[Testbericht] Wiko Highway Pure - dünnstes LTE-Smartphone (5,1mm) mit edler Haptik

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Testbericht Wiko Highway Pure:







Im vergangenen Mai war bereits das Ridge 4G bei mir zum Test. Das Gerät ist zwar nicht mehr ganz so neu, jedoch umso beeindruckender – nicht zuletzt aufgrund der guten Hardware, der überarbeiteten Software und der Natursteinrückseite. Aufgrund dieses positive Feedbacks konnte ich glücklicherweise direkt das nächste Testgerät ergattern: Das Wiko Highway Pure wurde Mitte Mai offiziell vorgestellt und ist seit kurzem (Anfang Juni) auch offiziell erhältlich. Das Gerät ist von den technischen Spezifikationen her wohl am ehesten in der Mittelklasse anzusiedeln. Mit einem HD-Display, einem “normalen” Prozessor und einer unauffälligen Kamera kann man heute eben nicht mehr zur Elite gehören. Doch Moment – hab’ ich “unauffällige Kamera” gesagt? Das ist nicht ganz korrekt: Zwar ist der BSI-Sensor mit seinen 8 Megapixel in der Tat nicht sonderlich bemerkenswert – die Tatsache, dass die Kamera aber absolut gar nicht aus dem Gehäuse herausragt dafür umso mehr! Gut – wenn das Gerät 12mm dick wäre, wäre das auch keine Besonderheit mehr; doch an dieser Stelle kommt der nächste Kracher des Highway Pure: Bei diesem Gerät handelt es sich nämlich im Moment um das dünnste LTE-Smartphone, welches offiziell in Deutschland vertrieben wird. Lediglich 5,1mm ist das Gerät dünn – da muss man schon fast Angst haben, das Teil beim Bedienen nicht zu verbiegen.


Ob das Highway Pure noch weitere überzeugende Argumente in Petto hat – das könnt ihr selbst mit Hilfe des nachfolgenden Testberichts beurteilen. Ganz am Ende findet ihr – wie üblich – Download-Links und Verweise zu entsprechenden Video- und Bilder-Galerien.


Viel Spaß beim Lesen!










Hauptfunktionen des Wiko Highway Pure:







  • - 4,8“ AMOLED HD-Display (1280x720 Pixel, 306 ppi)
  • - Corning Gorilla Glass 3
  • - Android 4.4.4 KitKat mit überarbeiteter Wiko UI
  • - Qualcomm Snapdragon 410 Quad-Core Prozessor mit 1,2 GHz Taktung
  • - 16 GB interner Speicher, nicht erweiterbar
  • - 2 GB Arbeitsspeicher (RAM)
  • - 8 Megapixel Hauptkamera mit Autofokus, HDR-modus und LED-Leuchte
  • - Full HD-Videoaufnahmen (1920x1080 Pixel)
  • - 5 Megapixel Frontkamera
  • - LTE 4 Technologie
  • - Abmessungen: 141,9 x 68,1 x 5,1 mm bei einem Gewicht von 98 Gramm (inkl. Akku)
  • - Li-Poly Akku mit 2000 mAh (nicht wechselbar)
  • - WLAN 802.11 b/g/n
  • - Bluetooth 4.0
  • - USB 2.0, USB-OTG
  • - 3,5 mm Klinkenbuchse
  • - Stereo FM-Radio
  • - A-GPS
  • - MP3 Player





Lieferumfang:







Wiko dürfte zwischenzeitlich bei den meisten Nutzern dafür bekannt sein, dass prinzipiell eigentlich immer etwas mehr im Karton des neuen Smartphones liegt, als man vielleicht unbedingt bräuchte. Früher beschränkte sich die Äußerung eigentlich nur auf die mitgelieferten Adapter für die SIM- und/oder Speicherkarten (die hier natürlich auch wieder am Start sind). Doch Wiko hat sich beim Highway Pure noch etwas mehr einfallen lassen: Neben den bekannten Inhalten die heute eigentlich zum Standard gehören sollten (Headset bspw.) liegt dem Pure nämlich auch ein Cover bei. Ja – ihr habt richtig gelesen: Wiko lässt sich nicht lumpen und legt dem Gerät ein Clip-Cover bei, welches das Gerät sowohl rückseitig als auch seitlich recht gut schützt. Die seitlichen Tasten bleiben dabei einwandfrei zu bedienen. Gut – ich muss ehrlicherweise gestehen, dass das Cover jetzt vielleicht nicht unbedingt zu den hochwertigsten Zubehörteilen zählen dürfte. Das liegt zum einen an der Optik (schwarzer Kunststoff mit Musterung, was wohl als Leder-Imitat durchgehen soll) und zum anderen an der Stärke des Materials des Covers. Das lässt sich nämlich in demontiertem Zustand recht leicht biegen; was hoffentlich kein negativer Ausblick in Sachen Haltbarkeit prognostizieren soll.

Ein Vorteil hat die dünne des Covers allerdings (der auch nicht von der Hand zu weisen ist): Durch das Cover wird das Highway Pure nur unwesentlich dicker, wodurch der wohl größte Vorteil des Geräts quasi unangetastet bestehen bleibt.



Kommen wir zum kompletten Lieferumfang des Wiko Highway Pure:


  • - 1 x Smartphone „Wiko Highway Pure“ inkl. fest verbautem Li-Poly Akku mit 2.000 mAh
  • - 1 x Lade-Adapter für die Steckdose
  • - 1 x USB-Kabel (dient zugleich als Ladekabel)
  • - 1 x kabelgebundenes Stereo-Headset (extra im kleinen, edlen Schächtelchen verpackt – macht optisch schon mal einen hervorragenden Eindruck!)
  • - versteck unten im Karton: Schutzcover / -hülle aus Kunststoff für das Pure
  • - diverse Bedienungsanleitungen, Garantiekarten, etc.
  • - Werkzeug um den SIM-Schacht zu öffnen
  • - Diverse Adapter für SIM- und Speicherkarten (letzteres beim Pure nicht nötig – Speicher nicht erweiterbar!)




