeiten für qualitativ gute Smartphones bekannt, speziell im Bereich der Mittelklasse- und Flaggschiff-Smartphones. Das Xcover Pro kommt mit einer UVP in Höhe von 509,- €uro in Deutschland auf den Markt, dementsprechend darf man das Gerät durchaus in die gehobene Mittelklasse einordnen. Betrachte ich mir die Verarbeitung meines Geräts und die Wertigkeit der Materialien jetzt aber genauer, würde ich das Gerät ohne zu Zögern um eine Liga nach oben platzieren: Das Gerät ist absolut einwandfrei verarbeitet: Nichts klappert, nichts wackelt, die Hardware-Tasten haben allesamt einen sauberen Druckpunkt, der Akkudeckel lässt sich problemlos öffnen und schließen (man muss keine Angst haben, die allseits bekannten „Plastiknubbel“ am Cover abzubrechen) und die Größe geht – in Kombination mit dem Gewicht – auch erstaunlich schnell ins Blut über. Das verhältnismäßig hohe Gewicht sorgt im Übrigen auch dafür, dass die Wertigkeit des Geräts wirklich hervorragend ist: Man hat bei der Bedienung keine Bedenken, wenn das Gerät vielleicht auch mal etwas härter auf dem Tisch aufgelegt wird und – für den Fall der Fälle – ist das Gerät ja sogar gegen Stürze geschützt. Dies merkt man ganz deutlich, wenn man sich die Gehäuseränder des Geräts nicht nur näher anschaut, sondern auch mal mit den Fingern drüber streicht: An den vier Ecken ist das Gehäuse minimal breiter als an den Seiten / oberen Enden. Die Ecken fungieren also als eine Art „Puffer“ im Falle eines Sturzes. Das ist im Übrigen dann auch der Grund, warum die Displayränder im Vergleich zu aktuellen Flaggschiffen (bspw. aus der Galaxy S-Reihe) immer noch etwas breiter sind und auch die Punchhole-Kamera lässt sich so unter Umständen ein bisschen rechtfertigen.

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Ebenfalls zur Wertigkeit trägt die Materialwahl seitens Samsung bei: Gorilla Glass 5 schützt das Display, der leicht erhobene Rand sorgt dafür dass - beispielsweise beim Ablegen des Geräts auf der Displayseite nach unten – kein direkter Kontakt zwischen Oberfläche und Display entsteht. Der Rand ist dabei mit einer sehr angenehmen Gummierung überzogen, die absolute Robustheit und Sicherheit bei der Bedienung vermittelt. Dieselbe Materialwahl hat Samsung beim rückseitigen Akkudeckel getroffen. Was künftigen Nutzern klar sein muss: Das Xcover Pro ist in Sachen Wertigkeit mit Sicherheit anders zu bewerten, als man das bei einem Galaxy S-Serie Gerät machen würde: Da wäre mir z. B. eine Glas-Rückseite für die Wertigkeit wichtig. Bei einem Outdoor-Gerät setze ich für mich aber andere Maßstäbe an, schließlich ist die Zielgruppe eine völlig andere und für mein Empfinden ist die Materialwahl in Anbetracht des Einsatzzwecks- und Anwendungsgebiets top und hätte nicht besser ausfallen können. Das Xcover Pro ist seit langer, langer Zeit ein Gerät; bei welchem ich auf den Kauf eines speziellen Case / Cover verzichten könnte. Gut – bislang bleibt den Nutzern auch gar nicht so viel übrig, denn es gibt im Zubehör-Bereich noch nicht wirklich etwas für das Gerät. Weder von Samsung, noch von irgendwelchen Drittanbietern.

Hier bin ich ehrlich gesagt auch ein bisschen von Samsung enttäuscht: Jetzt hat man endlich mal ein Outdoor-Gerät das technisch und designmäßig auf der Höhe der Zeit ist, und verpennt knallhart wieder den Zubehörmarkt zu bedienen. Ärgerlich!





Touchscreen, Bedienelemente & Bedienung:

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Beim Touchscreen setzt Samsung auf einen 6,3“ bzw. 6,1“ großen TFT-Bildschirm. Die unterschiedlichen Angaben haben ihren Ursprung in den abgerundeten Ecken des Displays: Die sichtbare Fläche (also mit Rundungen) beträgt dabei 6,1“ – würde man die Rundungen außen vor lassen und tatsächlich von Ecke zu Ecke messen, würde man auf die 6,3“ kommen. Mit einer Full HD+ Auflösung (2.340 x 1.080 Pixel) und der oben bereits genannten Displaytechnologie (TFT) hat Samsung im Grunde genommen auch genau die richtige Konfiguration für das Xcover Pro gefunden, auch wenn ich hier zunächst etwas skeptisch war: Von früheren Geräten bin ich eigentlich mittlerweile die S-AMOLED Displays gewohnt, entsprechend verwundert war ich, als ich das Xcover Pro zum ersten Mal eingeschaltet hatte: Nicht, weil kein S-AMOLED Display sondern ein TFT-Screen verbaut wurde (das wusste ich bereits vorher), sondern weil die Sättigung und Farbwiedergabe einfach doch eine deutlich andere ist: In der damaligen Situation hätte ich gesagt, dass das Display deutlich zu blass wirkt. Vergleicht man das Gerät aber mit anderen Displays derselben Technologie und betrachtet die Sache unvoreingenommen, muss man einfach sagen dass das Xcover Pro die Farben schlicht genau so wiedergibt, wie sie wiedergegeben werden sollten bzw. tatsächlich auch vorhanden sind. Des Weiteren hat die TFT-Technologie immer noch den Vorteil, dass die Helligkeit in der Regel deutlich höher ist, als das bei S-AMOLED Bildschirmen möglich ist. Dementsprechend positiv schneidet das Xcover Pro auch draußen bei direkter Sonneneinstrahlung ab: Displayinhalte sind absolut problemlos zu erkennen und zwar selbst bei automatischer Helligkeitsregelung des Displays.

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Bei den Bedienelementen möchte ich vor allem die Hardware-Tasten des Geräts nochmal aufgreifen. In Summe befinden sich am Xcover Pro fünf Hardware-Tasten:

Xcover-Taste:
Hierbei handelt es sich um die orange / rot eingefärbte Taste links am Gerät: Diese ist angenehm groß, steht leicht aus dem Gehäuse heraus und besitzt auf der Oberfläche eine leichte Struktur, wodurch die Taste im „Blindbetrieb“ noch schneller und eindeutiger zu identifizieren ist. Sie lässt sich mit zwei unterschiedlichen Funktionen belegen, welche dann wahlweise mittels kurzem Tipp auf die Taste und einem Tippen und Halten der Taste aktiviert werden. Des Weiteren lässt sich festlegen, ob die jeweiligen Funktionen auch ausgeführt werden sollen, wenn die Displaysperre des Geräts aktiv ist. Praktisch wenn man das Gerät sowieso dauernd in der Hand hat – beim Tragen am Körper wohl eher unpraktisch aufgrund von etwaigen Fehlbetätigungen. Im Grunde genommen kann der Nutzer hier jede beliebige App starten – schade nur, dass man bspw. das Display mit dieser Taste nicht wieder sperren kann. Das geht nämlich immer nur mit dem Power-Button rechts. Die Taste kann im Kamera-Modus auch als Auslöser genutzt werden.