Als Kurzfazit in Sachen Lieferumfang lässt sich sagen, dass Wiko sich wirklich alle Mühe gibt, den Nutzer zufrieden zu stellen. Das Pure ist zwar preislich nicht ganz günstig positioniert (zumindest, wenn man die gesamte technische Ausstattung mit dem Markt vergleicht), allerdings scheint man diesen Aspekt neben dem Design, dem Formfaktor und dem Prestige (aktuell dünnstes LTE-Smartphone in Deutschland) noch mit etwas zusätzlichem Zubehör ausgleichen zu wollen. Mal schauen, ob diese Strategie aufgeht…









Gehäuse, Verarbeitung und Wertigkeit:







Das Wiko Highway Pure ist – wie oben bereits erwähnt – mit 5,1mm aktuell das dünnste LTE-Smartphone in Deutschland. Je dünner ein Gerät wird, desto schwieriger ist es für die Hersteller da natürlich auch, die entsprechenden Funktionen / Features unter zu bringen.

Die Front der Pure wird –wenig überraschend – vom HD-Touchscreen dominiert. Oberhalb des Touchscreens befindet sich dagegen nicht nur der Lautsprecher für Telefonate, sondern auch ein kleiner Bereich welcher neben den üblichen Verdächtigen im Bereich der Sensoren (Helligkeit, Näherungssensor) auch die Benachrichtigungs-LED beinhaltet. Diese ist wieder recht klein ausgefallen – dafür kann man sie in deaktiviertem Zustand auch so gut wie nicht erkennen. Unterhalb des Displays hat Wiko komplett auf Bedienelemente oder Funktionen verzichtet; denn das Pure verfügt über im unteren Teil des Displays dargestellte visuelle Tasten – damit entfallen Sensortasten ersatzlos.


Auch die Oberseite des Pure ist fast gänzlich frei von jeglichen Elementen, einzig die Kunststoff-Unterbrechungen im Gehäuse fallen auf – die kennen wir aber bereits von anderen Herstellern und Modellen (iPhone, Samsung Galaxy S6). Bei genauem Hinsehen bemerkt der aufmerksame Nutzer dann noch eine kleine Öffnung, welche das zweite Mikrofon beherbergt. Dies wird unter anderem bei Videoaufnahmen aktiviert.


An der Unterseite hingegen wird’s schon wieder etwas spannender: Neben der Micro USB 2.0 Buchse sitzt hier nämlich noch das Mikrofon zum Führen von Telefonaten sowie der 3,5 mm Klinkenanschluss. An diesem wird dem Nutzer dann ganz schnell auch nochmal die geringe Dicke des Pure deutlich; 3,5 mm Buchse im Verhältnis zu 5,1 mm Gesamtstärke wirken schon fast „wuchtig“.


Seitlich gibt es hingegen keine wirklichen Auffälligkeiten zu vermelden, denn dort sind nur die beiden Lautstärke-Tasten (links) sowie der Power-Button (rechts) angebracht.







Interessant wird’s dann allerdings wieder, wenn wir das Gerät einmal drehen und uns die Rückseite betrachten: Ganz oben fällt direkt die Kamera auf – aber nicht negativ, im Gegenteil: Wiko hat es geschafft, den 8 Megapixel BSI-Sensor samt Linse & Co. ohne Überstand in das dünne Gehäuse zu integrieren. Das sieht nicht nur edel aus (zumal die Kamera auch noch optisch etwas durch einen äußeren Ring hervorgehoben wird), sondern sorgt auch für ein richtig gutes Handling. Direkt neben der Cam befindet sich eine kleine LED-Leuchte, die bei schlechten Lichtverhältnissen Abhilfe schaffen soll. Ganz unten auf der Rückseite hat Wiko den zweiten Lautsprecher platziert, der neben der Wiedergabe von Medien auch für den Freisprechmodus Verwendung findet. Dieser besitzt leider wieder keine separate Erhöhung, was wohl noch Auswirkungen in Sachen Klang und Lautstärke haben wird – doch dazu später mehr. Die Vermutung meinerseits ist, dass Wiko den Fokus hier ganz klar auf den Formfaktor gelegt hat – und eine Erhöhung (= Abstandshalter für den Lautsprecher) hätte diesen eben negativ beeinflusst.


Kommen wir zur Verarbeitung und der Wertigkeit des Pure: Wie bereits erwähnt, würde man das Gerät wohl aufgrund der technischen Ausstattung eher in das Einsteiger- bzw. Midrange-Segment einordnen. Dennoch lässt sich Wiko hierbei in Sachen Wertigkeit nichts nachsagen: Das Pure verfügt zum Glück / leider (sucht euch die passende Fomulierung raus ;) ) über ein Unibody-Gehäuse. Merkmale dieser Bauweise sind in der Regel, dass sich eine gute Verarbeitung und eine höherwertige Anmutung prinzipiell leichter realisieren lassen, als das bei Gehäusen mit abnehmbaren Teilen der Fall ist. Zudem ist bei solchen Gehäusen das Austauschen des Akkus durch den Nutzer meist nicht möglich. Ausnahmen bestätigen hierbei die Regel, immerhin hat bspw. Samsung das früher bei der Wave-Serie und dem Pilot-Modell auch schon mit wechselbarem Akku und erstklassiger Verarbeitung (Metall- / Kunststoffgehäuse) hinbekommen. Nun ja – das Pure hat wie gesagt ein Unibody-Gehäuse; der Akku lässt sich deshalb nicht tauschen, einen Speicherkartenslot gibt es nicht und die Nano-SIM wird über das seitliche Schubfach eingeführt. Sehr gut gefällt mir (trotz den erwähnten Schwächen) allerdings die Anmutung des Geräts als Ganzes: Die Front wird – selbstverständlich – von Gorilla Glass geschützt und auch die Rückseite verfügt über eine Oberfläche aus Glas. Dies macht das Gerät sehr edel, allerdings ist es damit unter Umständen auch anfälliger für Kratzer.


Genau dieser Gedankengang dürfte auch der Grund für Wiko gewesen sein, dem Gerät das Schutzcover bei zu legen.






Touchscreen & Bedienelemente:







Der Touchscreen dürfte wohl wieder für einige Nutzer neben dem nicht erweiterbaren Speicher das Argument sein, das Highway Pure erstmal eher auf das Abstellgleis zu befördern. In Zeiten, in denen Smartphone-Displays in einem Größenbereich von 5-6“ bereits mit Auflösungen jenseits von Full HD punkten wollen, wirkt ein 4,8“ Display mit HD-Auflösung im Falle des Highway Pure etwas wackelig auf den Beinen. Gut – über den Sinn einer extrem hohen Auflösung auf einem vergleichsweise kleinen Display brauchen wir jetzt nicht diskutieren; deshalb bleibe ich dabei, an dieser Stelle nur konkret auf das Highway Pure ein zu gehen. Vergleichsbilder (u. a. dann auch in Sachen Display) gibt’s wie immer auf der Facebook-Präsenz zu sehen.