Obere Taste:
Die nächste Taste befindet sich an der Oberseite des Xcover Pro und ist zwischen Notification-LED und 3,5 mm Klinkenbuchse angeordnet. Diese Taste erfüllt im Prinzip genau dieselbe Funktion, wie bereits oben bei der Xover-Taste erläutert. Der einzige Unterschied liegt eben in der Positionierung der Taste und der Formgebung dieser: Sie ist komplett in Schwarz gehalten, dabei etwas kleiner dimensioniert und hat glücklicherweise ebenfalls eine strukturierte Oberfläche. Auch hier lassen sich zwei Anwendungen / Funktionen starten (wenn gewünscht auch bei gesperrtem Display) und auch hier fungiert die Taste im Kameramodus als Auslöser.

Funktionstaste:
Etwas interessanter wird’s jetzt bei der sogenannten Funktionstaste: Hierbei handelt es sich um die Taste rechts am Gerät, in welcher auch der Fingerabdruckscanner integriert ist. Das einfache Drücken der Taste weckt das Gerät aus dem Standby bzw. versetzt es in diesen zurück. Wird die Taste zweimal betätigt (diese Funktion lässt sich auch deaktivieren) lässt sich entweder der Kamera-Schnellstart hinterlegen, Bixby öffnet sich oder aber man wählt sich wieder eine beliebige installierte App aus. Beim „Drücken und Halten“ hingegeben kann nur „Bixby“ oder „Ausschalten-Menü“ gewählt werden, was ja aber grundsätzlich auch Sinn ergibt. In Sachen „Ausschalten“ hat sich Samsung übrigens was einfallen lassen: Es gibt nämlich sage und schreibe drei (bzw. vier) Möglichkeiten, das Gerät auszuschalten: Über das Quick-Panel Menü und das entsprechende Shorcut, über die parallele Betätigung von „Leiser“- und „Funktions“-Taste, über Bixby oder einfach nur über das lange Drücken der Funktionstaste.

Lautstärke-Wippe:
Wohl am Gewöhnlichsten und am Unspektakulärsten dürfte da noch die Lautstärke-Wippe anmuten: Diese erfüllt nämlich vorrangig tatsächlich nur die Funktion der Lautstärkeregelung, zumindest in der Standardkonfiguration. Wer sich etwas tiefer mit der Materie beschäftigen möchte stellt dann schnell fest, dass auch hier noch mehr Funktionen in den Tiefen des Menüs versteckt sind: Betätigung des Digitalzooms im Kameramodus, Unterscheidung bei der Lautstärkereglung von Klingeltönen oder Multimedia-Wiedergaben, in Kombination mit der Funktionstaste das Aufnehmen von Screenshots, etc. Der Experimentierfreude sind hier nahezu keine Grenzen gesetzt.


Wie bereits weiter oben erwähnt: Alle Tasten lassen sich problemlos auch blind auffinden und bedienen, der Druckpunkt ist sehr klar und angenehm definiert und die Funktionstaste mit Fingerabdruckscanner schließt glücklicherweise absolut eben mit der seitlichen Umrandung ab: Fehlbedienung also quasi ausgeschlossen.

Die Bedienung des Xcover Pro lief und läuft eigentlich ohne jegliche Probleme oder Einschränkungen: Klar, zu Beginn muss man sich unter Umständen erstmal an die Abmessungen und an das Gewicht gewöhnen – je nachdem, von welchem Gerät man gewechselt hat. Doch mit der Zeit ist dies absolut kein Problem und ich persönlich kann das Gerät auch in den meisten Situationen einhändig bedienen – vom Entsperren des Geräts über das Ausführen der gewünschten App bis hin zum Sperren und Wegpacken funktioniert das alles recht easy. Wer „ab Werk“ nicht mit ganz so großen Händen gesegnet ist, kann sich im Menü noch die Bedienhilfe „Einhandbedienung“ aktivieren, was für mich persönlich aber a) nicht notwendig ist und b) ein bisschen das Vorhandensein eines großen Displays relativiert – aber das mag Geschmackssache sein.



Menü:

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Im Grunde genommen gibt es beim Menü keine wirklichen Besonderheiten – weder im positiven, noch im negativen Sinne. Das mag allerdings auch daran liegen, dass ich eigentlich seit Urzeiten bereits Samsung-Geräte privat nutze und ich mich vielleicht auch einfach an die Software-Lösungen der Koreaner gewohnt habe. Trotz gelegentlichen Ausflügen zu anderen Marken (Huawei, Sony und teils auch Geräte mit purer Android-Oberfläche) hat es mich im Endeffekt immer zu Samsung zurückgezogen; hier stimmt meiner Ansicht nach einfach das Gesamtpaket:

Mit Android 10 und One UI 2.0 wurde das Menü nochmals etwas vereinfacht und verschlankt, die meisten Funktionen dürften auch Samsung-Neulinge problemlos finden – mal mehr, mal weniger Einarbeitungszeit vorausgesetzt. Findet man eine Funktion nicht direkt von Beginn an (vielen geht das mit der %-Anzeige des Akku-Status so) kann man Schlagworte auch einfach in die Gerätesuche eingeben und wird dann direkt zum entsprechenden Menüpunkt weitergeleitet.

Auch weiterhin lassen sich bei Samsung natürlich unterschiedliche Homescreens anlegen und App-Shortcuts darauf platzieren. Des Weiteren können im App-Drawer eigene Ordner angelegt werden, womit sich Apps recht einfach und schnell gruppieren lassen – was erheblich zur besseren Übersicht beiträgt. Mittels langem Tipp auf die jeweilige App lassen sich weitere Funktionen ausführen, beispielsweise die App deaktivieren (oder gar deinstallieren) oder man lässt sich weitere Infos zur App anzeigen.

Positiv zu erwähnen ist, dass die komplette Bedienung innerhalb des Menüs absolut flüssig und angenehm von Statten geht. Gut – alles andere wäre im Grunde genommen auch nicht hinnehmbar, doch selbst der vollständige Systemneustart geht mit dem Xcover Pro angenehm schnell von der Hand. Das betrifft sowohl den Boot-Vorgang als auch das anschließende Laden der Benutzeroberfläche und der Apps.



Kamera:

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Nicht zu vernachlässigen ist auch die Ausstattung im Hinblick auf die Kameras des Xcover Pro: Bislang waren die Outdoor-Geräte technisch eher unterdurchschnittlich ausgestattet – und zwar in allen Belangen. Das Xcover Pro ist das erste Gerät, welches in Sachen Technik und Design mal etwas mutiger und aktueller daher kommt – auch beim Kamera-Setup:

Auf der Rückseite hat sich Samsung für eine duale Lösung entschieden die aus einer 25 Megapixel Hauptkamera mit Autofokus und F1.7 Blende sowie einer 8 Megapixel Weitwinkelkamera ohne Autofokus und F2.2 Blende besteht. Bei der Hauptkamera handelt es sich um einen Sony IMX576 EXMOR RS-Sensor – hört sich grundsätzlich erstmal toll an, schaut man sich aber mal an, welche Geräte diesen Sensor ebenfalls nutzen dürfte recht schnell Ernüchterung folgen: Im Hause Samsung kommt dieser beispielsweise noch im A50 und dem Galaxy A7 (2018) zum Einsatz, ansonsten hat sich auch Huawei mit dem Nova 5i, dem Honor 20 Lite oder auch Lenovo mit dem Z6 dafür entschieden. Deutlich unbekannter geht’s dann bei der 8 Megapixel Weitwinkelkamera zur Sache: Hier kommt ein HYNIX HI1336 zum Einsatz.