Das Display des Highway Pure überzeugt vor allem in Sachen Helligkeit, Die Regulierung über den Helligkeitssensor klappt sehr zuverlässig und schnell, allerdings könnte die Helligkeit bei wenig Umgebungslicht für mein Empfinden gerne noch weiter nach unten geregelt werden. Bei direkter Sonneneinstrahlung hingegen kann man quasi nie zu viel Helligkeit haben. Das Pure liefert auch dann eine solide Leistung, allerdings ist das extrem vom Blickwinkel auf das Display (und ggf. auch vom Einfallwinkel der Sonne) abhängig. Schaut man als Nutzer frontal auf das Display, wird man in der Regel kein Problem mit der Lesbarkeit haben. Doch sobald man diese Blickrichtung eben verlässt (und das Gerät bspw. auf einen Tisch legt oder ähnliches) wird’s dann schon schwierig. Was die Darstellung angeht; gibt es hingegen absolut keinen Grund zur Klage: Trotz HD-Auflösung wirken alle Symbole, Bilder und Aktionen weder verpixelt, noch störend „unscharf“ oder dergleichen.

Weiter geht’s mit den Bedienelementen, von denen das Pure lediglich drei besitzt: Links am Gehäuse befinden sich nämlich die beiden Lautstärke-Tasten, welche nicht als einzelne „Wippe“ realisiert sind – es handelt sich wirklich um zwei voneinander getrennte Tasten. Der Power-Button auf der rechten Gehäuseseite ist im Übrigen genauso groß wie die Tasten zur Regulierung der Lautstärke. Allesamt besitzen sie keine strukturierte Oberfläche, die dem Nutzer bspw. beim „Erspüren“ behilflich sein könnte. Wirklich nötig ist das allerdings in diesem Fall auch nicht. Hat man die Anordnung einmal verinnerlicht, findet man die Tasten wie von selbst.


Übrigens: Auch mit angelegter Schutzhülle kommt man ohne Probleme an die Tasten; hier hat Wiko genügend „Freiheiten“ gelassen, um die Bedienung trotz Hülle nicht negativ zu beeinflussen. Leider geht das etwas zu Lasten der Stabilität der Schutzhülle; was nicht zuletzt natürlich auch mit der extremen Dünne des Smartphones zusammenhängt. Im Übrigen bemerkt man das natürlich nur, wenn die Hülle nicht am Smartphone angebracht ist – und dann ist das sowieso nebensächlich.










Menü:







Das Menü ist beim Highway Pure recht schnell behandelt – es gibt nämlich keins. Zumindest keines im herkömmlichen Sinne. Wiko geht nämlich „neuerdings“ (ganz so neu ist das nicht, dennoch dürfte das vllt. recht vielen Nutzern noch nicht bekannt sein) den Weg ohne separaten App-Drawer. Das bedeutet im Endeffekt, dass man als Nutzer lediglich den Homescreen (bzw. die Homescreens) hat, auf welchen sich direkt die Menü-Icons befinden. Ein separates Menü in welchem diese angeordnet werden können existiert nicht. Dennoch hat man als Anwender im Prinzip dieselben Möglichkeiten, die man auch mit einem eigenen Menü hätte: Man kann genauso Ordner anlegen, Icons verschieben, Widgets platzieren – und so weiter. Insgesamt lassen sich 12 verschiedene Homescreens anlegen; auf jedem Screen haben generell 16 Icons Platz, wobei die untere Reihe immer gleich besetzt bleibt. Dort befinden sich nochmal vier Icons, die aber statisch an ihrem Platz bleiben und damit beim Wechsel zwischen den Screens ihre Position nicht verändern. Das bietet sich natürlich für all diejenigen Anwendungen an, die man recht schnell aus jeder erdenklichen Lage starten möchte: WhatsApp, Telefon-Funktion, Wecker, etc. pp.

Die „Idee“ dieses neuen Weges ging Wiko in Kombination mit einer generellen Überarbeitung der eigenen Android-Oberfläche. Neben den neuen Strukturen hat das vor allem auch neu gestaltete Menü-Icons zur Folge (hatte ich im Testbericht zum Ridge 4G ja bereits angebracht). Mir persönlich gefallen die Icons sehr gut, wenngleich sie vielleicht für manch eine Situation etwas zu knallig wirken. Eventuell könnte man bei Wiko mal darüber nachdenken, ab Werk verschiedene Standard-Skins für den Nutzer anzubieten. Somit kann sich jeder Nutzer das individuelle Farbschema auswählen und Wiko könnte damit in gleichem Atemzug eine breitere Käuferschicht ansprechen. Der Aufwand der Gestaltung und Implementierung dürfte sich – in Anbetracht des potenziellen Nutzens – in Grenzen halten.

Dring man tiefer in das Menü ein (welches im Übrigen sehr klar beschriftet ist und somit recht wenig bzw. gar keine Verwirrung stiftet) bemerkt man recht schnell, dass das Highway Pure auf allerlei Eingaben sehr schnell und flüssig reagiert. Das zeugt von einer sauberen Optimierung der Oberfläche, wenngleich auch beim Pure wieder Apps vorinstalliert sind, die eigentlich niemand wirklich benötigt; Stichwort: Clean Master. Das Pure bietet ab Werk einen brauchbaren Task Manager welcher ausreicht, um das System zu verwalten. Hier könnte man eventuell noch einen „Kill all“-Button hinterlegen, denn bis dato muss jede aktive Anwendung für sich separat „zur Seite gewischt“ und damit beendet werden.


Was leider noch nicht so ganz funktioniert hat, ist die Aktualität des Betriebssystems. Die Wiko-Oberfläche basiert nämlich noch auf Android 4.4.4 KitKat. Gut – das dürfte schlichtweg daran liegen, dass die UI zu dieser Zeit wohl geplant/entwickelt/designt wurde. Dennoch würde man sich bei Wiko einen sehr großen Gefallen tun, wenn man das System halbwegs aktuell hält. Dazu gehören neben Updates (die übrigens regelmäßig kommen – nur ändert sich dabei meist nie die Android-Version) auch die Ankündigung solcher Updates für die Zukunft. Wenn man das noch hinbekommen könnte, wäre man auf voller Breite aufgestellt und auch größeren Marktbegleitern gerüstet.