Die Frontkamera – welche übrigens im „Punchhole“-Stil umgesetzt wurde – löst mit 13 Megapixeln auf und soll auf denselben Sensor setzen, der bei der Weitwinkelkamera zum Einsatz kommt.

Natürlich soll man sich – speziell bei Technik – nicht immer von den technischen Daten blenden lassen, doch wenn wir mal ehrlich sind ist das ja genau DAS kaufentscheidende Feature für die meisten Anwender (in Verbindung mit dem Preis). Daher kommen wir in Sachen Qualität etwas später auf die Leistungsfähigkeit des Xcover Pro zu sprechen und machen erstmal noch mit den harten Fakten weiter:

Die beiden rückseitigen Kameras werden bei Bedarf von einem 2-fachen Hochleistungs-LED-Licht unterstützt, wobei sich dieses nur nutzen lässt, wenn man Bilder mit der 25 Megapixel Hauptkamera aufnimmt. Bei aktivierter Weitwinkelkamera ist die LED-Leuchte deaktiviert und nicht anwählbar. Etwas irritierend ist die Tatsache, dass die Fotoleuchte beim Versuch ein Objekt bei Dunkelheit mittels Autofokus scharfzustellen, nicht aktiviert wird. Der Nutzer hat also nur die Möglichkeit, den entsprechenden Bereich bzw. das Objekt in der Dunkelheit zu erahnen, den Bereich mittels Tipp auf das Display auszuwählen und dann den Auslöser zu betätigen: Dann aktiviert sich die LED, der Autofokus stellt scharf und das Bild wird aufgenommen. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass dies so gewollt ist und hoffe daher noch auf einen entsprechenden Patch mittels Software-Update.

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Folgende Funktionen / Einstellungsmöglichkeiten stehen im Kameramodus zur Verfügung:

  • Filter: Original, Warm, Cool, Lolli, Blass, Blüte, Ivory, Verblasst, Weich, KissMe, Graustufen, Klassisch, Schwarz & Weiß, weitere Filter herunterladen
  • Beauty-Modus: Ein / Aus
  • Format: Full, 1:1, 16:9, 4:3, 4:3H
  • Timer: Aus, 2 Sekunden, 5 Sekunden, 10 Sekunden
  • Fotoleuchte: Aus, Ein, Automatisch
  • Kameramodi: Live-Fokus, Nachtmodus, Fotomodus, Videomodus, Super Slow-Mo, Zeitlupe, Hyperlapse, Pro-Modus, Panorama, Essen
  • Szenenoptimierer: Ein / Aus
  • Wechsel zwischen Haupt- und Weitwinkelkamera
  • Auslöser-Button
  • Galerie-Shorcut
  • Wechsel zwischen Haupt- und Frontkamera
  • Szenenoptimierung: Ein / Aus (bei aktivierter Funktion kann der Nutzer außerdem auswählen, ob der sogenannte „Dokumentenscan“ ebenfalls aktiviert werden soll: Die Kamera erkennt Dokumente automatisch und fokussiert entsprechend bzw. schneidet die Aufnahmen entsprechend zu).
  • Aufnahmevorschläge: Ein / Aus
  • QR-Codes Scannen: Ein / Aus
  • Auslöser halten für: Serienbilder aufnehmen, Bild aufnehmen, GIF erstellen
  • Speicheroptionen: HEIF-Bilder aktivieren / deaktivieren; Ultraweitwinkelkorrektur aktiveren / deaktivieren
  • Videogröße der Hauptkamera: 16:9 Modus (FHD 1.920 x 1.080 Pixel, HD 1.280 x 720 Pixel); Voll (2.336 x 1.080 Pixel), 1:1 (1.440 x 1.440 Pixel)
  • Videogröße der Frontkamera: 16:9 Modus (FHD 1.920 x 1.080 Pixel, HD 1.280 x 720 Pixel); Voll (2.336 x 1.080 Pixel), 1:1 (1.440 x 1.440 Pixel)
  • Video mit hoher Effizienz: Aktiviert / Deaktiviert
  • Videostabilisierung: Ein / Aus
  • HDR: Ein / Aus
  • Bilder wie angezeigt: Selfies wie in der Vorschau angezeigt speichern ohne sie zu drehen – Ein / Aus
  • Raster: Ein / Aus
  • Geotagging: Ein / Aus
  • Auslöser: Drücken der Lautstärketaste (Bild- oder Video aufnehmen, Zoom, Systemlautstärke); Sprachsteuerung, schwebender Auslöser, Zeigen der Handfläche
  • Speicherort: Interner Speicher, SD-Karte
  • Wasserzeichen: Ein / Aus
  • Superstabil: Ein / Aus (eine Art erweiterte Bildstabilisierung)
  • AR-Zeichnung
  • Einstellungen zurücksetzen

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Im Pro-Modus lassen sich zudem noch weitere Einstellungen durch den Nutzer festlegen, beispielsweise der ISO-Wert, der Weißabgleich oder auch die Helligkeit. Ich muss zugeben, dass ich – speziell im Bereich der Videoaufnahmen – etwas enttäuscht vom Xcover Pro bin. Das bezieht sich aber keinesfalls auf die Qualität (dazu kommen wir später), viel mehr auf die zur Verfügung stehenden Einstellungsmöglichkeiten bzw. konkret gesagt die Beschränkungen der Möglichkeiten: Ich bin weder Smartphone-Entwickler, noch habe ich mit der verbauten Technik größere Berührungspunkte – aber ich bin mir sicher, dass das Xcover Pro mit dieser Hardware-Konfiguration mehr als „nur“ Full HD mit 30 FPS können müsste. Naja, vielleicht bekommen wir ja auch hier noch einen kleinen Nachschlag mittels Software-Update, wer weiß…



Doch nun zur Foto- und Videoqualität:

Wenn man sich die zu Beginn dieses Abschnitts erwähnten Fakten zur Kamera durchliest, könnte man jetzt Schlimmes erahnen. Doch erstaunlicherweise liefert das Xcover Pro eine durchaus ordentliche Qualität im Fotomodus ab. Neben der Möglichkeit, Bilder auch im Pro-Modus aufzunehmen (und damit auf ein paar zusätzliche Parameter Einfluss zu nehmen), werden die meisten Nutzer vermutlich beim Automatikmodus hängen bleiben – was aber auch nicht die schlechteste Lösung ist: Das Gerät liefert bei guten Lichtverhältnissen sehr gute und naturgetreue Bilder mit der Hauptkamera. Klar – beim Zoomen auf größeren Bildschirmen kommen dann recht schnell die Pixel zum Vorschein, aber zum normalen Betrachten auf dem Smartphone-Display, auf Tablets oder aber auch auf Fernsehern & Co sind die Ergebnisse in Ordnung. Nicht überzeugt hat mich hingegen die zweite Weitwinkelkamera: Da diese ohne Autofokus daherkommt, ist sie wirklich nur für sogenannte „Live-Fokus“ Aufnahmen brauchbar oder aber wenn man auf beengtem Raum einen maximalen Bildausschnitt einfangen möchte. Ansonsten sind selbst ohne Zoom bei Bildern recht schnell Rauschen und störende Artefakte erkennbar. Alles also mehr Spielerei als das es praktischen Nutzen hätte.