Kamera:







Das Highway Pure wird von Wiko mit einer 8 Megapixel Hauptkamera und einer 5 Megapixel Frontkamera ausgestattet. Beide Kameras besitzen BSI-Sensoren und sollen dadurch eine verbesserte Bildqualität ermöglichen. Die Hauptkamera auf der Rückseite des Pure wird zudem von einem Autofokus und einer LED-Leuchte unterstützt. Eine Besonderheit die man – gerade bei der extremen Dünne von lediglich 5,1 mm – erwähnen darf: Wiko hat es geschafft, die Kamera absolut eben in die Bauform des Highway Pure zu integrieren, sodass sich auf der Rückseite keine störende Erhebung durch den Sensor findet. Sowohl die Cam als auch die LED werden dabei von einem dünnen, silberfarbenen Ring geziert – das sieht noch dazu richtig schick aus!

Die ersten Kritiker werden jetzt vermutlich ankommen und sagen: „Pah – nur 8 Megapixel…reicht mir nicht!“ Wer sich etwas mit Fotografie, Kameras und auch Smartphones auskennt weiß, dass an dieser Aussage mal absolut gar nichts stimmt. Die Anzahl der Megapixel sagt nämlich lediglich etwas über die Pixelzahl des Bildes aus. Für die Qualität ist hingegen der Sensor der Kamera und eine Vielzahl weiterer Faktoren verantwortlich. Von der Anzahl der Megapixel also direkt auf die Qualitäten der Kamera zu schließen ist nicht korrekt.

Das haben auch die Hersteller zwischenzeitlich erkannt, sodass der Fokus des Marketing heute eher in Richtung „Zusatz-Features“ geht, als einfach nur die Anzahl der Megapixel zu präsentieren. Neben dem BSI-Sensor ist das beim Pure vor allem die Ausgeglichenheit mit dem sonstigen „Paket“ des Smartphones.


Bevor wir auf die Leistungsfähigkeit der Kamera (= Qualität der Bilder/Videos) zu sprechen kommen, möchte ich zunächst die detaillierten Funktionen der Kamera-Software erläutern:



Die Einstellungsmöglichkeiten der Kamera im Detail:



  • - Wechsel zwischen Front- und Hauptkamera
  • - Blitz: Aus, Automatisch, Ein
  • - Modus: Normal, HDR, Gesichtserkennung
  • - Wechsel zwischen Foto- und Videomodus
  • - Auslöser
  • - Galerie-Shortcut
  • - Serienaufnahme: Ein / Aus
  • - Farbeffekte: Keiner, Mono, Sepia, Negativ, Solarisation, Posterisieren, Aqua, Skizze, Neon
  • - Selbstauslöser: Aus, 2 Sekunden, 5 Sekunden, 10 Sekunden
  • - Szenenmodus: Automatisch, Bewegung, Nachtaufnahme, Sonnenuntergang, Landschaft, Nachtporträt, Theater, Strand, Schnee, Stabile Aufnahme, Feuerwerk, Sport, Kerzenlicht, Gegenlicht, Blumen
  • - Bildgröße: 8 Megapixel, 5 Megapixel, 3 Megapixel, 2 Megapixel
  • - Weißabgleich: Automatisch, Glühlampenlicht, Neonlicht, Tageslicht, Bewölkt
  • - Zero Shutter Lag: Ein / Aus (Empfehlung meinerseits: Einschalten! Die Auslöseverzögerung wird extrem minimiert, negative Einflüsse scheint die Option keine zu haben)
  • - Speicherort: Telefon (ja klar – wo sonst? Speicherkarte gibt’s ja keine… ggf. kann man mit an den USB-Port angeschlossenem Stick via USB OTG speichern…)
  • - Anti Flimmern: Aus, 50 Hz, 60 Hz
  • - Sättigung: Level 0 bis Level 10
  • - ISO: Auto, Auto HJR, 100, 200, 400, 800, 1600
  • - Auslöserton: Ein, Aus
  • - Belichtung: Stufe -2 bis +2
  • - Kontrast: Level 0 bis Level 10
  • - Rote-Augen-Reduktion: Ein, Aus
  • - Ort speichern (-> GPS-tag)
  • - Videoqualität: HD 1080p, HD 720p, SD 480p, WVGA
  • - Videodauer: 30 Sekunden, 10 Minuten, 30 Minuten, unbegrenzt
  • - Zeitraffer: Aus, 1 Sekunde, 5 Sekunden, 10 Sekunden
  • - Farbeffekte Videomodus: Keiner, Mono, Sepia, Negativ, Solarisation, Posterisieren, Aqua, Skizze, Neon
  • - Weißabgleich: Automatisch, Glühlampenlicht, Neonlicht, Tageslicht, Bewölkt




Man sieht vielleicht bereits anhand der Anzahl der Einstellungsmöglichkeiten, dass die Kamera bei Wiko kein Nischendasein führt, sondern durchaus Wert auf diese Funktion gelegt wird. Das klappt auch recht gut, denn neben dem designtechnischen Aspekt (bereits angesprochen) liefert die Cam auch in der Praxis gute Ergebnisse aufs Papier bzw. das Display. „Normale“ Bilder gelingen zwar meist mit dem Pure, ich empfehle jedoch generell immer (wenn’s nicht zwingend schnell gehen muss), die HDR-Funktion zu aktivieren. Wie bei den meisten Geräten werden dabei nämlich direkt zwei Bilder abgespeichert – ein „normales“ und eins im HDR-Modus. Speziell in Situationen für die der HDR-Modus eigentlich gedacht ist (Bilder sowohl mit sonnigen als auch schattigen Elementen) leistet dieser nämlich durchaus gute Arbeit. Zahlreiche Beispiele sind am Ende des Testberichts bzw. auf www.facebook.com/handyinsider zu sehen.

Die LED kann ihre Stärke speziell auf kürzerer Distanz sowie in geschlossenen Räumen ausspielen. Für größere Entfernungen ist die Leuchtstärke nicht ausreichend. Ebenfalls fällt die Tatsache negativ auf, dass das Pure softwaremäßig anscheinend noch nicht korrekt auf die Beleuchtungszeit der LED abgestimmt scheint. Wie man in den Testbildern recht gut sehen kann, sind diese nämlich größtenteils überbelichtet. Hier muss Wiko also nochmal deutlich nachbessern.