Nicht vollends durchschaut habe ich die Fokussierung der Kamera bei Dunkelheit: Unverständlicherweise aktiviert sich nämlich beim Fokussieren von Objekten die LED-Leuchte nicht. Das bedeutet in der Praxis, dass das Objekt zwar Fokussiert wird (bzw. das Gerät versucht zu fokussieren), de facto gelingt dies aber aufgrund der nicht ausreichenden Lichtverhältnisse nicht. Es bleibt daher nur die Möglichkeit, einfach den Kamera-Auslöser zu drücken – dann Fokussiert das Gerät nämlich mit LED-Leuchte. Hier sollte Samsung dringend Hand an der Software anlegen – das Gerät wird damit nämlich in seinem Einsatzbereich deutlich geschmälert bzw. die theoretisch möglichen Ergebnisse werden praktisch in gewisser Art und Weise „kastriert“.

Absolut positiv überrascht hat mich im Übrigen auch die Fotoleuchte (wenn wir sowieso gerade beim Thema sind ;) ): Diese kann bei völliger Dunkelheit auch große Räume (Besprechungsräume, kleinere Empfangshallen) problemlos erleuchten. Natürlich sieht man dann im hintersten Eck nicht jedes Detail, aber es reicht um ein einwandfrei identifizierbares Foto zu erstellen. Eine solche Leistung kenne ich bis dato eigentlich nur von früheren Samsung-Modelle mit Xenon-Blitz (Zoom-Reihe). Klasse – wenn jetzt noch das Problem mit der LED beim Fokussieren behoben wird, bin ich rundum glücklich!

Erwähnenswert ist außerdem durchaus auch der Nachtmodus der Kamera: Wie immer und bei allen Smartphones gilt hier: Wer das Gerät nicht ruhig hält, bekommt verwackelte bzw. unscharfe Aufnahmen. Glücklicherweise erkennt dies das Gerät meistens und warnt den Nutzer dann direkt mittels Popup auf dem Display. Hält man das Gerät dann aber ruhig (und ist eine gewisse Grundhelligkeit vorhanden), gelingen durchaus respektable Ergebnisse für ein Outdoor-Smartphone. Mal schauen, ob Samsung in Sachen Kamera – abgesehen von der Bug-Beseitigung – auch noch etwas herumbastelt (im positiven Sinne natürlich).

Videos werden in einer maximalen Auflösung von Full-HD (wenn man vom „Voll“-Modus mit 2.336 x 1.080 Pixel mal absieht) bei 30 Frames pro Sekunde aufgenommen. Während den Aufnahmen stellt sich der Autofokus auf Wunsch automatisch scharf; alternativ kann dieser aber auch fixiert werden. Qualitätstechnisch gehen die aufgenommenen Filme in Ordnung, vom Hocker reißen die einen in der heutigen Zeit aber auch nicht mehr. Die Kamera reagiert etwas sensibel bzw. „hart“ auf Veränderungen bei der Helligkeit (sieht man in einem Beispielvideo auch recht deutlich) und die Audiospur könnte für mein Empfinden noch etwas in Sachen Aufnahmelautstärke nach oben angepasst werden. Vielleicht überrascht uns Samsung ja auch hier noch mit einer softwareseitigen Anpassung.



Akku, Sprachqualität und Empfang:

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Nun kommen wir zweifelsohne zu einem der Punkte, der in der heutigen Zeit eine absolute Seltenheit darstellt – leider! Dem Akku. Gut – der Akku selbst ist jetzt weniger die Besonderheit, vielmehr die Tatsache, dass sich dieser noch durch den Nutzer selbst austauschen lässt. Das Xcover Pro verfügt über eines der wenigen Geräte auf dem Markt noch über die Möglichkeit, das rückseitige Cover zu entfernen und damit Zugang zu den inneren Werten des Smartphones zu bekommen: Hier findet sich dann nicht nur der 4.050 mAh starke Akku, auch die beiden SIM-Slots und der Speicherkartenslot können so vom Nutzer „gefüttert“ werden. Die Energiequelle des Smartphones lässt sich mittels des mitgelieferten Kabels mit maximal 15W „schnellladen“. Gut – besser als nix, aber in der heutigen Zeit hätte es da durchaus auch etwas mehr sein können, zumal man den Akku ja bei einem Defekt sogar selbst hätte tauschen können. Etwas ärgerlich, aber in der Praxis eigentlich zu verschmerzen, denn die gute Kapazität reicht mit dem Xcover Pro locker über den Tag; auch wenn das Gerät häufig und intensiv genutzt wird. Nutzer die das Gerät weniger in Anspruch nehmen, dürften damit auch ganz bequem in Richtung einer Nutzungsdauer von zwei bis drei Tagen tendieren – ohne Probleme. Hier kommt dem Xcover Pro dann ganz einfach die Tatsache zu Gute, dass man eben in Sachen Technik doch nicht auf Flaggschiff-Niveau unterwegs ist und somit – trotz stromhungrigem TFT-Screen – annehmbare Laufzeiten präsentiert bekommt.

Samsung selbst gibt übrigens folgende Richtwerte für die Akkulaufzeit an:
  • Internetnutzung (LTE): bis zu 14 Stunden
  • Internetnutzung (WLAN) bis zu 15 Stunden
  • Videowiedergabe: bis zu 15 Stunden
  • Musikwiedergabe: bis zu 92 Stunden
  • Gesprächszeit (4G LTE): bis zu 29 Stunden
Klar – auch hier gilt wieder: Es handelt sich um Angaben unter Laborbedingungen, in der Praxis werden diese Werte kaum erreichbar sein. Dennoch bin ich mit der gebotenen Leistung absolut zufrieden.


Machen wir weiter bei der Sprachqualität und dem Empfang: Hier leistet sich Samsung mit dem Xcover Pro keinen Fauxpas und liefert eine ordentliche Leistung ab: Die Gesprächspartner kommen sehr natürlich herüber und auf Wunsch auch in sehr hoher Lautstärke. Klar, im Vergleich zu einem Gerät der S-Serie macht sich der Unterschied bei den Lautsprechern dann ein bisschen in Sachen „Klangvolumen“ bzw. „Tiefenwiedergabe“ bemerkbar. Macht man hier den Praxistest mit beiden Geräten parallel bzw. hintereinander klingt das Xcover Pro leicht „technisch“ bzw. „blechern“ (wobei sich das jetzt vielleicht schlimmer anhört, als das in der Praxis der Fall ist). Das gilt sowohl für die Wiedergabe über die Hörmuschel als auch über den an der Unterseite befindlichen Lautsprecher. Während meiner Testphase (mehrere Wochen) kam es zu keinen Verbindungsstörungen oder gar –abbrüchen. Das Xcover Pro bietet auch die Möglichkeit der WLAN-Telefonie, womit man auch innerhalb von Gebäuden mit guter Abschottung noch die Chance auf Erreichbarkeit hat. Dazu kommt, dass das Gerät mit sehr guten SAR-Werten punkten kann:
  • Kopf-SAR: 0,468 W/Kg
  • SAR Körper: 1,231 W/Kg

Diese verhältnismäßig niedrigen Werte dürften vor allem auch der gewählten Materialien zu verdanken sein.




Media- & Musikplayer:


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Selbstverständlich bietet das Galaxy Xcover Pro auch die Möglichkeit, seine Medien entsprechend zu Gehör oder zu Gesicht zu bringen. Für den Test wurden die Apps aus dem Samsung Store zur Wiedergabe genutzt. Diese nutze ich auch privat und bieten mir einen guten Mix aus Benutzerfreundlichkeit, Funktionsumfang und Optik.