Weg von den Fotos und hin zu den Videos, denn auch hier hat das Highway Pure kein Grund um sich zu verstecken: Videos werden maximal in Full HD Auflösung mit 30 Frames pro Sekunde aufgenommen, was heute auch noch absolut ausreichend ist. Mir ist kein Smartphone-Besitzer bekannt, der heute bereits dauerhaft mit höherer Auflösung filmt, denn die Wiedergabemöglichkeiten speziell im mobilen Bereich sowie der Speicherplatz ist nun mal doch begrenzt. Die Qualität der Videos des Pure geht absolut in Ordnung. Klasse ist wieder die Tatsache, dass die Audiospur bei den Videos in Stereo mit 48000 Hz aufgenommen wird. Ich war es früher schon immer Leid eine gute Bildqualität bei Videos zu haben, jedoch den Ton vor Scham stumm schalten zu müssen. In diese Verlegenheit wird man beim Highway Pure bestimmt nicht kommen müssen. Einzig die etwas zu leise Aufnahme der Audiospur fiel mir etwas negativ auf – doch auch in diesem Fall dürfte sich mit Hilfe von Anpassungen an der Software noch nachbessern lassen, zumal die Qualität der Aufnahmen hier nicht wirklich darunter leiden dürfte – ganz im Gegenteil.









Akku, Sprachqualität & Empfang:







Wiko spendiert dem Highway Pure einen fest verbauten Li-Poly Akku mit einer Kapazität von 2000 mAh. Betrachtet man diese Kapazität im direkten Vergleich zu anderen Smartphones kann das – je nach betrachtetem Modell – vielleicht etwas den Anschein erwecken, als wäre der Akku recht „minimalistisch“ bemessen. Rein vom Datenblatt her mag das auch sein, in der Praxis hingegen überzeugt der Akku durch eine verhältnismäßig lange Laufzeit. Die hat sich während meiner Testphase bei zwei vollen (Arbeits-)Tagen eingependelt. Neben ständigem Mail-Empfang, LTE-Funkverbindung sind darin auch Chatten und Surfen bereits enthalten bzw. berücksichtigt. Das Gerät selbst (bzw. der Akku) erwärmt sich auch während intensiven Nutzungsphasen (Streaming, Gaming, …) nicht übertrieben – eine minimale Erwärmung ist aber fest zu stellen und auch völlig normal und unbedenklich. Etwas negativ anmerken muss man, dass das Highway Pure über keine Schnellladefunktion für den Akku verfügt. Das ist zwar heute nur in der Oberklasse der Smartphones quasi „Standard“, dennoch wäre das nochmal ein Punkt, der Wiko wohl noch schneller zur Akzeptanz auch bei Nutzern der „Big Player“ (Samsung & Co.) verhelfen könnte.


Zur Ergänzung noch die von Wiko publizierten Akku-Laufzeiten:


  • - Standby-Zeit: Bis zu 160 Stunden
  • - Gesprächszeit (3G-Netz): Bis zu 13 Stunden
  • - Gesprächszeit (2G-Netz): Bis zu 20 Stunden



Auch hier gilt wieder der übliche Hinweis, dass man bei normaler Nutzung im Alltag auch nie ansatzweise an die obigen Werte herankommt. Das hängt schon alleine mit den individuellen Konfigurationen der jeweiligen Smartphones zusammen, genau wie auch die Netzabdeckung eine entscheidende Rolle spielt.


Wenn wir schon beim Thema Netzabdeckung sind: Während des Testzeitraums war das Highway Pure sowohl im E-Plus Netz (nur LTE) als auch im O² Netz (nur H+) aktiv. In beiden Fällen pendelte der Empfang des Pure stets in der oberen Hälfte des visuellen Empfangsbalkens. Zu Beeinträchtigungen oder Störungen kam es dabei nicht – weder aufgrund von „Abschirmungen“ durch entsprechendes Halten des Smartphones, noch durch anderweitige Gründe. Ähnlich sieht das im Bereich der Gesprächsqualität aus. Der Gesprächspartner wird bei Telefonaten recht naturgetreu übermittelt, die Lautstärke ist hier ebenfalls absolut ausreichend und dürfte auch bei etwas lauterer Umgebung noch genügen. Beim Freisprechmodus wird der rückseitige Lautsprecher aktiviert, der die Telefonate auch deutlich lauter wiedergeben kann. Das klappt allerdings nur so lange, wie das Gerät nicht eben (also mit der Rückseite nach unten und dem Display nach oben) abgelegt wird. Denn in diesem Fall wird wieder ein Großteil der Lautstärke „verschluckt“. Abhilfe: Gerät einfach mit dem Display nach unten legen – klappt wunderbar und das Display wird bei montiertem Cover sogar noch geschützt (die Ränder stehen nach oben etwas ab).


Aufgefallen ist mir im Test ein leichtes Grundrauschen beim Führen von Telefonaten. Das war jetzt zwar nicht weiter störend oder gar nervig, unerwähnt wollte ich das aber dennoch nicht lassen. Die Ursache dafür könnte natürlich auch individuell veranlagt sein, sodass das „Problem“ nur in bestimmten Situationen auftritt. Aber: Das fällt nur auf, wenn während des Telefonats tatsächlich keiner der beiden Gesprächspartner spricht (was eher seltener vorkommen dürfte).





Media- & Musikplayer:







Der Videoplayer des Wiko Highway Pure ist immer noch keine Eigenentwicklung von Wiko, sondern um den Standard-Videoplayer von Google; was aber nicht unbedingt mit negative Folgen behaftet sein muss. Beim Pure wandelt sich das sogar – ähnlich der Entwicklung mit dem Ridge 4G – in ein sehr positives Endergebnis. Nach dem Start des Players gelangt man direkt in die Übersicht der auf dem Gerät gespeicherten Videos. Diese werden neben den Titelbeschreibungen auch mit Hilfe von kleinen Vorschaubildern visualisiert. Die Wiedergabe des Videos startet unverzüglich und ohne nennenswerte Ladezeit entweder im Hoch- oder im Querformat. Mit Hilfe einer kurzen Berührung des Bildschirms werden dann auch die Bedienelemente des Players sowie die weiterführenden Einstellungsmöglichkeiten sichtbar:

Im unteren Bereich des Wiedergabebildschirms befindet sich neben der Timeline auch der Button zur Konfiguration des Seitenverhältnisses. Zudem kann das aktuelle Video hier pausiert bzw. vor- oder zurückgespult werden. Ganz oben in der Kopfzeile wird der Titel des aktuellen Videos dargestellt; direkt daneben befindet sich der „Teilen“-Button. So kann der Nutzer das Video recht schnell und mit verhältnismäßig wenigen Klicks weiterleiten – entweder per WhatsApp, in die Dropbox oder oder oder… Die drei Punkte oben rechts in der Kopfzeile führen zum Equalizer, welcher beim Highway Pure (genau wie beim Ridge 4G) über die „Snapdragon Audio+“-Technologie umgesetzt wird. Das Teil hat mir beim Ridge bereits absoluten Spaß und vor allem auch Hörgenuss gebracht. Im Prinzip kann man – zumindest beim Videoplayer – zwar „nur“ die Basswiedergabe sowie den 3D-Effekt beeinflussen; das gelingt aber dermaßen gut, dass mir die Funktionen auch absolut ausreichen. Dies dürfte vor allem auch daran liegen, dass die Audiofähigkeiten des Pure ebenfalls wieder auf einem extrem hohen Niveau angesiedelt sind. Verantwortlich dafür dürfte auch in diesem Fall unter anderem wieder das mitgelieferte Headset sein. Das Teil sieht bereits in der separaten Verpackung sehr hochwertig aus, der Eindruck bestätigt sich später während der Nutzung noch weiter. Die Wiedergabe über das Headset erfolgt sehr kraftvoll mit schönem Klang und richtig schön ausgewogenem „Volumen“ im Klangbild. Über die oben angesprochenen Regelungsmöglichkeiten der „Audio+“-Funktion lässt sich das Klangbild noch etwas feiner justieren.

Die Nutzung der „Audio+“-Funktion ist – sowohl beim Video- als auch beim Audioplayer nur mit angeschlossenem Headset möglich. Das muss zwar nicht unbedingt das originale Headset sein, dennoch etwas schade, dass im Wiedergabemodus über den rückseitigen Lautsprecher das Klangbild nicht beeinflusst werden kann. Hinweis: Der „normale“ Equalizer ist beim Audioplayer verfügbar – dazu später mehr.







Beim Musikplayer scheint Wiko hingegen selbst deutlich Hand angelegt zu haben. Der unterscheidet sich optisch und funktionell nämlich recht deutlich vom Standard-Google Player, was auch hier wieder sehr positiv gewertet werden kann. Nach dem Start auf das Menü-Icon gelangt der Nutzer genau wie beim Videoplayer zunächst in einen Übersichts-Bildschirm, hier die Musikbibliothek. Geordnet werden können die Songs hier nach Interpreten, Alben, Titel oder auch Playlisten.

Nachdem der entsprechende Titel gewählt ist, beginnt die Wiedergabe in einem neuen Fenster. Auch hier kann der Nutzer eine ähnliche Aufteilung der Funktionen erwarten, wie wir das bereits beim Videoplayer gesehen haben: Im unteren Bereich befinden sich die Steuerungselemente des Players, die Timeline und das Optionsmenü. In diesem lassen sich folgende Einstellungen vornehmen:


  • - Zurück zur Musikbibliothek
  • - Zur Playlist hinzufügen
  • - Als Klingelton verwenden
  • - Löschen
  • - Toneffekte
  • - Beenden


Oberhalb der Steuerungselemente wird eine ganze Reihe an Album-Cover angezeigt. Mittig jeweils das Cover, welches zum aktuell spielenden Song passt. Auch über diese „Auflistung“ der Cover kann der Nutzer zwischen den unterschiedlichen Songs hin- und herwechseln. Wirklich zu empfehlen ist das aber meiner Meinung nach nicht, denn: Wer kennt seine Songs tatsächlich so gut um diese anhand eines klein dargestellten Album-Covers erkennen zu können (zumal Songs des gleichen Albums natürlich auch dasselbe Cover haben)? Die Funktion ist also ein „nice-to-have“ – mehr aber auch nicht. Oberhalb der Grafiken lassen sich mit Hilfe zweier Buttons der Wiederholungs- und der Shuffle-Modus aktivieren bzw. deaktivieren. Zudem befindet sich hier noch die Anzeige des Interpreten und des Songtitels.



Kommen wir zum Klangbild und damit zunächst zum Equalizer des Pure: Der Equalizer des Pure ist im Grunde genommen in zwei Ebenen aufgeteilt: Einmal die voreingestellten Profile samt selbst konfigurierbaren Profil, sowie die „Audio+“-Funktion die seitens der Prozessortechnologie gegeben ist. Auch hier lassen sich (lediglich im Headset-Modus) die Basswiedergabe und der Surround-Sound beeinflussen. Der normale Equalizer hingegen kann auch ohne Headset genutzt werden und verfügt ab Werk über folgende Profile:


  • - Normal
  • - Classical
  • - Dance
  • - Flat
  • - Folk
  • - Heavy Metal
  • - HipHop
  • - Jazz
  • - Pop
  • - Rock
  • - FX-Verstärker
  • - Benutzerdefiniert



Prinzipiell lässt sich feststellen, dass die Profile allesamt recht gut definiert sind und man als Nutzer mit Hilfe der benutzerdefinierten Funktion und ggf. der „Audio+“-Technologie dennoch genug individuellen Spielraum hat.







Damit wären wir dann auch schon beim Klang: Das Headset hinterlässt im Grunde genommen den gleichen Eindruck, den man bereits beim Videoplayer bekommen konnte: Es ist definitiv von sehr hochwertiger Verarbeitung und Qualität, was sich nicht nur optisch sondern auch technisch bei der Wiedergabe bemerkbar macht. Die Vorgaben des Equalizers passen sich mit dem jeweiligen Klangbild hervorragend an das Headset an und auch bei zusätzlichen Spielereien an der Bass- und Surround-Einstellung des „Audio+“-Modus gelangt man hier nicht an qualitative Grenzen. Die Lautstärke ist hierbei bereits auf der Hälfte des maximal möglichen Levels mehr als ausreichend, sodass man bei Bedarf auch noch genug Erweiterungsmöglichkeiten „nach oben“ hat.