Wir beginnen beim Videoplayer. Nachdem dieser über das Menü gestartet wurde, werden sämtliche Videos darstellt, die entweder auf dem Gerät selbst oder aber auf der Speicherkarte auffindbar sind. Die Darstellung erfolgt – neben Titel, Laufzeit und Größe der Dateien – mit Vorschaubild, was die Identifizierung der entsprechenden Files nochmals erleichtert. Nachdem dann das gewünschte Video angewählt wurde, startet die Wiedergabe zunächst im Hochformat. Dies kann mittels einfachem Schwenk ins Querformat automatisch geändert werden – leider merkt man hierbei anhand von zwei Gedenksekunden, dass die Optimierung wohl noch nicht ganz vorbildlich ist; das sollte auch ohne Denkpause machbar sein. Die Denkpause ist übrigens nicht vorhanden, wenn der Wechsel mittels Tipp auf den Shortcut im Display ausgeführt wird – ein Zeichen dafür, dass der Optimierungsbedarf in Zusammenarbeit mit dem Lagesensor im Gerät zu sein scheint.

Ansonsten bietet der Player aber genau das, was man sich als multimedialer Nutzer auch erhofft: Eine übersichtliche Bedienoberfläche welche nicht nur die absoluten Basis-Funktionen aufwartet, sondern auch das ein oder andere Extra bereithält. Dazu kommt natürlich, dass die Wiedergabequalität entsprechend hoch ist und auch die meisten Formate vom Gerät bzw. der Software unterstützt werden.

Folgende Einstellungsmöglichkeiten bzw. Features bietet der Videoplayer:
  • Screenshot des derzeitigen Bildschirms erstellen (kann direkt im Anschluss geöffnet und bearbeitet werden)
  • Bild-in-Bild Wiedergabe starten, um bspw. gleichzeitig noch zu Surfen, Mails zu bearbeiten, etc.
  • Display für Eingaben sperren
  • Zurück
  • Pause / Start
  • Vorwärts
  • Wiedergabeformat ändern (Wechsel zwischen Hoch- und Querformat)
  • Bildschirmformat anpassen
  • GIF erstellen
  • Video-Editor starten
  • Video löschen
  • Video senden
  • Untertitel
  • Details
  • An Reminder senden
  • Automatische Titelwiedergabe des nächsten Videos: Ein / Aus
  • Automatische Wiederholung des aktuellen Videos: Ein / Aus
  • Nur Audio abspielen: Ein / Aus
  • Wiedergabegeschwindigkeit erhöhen / verringern

Ihr seht also, der Samsung Player bietet ein recht abgerundetes Portfolio und dürfte für die meisten Nutzer die beste Wahl sein. Kommen wir noch zur Wiedergabequalität: Diese ist natürlich immer vom Quellmedium abhängig, wer also entsprechend gut aufgelöste Videos auf das Xcover Pro übertragt, darf sich auch über eine hervorragende Wiedergabequalität freuen: Keine störenden Pixel, eine ausreichend hohe Auflösung und ein Lautsprecher der dazu in der Lage ist, eine sehr hohe Maximallautstärke zu erreichen, wenngleich etwas „Bass“ / „Tiefe“ / „Volumen“ im Vergleich zu Flaggschiff-Smartphones fehlt. Aber das Ergebnis ist absolut ordentlich!

Hier noch die unterstützten Videoformate des Geräts:
  • MP4
  • M4V
  • 3GP
  • 3G2
  • WMV
  • ASF
  • AVI
  • FLV
  • MKV
  • WEBM

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Weiter geht’s mit dem Musikplayer: Auch hier kommt wieder die hauseigene Lösung der Koreaner zum Einsatz. Nach dem Start der App hat der Nutzer die Möglichkeit, seine Songs mittels vorgegebenen (oder auch ab- bzw. zuwählbaren) Registerkarten zu ordnen:
  • Spotify
  • Favoriten
  • Wiedergabelisten
  • Titel
  • Alben
  • Interpreten
  • Genres
  • Ordner
  • Komponisten

Die auf dem Gerät – oder der Speicherkarte – vorhandenen Songs werden vertikal aufgelistet und können mittels Fingertipp gestartet werden. Die Wiedergabe startet dann zunächst in der Fußzeile des Players (quasi im minimierten Wiedergabebildschirm), kann aber mit einem weiteren Tipp maximiert werden. Dann erhält der Nutzer die klassische Ansicht des Wiedergabebildschirms: Mittig groß das Album-Cover (sofern vorhanden) samt Interpret und Titel, drunter die Navigationsleiste mit den drei gewohnten Tasten „Zurück“, „Pause / Start“ und „Vorwärts“. Ebenfalls prominent auf dem Hauptbildschirm zu finden sind der Shuffle-Modus, der Wiederholungs-Modus, die Shorcuts für Wiedergabelisten, das Hinzufügen des aktuellen Songs zu den Favoriten und das Hinzufügen des aktuellen Songs zu einer neuen Wiedergabeliste. Oberhalb des Album-Covers sitzt der Button um den Player wieder zu minimieren, die Lautstärkeregelung, der Equalizer und die tiefergehenden Einstellungen des Players. Hier hat der Nutzer dann noch auf Folgendes Zugriff:
  • Song teilen
  • Zum entsprechenden Album springen, aus welchem der Song entstammt
  • Zum Interpreten springen, der den Song verantwortet
  • Song löschen
  • Festlegen als…
  • Details
  • Sleep-Timer: Aus, 30 Minuten, 1 Stunde, 1 Stunde 30 Minuten, 2 Stunden, Benutzerdefiniert
  • Wiedergabegeschwindigkeit
  • Überblendung zwischen Titeln festlegen
  • Intelligente Lautstärke: Ein / Aus
  • Pause zwischen Titeln überspringen: Ein / Aus
  • Musik über Sperrbildschirm steuern: Ein / Aus
  • Musik bei deaktiviertem Bildschirm widergeben: Ein / Aus
  • Aktuelle Einstellungen für Wiedergabeliste: Alle Lieder wiedergeben, ausgewähltes Lied wiedergeben
  • Keine doppelten Lieder zulassen: Ein / Aus
  • Über mobile Daten verbinden: Ein / Aus
  • Registerkarten verwalten

Die unterstützten Audio-Formate des Geräts:
  • MP3
  • M4A
  • 3GA
  • AAC
  • OGG
  • OGA
  • WAV
  • WMA
  • AMR
  • AWB
  • FLAC
  • MID
  • MIDI
  • XMF
  • MXMF
  • IMY
  • RTTTL
  • RTX
  • OTA

Auch hier bin ich der Meinung, dass alle grundlegenden Funktionen enthalten sind und darüber hinaus mit Sicherheit auch noch das ein oder andere Zusatzfeature enthalten ist, das Musikliebhaber zufrieden stimmt. Doch nun zum wichtigsten Punkt: Der Wiedergabe selbst bzw. der Wiedergabequalität: Der Nutzer hat die Möglichkeit, die Wiedergabe über den unten angebrachten Lautsprecher mittels des Equalizers zu beeinflussen. Die Unterschiede in den jeweiligen Tonprofilen kommen auch deutlich zum Vorschein, wobei der Nutzer natürlich auch eigens kreierte Tonprofile anlegen kann. Weitere Anpassungen sind in diesem Modus nicht mehr möglich, was aber meiner Ansicht nach auch gar nicht unbedingt notwendig ist: Die maximale Lautstärke ist auch hier wieder sehr hoch und definitiv auch für lautere Umgebungen problemlos geeignet. Und auch die Qualität selbst geht für ein Outdoor-Gerät in Ordnung: Auch hier gilt wieder, dass man die Messlatte nicht auf Galaxy S-Series Niveau ansetzen sollte, zumal das Xcover Pro ja auch nur einen Lautsprecher zur Wiedergabe nutzt und keine Stereo-Lösung bietet. Dennoch: Der Klang reicht mir persönlich aus. Etwas schade ist die Tatsache, dass sich Dolby Atmos beim Xcover Pro nur bei angestöpseltem Headset nutzen lässt: Dies war bspw. beim Tab Active Pro noch im Lautsprecherbetrieb möglich, wobei dieses Gerät ja auch ein Stereo-Setup zu bieten hatte und auch deutlich mehr Resonanzkörper aufweist. ;)

Dem Xcover Pro liegt übrigens ein gewöhnliches, kabelgebundenes Stereo-Headset bei. Also kein In-Ear Modell, sondern tatsächlich noch so ein Teil aus Walkman-Zeiten – furchtbar! Erwartet also bitte nicht allzu viel von diesem Teil, stöpselt stattdessen lieber Euer eigenes Setup an, da dürfte deutlich mehr bei rauskommen – im wahrsten Sinne des Wortes. Für den Test habe ich das kabelgebundene Headset meines Galaxy A8 2018 genutzt, welches nicht nur auf In-Ear Architektur setzt, sondern auch eine recht gute Wiedergabequalität besitzt – gemessen an anderen ab Werk mitgelieferten Headsets. Und ehrlich gesagt war ich da schon ein bisschen erstaunt, das aus dem „kleinen“ Gerät rauskommt: Die Songs hören sich allesamt sehr kraftvoll und voluminös an, die maximale Lautstärke ist bei Bedarf wirklich sehr hoch – im Normalbetrieb war 1/3 der maximal möglichen Lautstärke für mich immer ausreichend. Schön ist außerdem, dass die vordefinierten Equalizer-Profile auch wirklich positive Auswirkungen auf das Klangbild haben, wohingegen sich die „Dolby Atmos“ Funktion eher als „nettes Gimmick“ darstellt. Man bemerkt zwar eine Veränderung nach der Aktivierung dieses Modus, aber so wirklich ins Gewicht fällt dieser für mich nicht.

Im Großen und Ganzen liefert das Galaxy Xcover Pro eine solide Performance ab und darf sich durchaus auch im multimedialen Bereich der Konkurrenz zeigen.

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Verbindungen & Anschlüsse:

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Das Xcover Pro kann Vieles, aber leider nicht alles. Samsung spendiert dem Gerät durchaus alle notwendigen Technologien und Funktionen, geizt dann aber ein bisschen wenn es in Richtung der Alleinstellungsmerkmale der Koreaner geht. Mehr dazu später, hier jetzt zunächst eine Übersicht der vorhandenen Ausstattung:

  • Infrastruktur: GSM (2G), W-CDMA (3G), FDD-LTE (4G), TDD-LTE (4G)
  • GSM-Bänder: 850 / 900 / DCS 1.800 / PCS 1.900 MHz
  • UMTS-Bänder: B1 (2.100 MHz) / B2 (1.900 MHz) / B5 (850 MHz) / B8 (900 MHz)
  • LTE-Bänder: B1 (2.100 MHz) / B2 (1.900 MHz) / B3 (1.800 MHz) / B5 (850 MHz) / B7 (2.600 MHz) / B8 (900 MHz) / B20 (800 MHz) / B28 (700 MHz)
  • 4G TDD LTE: B38 (2.600 MHz) / B40 (2.300 MHz) / B41 (2.500 MHz)
  • ANT+ Funktionalität
  • USB 2.0 Typ-C Schnittstelle
  • GPS / GLONASS / Beidou / GALILEO
  • 3,5 mm Klinkenbuchse
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac 2,4 + 5 GHz, VHT80, WiFi-Direct
  • NFC
  • Bluetooth 5.0 LE (bis zu 2 Mbit/s)

Das da oben liest sich doch jetzt gar nicht mal so verkehrt, oder? Genau – aber wie gesagt, das volle „Rundum-Sorglos-Paket“ hat Samsung dem Xcover Pro dann doch nicht spendiert, so fehlt beispielsweise die Möglichkeit, das Gerät mittels Samsung DeX-Mode am heimischen Rechner zu nutzen. Gerade in Kombination mit dem Galaxy Tab Active Pro (das diesen Modus bietet) wären die beiden Geräte die optimale Kombination für hartgesottene Geschäftsmänner auf Baustellen, in der Industrie oder auch bei Feuerwehr, Polizei und sonstigen Sicherheitsbehörden bzw. -einrichtungen gewesen. Die Koreaner haben ein bisschen ein Händchen dafür, Vieles richtig gut zu machen um dann auf den letzten Metern den Boden unter den Füßen zu verlieren und unnötig Kompetenz auf der Strecke zu lassen. Da aber mit Sicherheit nicht jeder Outdoor-User auch Samsung DeX benötigt, ist auch das wieder eine Sache der persönlichen Einstellungen und des persönlichen Bedarfs.


Extras:


Update-Garantie:

Samsung garantiert dem Gerät ab globalem Marktstart vier Jahre lang Sicherheitsupdates. Bislang ist das Gerät im monatlichen Update-Zyklus bei Samsung gelistet – mal schauen ob das die gesamten vier Jahre so bleibt oder man später auf quartalsweise Updates umstellt. Ich hoffe sehr dass das Produkt bis zum Ende monatlich mit Sicherheitspatches versorgt wird und ebenfalls – mindestens – zwei große Versions-Updates bekommt. Da das Gerät mit Android 10 auf dem Markt released wurde, könnte man dann auf alle Fälle mit einem Support bis Android 12 rechnen – was auch schon eine Hausnummer wäre. Da kann man nur hoffen, dass Samsung bei seinen Business-Geräten im Tablet-Segment auch bald auf monatliche Updates umschwenkt – ist ja grausam wenn ein B2B-Gerät wie das Tab Active Pro nur quartalsweise ein Update erfährt.





Fingerabdruckscanner / biometrische Sicherheit:

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Im Gegensatz zu bisherigen Outdoor-Smartphones verfügt das Xcover Pro nun auch endlich über einen Fingerabdruckscanner. Dieser ist nicht auf der Front oder gar auf der Rückseite des Phones zu finden, sondern rechts im Power-Button. Ich muss zugeben, dass das für mich zunächst eine Umstellung war: Ich hatte bisher entweder Geräte mit fronseitigem Scanner (im Home-Button – keine Display-Scanner!!) oder aber mit Scanner auf der Rückseite der Smartphones. Nach kurzer Eingewöhnungszeit klappt das mit dem seitlichen Scanner aber auch einwandfrei und die Erkennungsrate ist absolut top. Fehleingaben hatte ich bis dato nur einmal und das lag an einem malträtierten Finger… ;)

Wer kein Fan des Fingerabdruckes ist, kann das Gerät auch mittels Gesichtserkennung entsperren. Mir persönlich ist das allerdings die erstgenannte Möglichkeit deutlich lieber (und auch sicherer).



Notification LED:

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JA! Samsung hat es tatsächlich geschafft und endlich mal ein Outdoor-Gerät designt, dass eine Notification-LED an Bord hat! Das ist das noch erleben darf, damit hätte ich ja schon fast gar nicht mehr gerechnet. Nachdem die Möglichkeit des Always-On-Displays ja bekanntlich nicht gegeben ist (funktioniert nur bei S-AMOLED Displays, ohne das Display vollständig zu beleuchten – was bei TFT zwangsläufig der Fall wäre), ist das auch die einzige Möglichkeit die Samsung hatte. Endlich werden also auch Outdoor-User mittels kleinem Lichtchen über verpasste Ereignisse in Kenntnis gesetzt – fantastisch!