Bei der Wiedergabe über den rückseitigen Lautsprecher ergibt sich grundsätzlich ein ähnliches Bild: Absolut positiv überrascht hat mich die Tatsache, dass trotz der sehr geringen Dicke des Highway Pure ein solch kraftvoller Lautsprecher verbaut ist. Im Vergleich zum One M9 von HTC besteht hier natürlich immer noch ein Unterschied, dennoch: Gemessen an den physikalischen Grenzen, die dem Pure unweigerlich gegeben sind, ist das eine beachtliche Leistung: Songs werden kraftvoll und sehr laut wiedergegeben, was auch hier wieder nur gilt, solange das Gerät nicht mit der Rückseite irgendwo aufliegt. Dann reduziert sich die Lautstärke drastisch. Das Cover bringt hier zwar minimal Abhilfe da der Lautsprecher dadurch etwas „Platz“ bekommt – optimal gelöst ist das dennoch nicht. Auch hier gilt daher wieder der Tipp: Gerät aufs Display drehen. ;)

Übrigens: Auf den oberen Stufen des Lautstärkereglers vibriert die Rückseite ganz leicht – wirklich minimal. Das stört mich persönlich nicht wirklich bei der Nutzung, vor allem da der Effekt durch das Cover sogar gänzlich verschwindet und quasi nicht wahrnehmbar ist. Wer sich dennoch daran stört kann die Lautstärke eben etwas herunterregeln oder muss diesen (negativen) Punkt als gegeben hinnehmen und damit leben bzw. das Gerät vor dem Kauf etwas genauer unter die Lupe zu nehmen und ggf. zu testen.


Dennoch gilt beim Highway Pure die gleiche Empfehlung in Sachen Audio, die ich bereits beim Ridge 4G getroffen habe: Absolute Spitzenklasse – weiter so!






Verbindungen:







Auf der Höhe der Zeit befindet sich das Highway Pure auch in Sachen „Verbindungsmöglichkeiten“. Neben dem LTE 4 Standard beherbergt das Gerät noch eine ganze Reihe weiterer Technologien, die den Nutzer im Alltag zur Seite stehen:



  • - WLAN 802.11 b/g/n
  • - WLAN Hotspot
  • - Bluetooth 4.0
  • - Micro USB 2.0
  • - USB OTG
  • - 3,5 mm Klinkenbuchse
  • - LTE Kat. 4; Frequenzen: 800/1800/2100/2600 MHz
  • - H+; Frequenzen: 900/1900/2100 MHz
  • - GPRS/EDGE; Frequenzen: 850/900/1800/1900 MHz
  • - E-Mail Protokolle: SMTP; POP3; IMAP4
  • - A-GPS



Es ist ganz klar das bei einem Modell der Einsteiger- bzw. Mittelklasse nicht die Vielfalt an Technologien und Standards implementiert sind, die man beispielsweise in Flaggschiffen wie dem S6 oder dem One M9 finden kann. Und ganz nüchtern betrachtet kann man doch durchaus sagen, dass das Highway Pure über alle unbedingt nötigen Standards verfügt. Wer mehr benötigt, wird sich ohnehin im Voraus über das Angebot informieren und dann individuell entscheiden ob das Modell zum persönlichen Anforderungsprofil passt, oder eben nicht.






Extras:



Kalender:







Wie jedes aktuelle Smartphone verfügt selbstverständlich auch das Highway Pure über einen integrierten Kalender samt Terminverwaltung. Dabei dürfte es sich allerdings nicht um eine Wiko-eigene Lösung handeln, sondern um den Standard-Google Kalender – was aber in diesem Fall kein Nachteil sein muss bzw. kein Nachteil ist. Direkt nach dem Start gelangt der Nutzer in die Monatsansicht, wobei diese auch nach eigenen Wünschen in eine Tages-, Wochen- oder Terminübersicht eingerichtet werden kann. Bleibt man in der Monatsansicht (damit kann ich persönlich am besten arbeiten) bekommt der Nutzer alle Termine der hinterlegten Konten so dargestellt, wie das zuvor auch konfiguriert worden ist. Soll heißen: Termine die bereits online im Google-Kalender mit Farben hinterlegt und mit Infos bestückt sind, werden auch genauso auf das Pure synchronisiert. Das hat auch stets einwandfrei funktioniert.


Möchte man nun einen neuen Termin erstellen, hat man die nachfolgenden Felder zur Verfügung:


  • - Farbe
  • - Terminname
  • - Ort
  • - Von *** (Datum und Uhrzeit) bis *** (Datum und Uhrzeit)
  • - Ganztägig: Ja / Nein
  • - Zeitzone
  • - Gäste
  • - Beschreibung
  • - Wiederholung: Einmaliger Termin, täglich, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr
  • - Erinnerungen: Verschiedene Zeitintervalle zur Auswahl (0, 1, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 45 Minuten, 1 Std., 2 Std., 3 Std., 12 Std., 24 Std., 2 Tage, 1 Woche
  • - Mein Status: Beschäftigt / Verfügbar
  • - Vertraulichkeit: Standard, Privat, Öffentlich



Auch hier sind also alle Felder enthalten, die man so benötigen könnte. Wer damit nicht zu Recht kommt und beispielsweise weitere Notizen oder Ähnliches hinterlegen möchte hat immer noch die Möglichkeit, sich eine eigene – den Vorstellungen entsprechende – Kalender-App aus dem PlayStore zu laden.

Übrigens: Sehr gut gefällt mir (optisch und was den Funktionsumfang anbelangt) das ab Werk vorinstallierte Kalender-Widget. Das Teil existiert in verschiedenen Größen – je nach Größe ist die Darstellung (logischerweise) anders. Im „2x3“-Format werden beispielsweise lediglich die anstehenden Termine chronologisch aufgelistet. Die App kann später im Homescreen noch auf das minimale Maß von 2x2 oder auf das Maximum von 4x4 ausgedehnt werden. Nicht ganz so flexibel, dafür optisch schöner und funktioneller, ist die größerer „4x4“-Anwendung. Hierbei wird nämlich der komplette Monat samt visualisierten Terminen (farbliche Ecken an den Tagen) dargestellt – hier bleiben keine Wünsche mehr offen.






Radio:








Auch das Highway Pure verfügt wieder über ein ab Werk vorinstalliertes Radio. Nach dem ersten Scan der verfügbaren Radiostationen lassen sich die entsprechenden Sender entweder aus der allgemeinen Senderliste anwählen; oder aber man stellt sich seine eigenen Favoriten-Liste zusammen. Die Favoriten werden in diesem Fall dann unterhalb des Frequenz-Scanners in der Fußzeile des Displays dargestellt, damit der Nutzer jederzeit Zugriff darauf hat.

Wie üblich lässt sich das Radio nur nutzen, wenn das Headset (bzw. „ein“ Headset – es muss nicht das Headset aus dem Lieferumfang genutzt werden) am Handy angeschlossen ist. Die Audioausgabe erfolgt dann wahlweise über das Headset oder auch über den Lautsprecher. Eine Kernkompetenz des Highway Pure (mit deren Hilfe man sich auch deutlich vom Markt und damit von anderen Herstellern abhebt) ist die Lautstärke der Wiedergabe über den Lautsprecher: Viele Hersteller verbauen heut zu tage gar kein Radio mehr in den Geräten (was u. a. vom gewählten Prozessor abhängig ist) und wenn doch ein Radio vorhanden ist, so erfolgt die Wiedergabe meist verhältnismäßig leise im Vergleich zum normalen Musikplayer.