Etwas gewöhnungsbedürftig (und komischerweise gleichermaßen „cool“) ist allerdings die Positionierung der LED: Diese sitzt nämlich nicht auf der Front oberhalb des Displays (wie man vielleicht vermuten würde), sondern auf der Oberseite des Xcover Pro. Das bedeutet also auch, dass der Nutzer keinen direkten Blick auf die LED hat, wenn man das Gerät wie gewohnt vor sich auf dem Tisch liegen hat. Das ist einerseits natürlich ein Nachteil (wofür habe ich denn sonst die LED?), andererseits kann es aber auch ein Vorteil sein, denn die LED ist so oder so schon recht dezent platziert (und dennoch leuchtstark!) – so stört zumindest kein blinkendes Licht im Augenwinkel. Wenn man allerdings – wie ich – auf die LED angewiesen ist, bleibt eigentlich nur eine Möglichkeit: Gerät umdrehen, also quasi „Kopfüber“ ablegen. Gewöhnungsbedürftig – aber wenn’s hilft…

Achja – es handelt sich übrigens um eine Multicolor-LED; deren Farbe sich aber ausschließlich über das Menü der jeweiligen App anpassen lässt (sofern die App das unterstützt). Ansonsten werden vorgegebene Farbgebungen verwendet, bspw. dauerhaft rotes Leuchten beim Ladevorgang und dauerhaft grünes Leuchten bei 100%iger Ladung. Alternativ lässt sich im Menü auch noch die Benachrichtigung via LED-Blitzleuchte aktivieren. Dies hat dann aber den Nachteil dass diese Benachrichtigung nur einmal erfolgt (nämlich kurz nach Eingang des Ereignisses) und das Gerät dann auch umgedreht werden müsste – also Display nach unten.

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Taschenlampe:

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Die Dual-LED Leuchte auf der Rückseite des Geräts lässt sich natürlich auch beim Xcover Pro wieder als Taschenlampe nutzen. Erfreulicherweise kann diese sogar auf eine der drei Shortcut-Tasten gelegt werden, sodass sich diese blitzschnell aktivieren bzw. deaktivieren lässt. Über das Dropdown-Menü lässt sich bei aktivierter LED zudem noch die Leuchtstärke einstellen: Ab Werk ist hier Stufe 3 von 5 aktiviert. Regelt der Nutzer manuell auf Stufe 5 erscheint ein Warnhinweis, dass es zu Verbrennungen am Finger kommen kann, wenn die LED nach längerer aktiver Zeit berührt wird. Und tatsächlich ist eine Wärmeentwicklung feststellbar, wenn man die LED mal längere Zeit aktiviert hatte. Etwas schade ist, dass sich das Gerät scheinbar die manuelle Auswahl der Leuchtstärke nicht merkt: Stelle ich Stufe 5 ein, deaktiviere und aktiviere die LED anschließend erneut, befindet sich die Leuchtstärke zwar bei der visuellen Anzeige noch auf Stufe 5, de facto leuchtet die LED aber nur auf Stufe 3. Das macht sich bemerkbar, sobald man den Regler auf Stufe 3 zurückstellt und keine Änderung der Leuchtstärke vernimmt. Manuelles Hochregeln auf Stufe 5 hingegen funktioniert dann im Anschluss wieder problemlos.

Interessant ist auch die Tatsache, dass das Glas der LED zwei unterschiedliche Bereiche aufweist: Einerseits eine leicht geriffelte Oberfläche welche in der Praxis dann für eine gewisse Streuung des Lichts sorgt und eine glatte Oberfläche, durch welche die LEDs direkt durchstrahlen und somit punktuell einen helleren Bereich schaffen. Finde ich persönlich sehr sehr gut und gelungen gelöst!



UKW-Radio:

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Verbaute Radios gehören in heutigen Smartphones leider noch immer nicht (bzw. schon wieder nicht mehr) zum Standard – leider! Für mich persönlich bietet das auch heute in Zeiten von Online-Radio, Streaming-Diensten und Podcasts immer noch eine gewisse Sicherheit, notfalls nicht ganz auf dem Trockenen zu sitzen. Das wir in Deutschland nicht unbedingt die beste Netzabdeckung haben, dürfte ja zwischenzeitlich jeder mitbekommen haben, auch wenn da sicherlich oftmals auch etwas viel „Drama“ erzeugt wird. Fakt ist jedoch, dass es überall in Deutschland Stellen gibt, an denen man in Sachen Internet nicht ganz so gut bedient ist. Dann hat man zumindest in Sachen Radio noch etwas Unterhaltung bei sich.

Das im Galaxy Xcover verbaute Radio nutzt ebenfalls wieder das notwendige Headset für eine Antennenverbindung, sodass die Wiedergabe zwangsweise an ein angekoppeltes Headset gebunden ist. Nach dem ersten Start des Radios werden automatisch die verfügbaren Sender gesucht und im Anschluss unterhalb des Wiedergabebildschirms aufgelistet. Aus dieser Liste kann der Nutzer mittels „Stern“-Markierung kinderleicht die eigenen Favoriten festlegen. Die Wiedergabe erfolgt dann wahlweise über das angekoppelte Headset, oder aber über den Lautsprecher an der Unterseite des Geräts. Über das Headset (getestet mit dem In-Ear Headset, welches dem Galaxy A8 2018 beiliegt – das Headset des Xcover Pro ist für mich nicht praxistauglich) wird die Musik erstaunlich kraftvoll und – bei Bedarf – auch mehr als ausreichend laut wiedergegeben; absolut kein Grund zur Kritik. Für die Wiedergabe über den Lautsprecher sieht das ganze minimal anders aus: Zwar wird audiotechnisch auch alles absolut klar und in guter Qualität wiedergegeben – die Lautstärke könnte hier aber definitiv höher sein. Die Problematik lässt sich aber bei vielen Geräten mit verbautem Radio feststellen, sodass man das sicherlich etwas relativieren muss. Für den Normalbetrieb des Radios in der Wohnung ist die Lautstärke ausreichend – und draußen macht man sich mit Musik über Lautsprecher meist sowieso keine Freunde. ;)

Dolby Atmos lässt sich im Übrigen auch im Radiomodus aktivieren, hat für mein Empfinden hier aber absolut keine Auswirkung. Im Einstellungsmenü des Radios lässt sich das Darstellen von Radiotexten (Senderinformationen) aktivieren bzw. deaktivieren, darüber hinaus kann hier der Standardspeicher für die Aufnahmefunktion des Geräts definiert werden. Wer sein Radio zum Einschlafen nutzt, wird sich darüber hinaus über einen Sleep-Timer freuen.


Fazit:

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Mit dem Galaxy Xcover Pro hat Samsung ein Outdoor-Smartphone geschaffen, auf das ich persönlich schon (zu) lange gewartet habe. Features wie beispielsweise eine IP68-Zertifizierung findet man zwar heute auch bei „normalen“ Smartphones, doch Samsung ist beispielsweise wieder dazu übergegangen, die Mittelklasse nicht mehr nach IP68 zu zertifizieren (bis dato war das Galaxy A8 2018 mein Daily-Driver). Bedeutet: Wer Resistenz gegen Wasser und Staub möchte, muss sich im Flaggschiffbereich umschauen und dafür deutlich mehr Geld in die Hand nehmen. Dazu kommt, dass diese Art von Smartphone für mich schlichtweg nicht die Anforderungen erfüllt, die ich persönlich in Sachen Robustheit und Widerstandsfähigkeit habe. Beruflich bin ich darauf angewiesen, ein solches Smartphone bei mir zu haben, demnach kann ich mich auch nicht einfach „bei anderen Müttern mit hübschen Töchtern“ umschauen – die Auswahl ist extrem begrenzt. Dazu kommt, dass man ja auch in Sachen Software einigermaßen up-to-date bleiben möchte und genau diese Schwerpunkte bedient Samsung mit dem Galaxy Xcover Pro: Aktuelle Technik gepaart mit der Sicherheit, gewisse Bauteile problemlos selbst tauschen zu können und dabei auch ein Gerät mit verhältnismäßig langer Software-Unterstützung zu haben. Mit dem Exynos 9611 kommt ein aktueller Mittelklasse-Prozessor zum Einsatz, der auch in vielen anderen Smartphones (und bald ggf. auch Tablets) Verwendung findet, 4 GB RAM sind noch auf der Höhe der Zeit gemessen am Anwendungsspektrum und die schon genannten Outdoor-Zertifizierungen gepaart mit der Sicherheit von vier Jahre lang Sicherheitsupdates machen für mich ein sehr attraktives Bundle. Und dabei versucht Samsung offenbar nicht nur im Bereich der Outdoor-Nutzer zu „wildern“, sondern mit gewissen Funktionen die man bei dieser Art von Smartphones bislang nicht hatte (Notification LED) wird auch ein Bein im Türrahmen der Business-Anwender platziert.

Sicherlich kann man über den ein oder anderen Fakt noch diskutieren, beispielsweise über den Sinn und Zweck der zweiten Weitwinkelkamera, der gewöhnungsbedürftig platzierten Benachrichtigungs-LED oder den verbauten Lautsprecher, der durchaus noch etwas voluminöser und kräftiger hätte ausfallen können. Schaut man sich aber die in konkurrenztretenden Smartphones aus dem eigenen Hause oder von anderen Herstellern an wird schnell klar: Etwas Vergleichbares zum Xcover Pro gibt es bislang nicht. Die UVP in Höhe von 509,- €uro mag mit Sicherheit (noch) für Viele eher abschreckend wirken, aber derzeit sind die Preise schon wieder am Fallen und wenn das Gerät dann mal in einer Preisregion von ca. 400,- €uro angekommen ist, ist das Gerät für die benannte Zielgruppe meiner Meinung nach ein absoluter No-Brainer.

Für mich persönlich kann ich sagen, dass die positiven Punkte überwiegen (siehe Auflistung unten) und das Gerät daher ab sofort mein Galaxy A8 2018 ersetzen wird. Bleibt zu hoffen, dass Samsung das Gerät nicht „nur“ mit Sicherheitsupdates versorgt, sondern auch das ein oder andere Funktionsupdate (neben der nächsten großen Android-Version) nachlegt und bestehende Bugs ausbessert.

Übrigens: Aktuell ist ein erstes Disassembly-Video auf Youtube aufgetaucht, wonach das Galaxy Xcover Pro quasi „kinderleicht“ zu reparieren ist: Nachdem die Rückseite und der Akku entfernt wurde, muss lediglich die Front mittels (Heißluft-) Föhn erwärmt werden, um im Anschluss mittels Plastik-Nubbel das Display vom restlichen Gehäuse heben zu können. Alle anderen Bauteile im Innern des Geräts sind gesteckt bzw. geschraubt. DAS ist für mich Kundenfreundlichkeit.



Vorteile:
  • Mit Android 10 und One UI 2.0 ist bereits ab Markstart des Smartphones die aktuellste Software vorinstalliert
  • Wechselakku ist selbst durch den Nutzer austauschbar
  • Zertifiziert nach IP68 und MIL-STD-810G
  • Garantiert vier Jahre lang Sicherheitsupdates ab globalem Marktstart (Januar 2020 bis Januar 2024)
  • Robustes Äußeres durch Gehäuse-Mix aus Kunststoff mit Gummierung sorgt für sicheres Handling und taffes Äußeres
  • Samsung stattet sein aktuelles Outdoor-Flaggschiff jetzt endlich auch mit einer Notification LED aus (siehe zusätzlicher Punkt unter „Neutral“)
  • Helles und ausreichend hoch auflösendes TFT-Display, auch bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos ablesbar
  • Sehr helle Dual-LED Leuchte (auch als Taschenlampe nutzbar)
  • Drei individuell konfigurierbare Shortcut-Tasten ermöglichen maximale Flexibilität für den Anwender
  • Die verbaute Hauptkamera mit 25 Megapixel Auflösung und Autofokus macht qualitativ gute Bilder, bietet einen „Pro-Modus“ im Kamera-Setup und auch der mitgelieferte Nachtmodus kann bei ausreichend Resthelligkeit gute Ergebnisse abliefern

Neutral:
  • Samsung spendiert dem Galaxy Xcover Pro zwar – endlich – eine Notification LED, diese ist aber an der Oberseite des Smartphones platziert und findet sich damit an einer eher unüblichen Stelle wieder. Die verhältnismäßig kleine LED leuchtet dennoch ausreichend stark und fällt auf – ein guter Kompromiss zwischen „Hey, ich will wissen was gerade so läuft“ und „jetzt blink doch nicht dauernd so aufdringlich!“. Die LED auf der Frontseite hätte mir dennoch besser gefallen – oder zumindest an der Unterseite des Geräts. Hat man das Xcover Pro nämlich auf dem Tisch liegen, muss man es mit der Oberseite zu sich drehen, damit man verpasste Ereignisse erkennt (Always-on-Display aufgrund der verwendeten Displaytechnologie nicht möglich)
  • Der verbaute Lautsprecher hätte für mich gerne noch etwas kraftvoller ausfallen können, bzw. ein Stereo-Lineup analog zum Galaxy Tab Active Pro wäre ganz schön gewesen
  • Das Xcover Pro ist das erste Outdoor-Smartphone, welches in Summe (Gesamtpaket) mit akzeptabler, zeitgemäßer Ausstattung daherkommt. Auf ein „richtiges“ Flaggschiff müssen Outdoor-Enthusiasten zwar immer noch warten, aber das Xcover Pro stellt mit einem guten Gleichgewicht aus Ausstattung und Preisgestaltung (Straßenpreis – nicht UVP!) ein gutes Smartphone als „Türöffner“ in diesen Bereich dar. Ehrlicherweise muss man auch zugeben: Noch mehr bzw. aktuellere / potentere Technik hätte sich deutlich im Preis ausgewirkt.


Nachteile:
  • Bislang kein bzw. wenig Zubehör erhältlich (auch wenn das Gerät Outdoor-Zertifiziert ist, würde ich es ganz gerne mit einem Case ausstatten…)
  • Die Hauptkamera ist im Hinblick auf die Qualität okay, aber die Weitwinkelkamera hätte man sich ggf. auch sparen und stattdessen nochmal ‚ne Schippe bei der Hauptkamera drauflegen können. Für Spielereien ist die 8 Megapixel Weitwinkelkamera in Ordnung – der praktische Nutzen hält sich für mich jedoch in Grenzen.



Bilder, mit dem Galaxy Xcover Pro geschossen:


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Videos, mit dem Galaxy Xcover Pro gedreht (Youtube-Links):



 

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Experte
Herzlichen Dank für diesen Bericht, der jedem, der sich für das Gerät interessiert, eindeutig hilft👍.

Wenn so mehr Geräte vorgestellt werden würden, hätten sich so manche Beratungen hier wohl erledigt😉.
 
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