Beim Highway Pure ist das quasi umgekehrt: Mir scheint als wäre der Lautsprecher hier nochmal deutlich lauter in Sachen Wiedergabe – das kann allerdings auch mit der Qualität der anderen Audio-Dateien bzw. mit der guten/schlechten Empfangssituation des Radios zusammenhängen.

Wer sich nicht einfach nur mit dem Hören der Titel begnügen möchte, kann das laufende Programm natürlich auch noch aufnehmen. Dabei kann entweder eine vom System vorgegebene Beschränkung bei der Aufnahmedauer (5 Minuten, 15 Minuten, 30 Minuten) gewählt werden, oder man wählt einfach den Modus „manuelles Stoppen“ und hat damit die Steuerknüppel selbst in der Hand.


Saubere Leistung also auch beim Radio! Ehrlich gesagt hätte mich alles andere in Anbetracht der Video- und Musikplayer Qualitäten auch schwer gewundert. ;)





Fazit:







Im Grunde genommen hinterlässt das Wiko Highway Pure einen zwiespältigen Eindruck, wobei sich das jetzt vielleicht eher negativer anhört, als es letztendlich tatsächlich gemeint ist. Fakt ist, dass das Gerät mit den technischen Daten eigentlich eher im Einsteiger-Segment platziert werden muss / sollte – speziell wenn man die Geräte anderer Hersteller mit in den Vergleich einbezieht. Betrachtet man sich dann aber isoliert den Preis des Highway Pure, legt dieser eher die Platzierung im Mittelklasse-Segment nahe. Dafür spricht auch ganz klar das Design bzw. die Verarbeitung des Highway Pure.

Mit Spezifikationen wie einem HD-Display oder einer 8 Megapixel alleine lockt man heut zu tage keinen mehr hinter dem Ofen hervor, auf die Kleinigkeiten kommt es an. Diese müssen dann allerdings auch auf den Markt getragen werden, damit der potenzielle Käufer sie auch kennt und entsprechend beurteilen kann. Zu den „Kleinigkeiten“ gehört für mich wie gesagt das Design und die Verarbeitung des Highway Pure: Die Vorder- und die Rückseite bestehen aus einer Glasoberfläche, die 8 Megapixel Kamera wurde absolut bündig im Gehäuse „versenkt“ und optisch mit Hilfe eines silberfarbenen Kamerarings etwas hervorgehoben. Das Display ist auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut ablesbar; wobei dies teilweise auch stark vom Betrachtungswinkel abhängig ist. Den Trumpf spielt das Gerät aber – genau wie das Ridge 4G – in Sachen Audio-Performance aus: Nicht nur bei der Wiedergabe über das mitgelieferte (sehr hochwertige) In-Ear Headset punktet das Highway Pure durch kraftvolle und gut klingende Akustik. Auch der rückseitige Lautsprecher kann – trotz der geringen Gerätedicke – durch eine recht ausgewogene und bei Bedarf sehr laute Wiedergabe überzeugen. Die mitgelieferte Schutzhülle erfüllt damit nicht nur ihren eigentlichen Zweck (= Schutz des Smartphones), sondern verschafft dem Lautsprecher auch noch etwas „Luft“, sofern man das Gerät mit der Rückseite irgendwo auflegt, denn: Ohne Hülle schließt der Lautsprecher absolut bündig ab, sodass man eine extreme Minimierung der Lautstärke hinnehmen muss.



Kurzum: Das Wiko Highway Pure überzeugt durch kleine, aber feine Unterschiede; die so bei anderen Herstellern zwar vereinzelt auch zu finden sind; aber eben nicht in einem Gerät. Da mir die Highend-Geräte heut zu tage auch langsam zu groß und zu schwer werden, warte ich ja immer noch auf ein höherklassiges Gerät im „Taschenbuch-Format“. Das Highway Pure ist schon mal ein guter Baustein in diese Richtung…









Vorteile:







  • - Das Gerät ist mit 5,1 mm nicht nur auf dem Datenblatt das dünnste LTE-Smartphone in Deutschland – es fühlt sich auch praktisch so an; trotz montierter (mitgelieferter) Schutzhülle
  • - Das Design in Kombination mit den Abmessungen ist hervorragend gelungen! Eine Kamera die nicht über das Gehäuse hinaussteht und optisch dennoch auffällt bekommt nicht jeder hin. Dazu kommt:
  • - die hochwertige Anmutung und Verarbeitung. Beidseitig mit Glas-Oberflächen versehen wirkt das Gerät edel, was allerdings ohne die Nutzung der Schutzhülle recht schnell zu Verschmutzung bzgl. im schlimmsten Fall zu Kratzern o. ä. führen könnte
  • - Im Verhältnis zur Größe des Smartphones hat Wiko einen sehr kraftvollen und lauten Lautsprecher im Highway Pure verbaut. Leider fehlt auch hier ein Abstandshalter (der deutlich zu Lasten des Designs / der Handhabung gegangen wäre, daher in diesem Fall zu verzeihen). Abhilfe: Gerät umgekehrt aufs Display drehen und Schutzhülle montieren.
  • - Überragende Audio-Performance (ähnlich Wiko Ridge 4G), qualitativ hochwertiges Headset bereits im Lieferumfang enthalten
  • - Menügestaltung: Klar, ein Smartphone ohne App-Drawer mag nicht jedermanns Sache sein – mir persönlich gefällt allerdings der neue “Wiko-Style” recht gut. Und da kürzlich mit dem Rainbow Lite ein Einsteiger-Gerät mit Android Lollipop samt neuer UI vorgestellt wurde, wächst die Hoffnung auf ein Lollipop-Update auch beim Highway Pure




Nachteile:







  • - Fest verbauter Akku – schade, man kommt zwar locker über den Tag – dennoch bin ich immer noch ein Verfechter der Freiheit in Sachen Akkuwechsel ;)
  • - Kein Speicherkartenslot. Und hier liegt das viel größere Problem, den 16 GB interner Speicher, von denen der Nutzer ab Werk “nur” ca. 12 GB beschreiben (sprich: nutzen) kann, sind heute einfach zu wenig. Da zieht auch das Argument von wegen „ich lad mir das in die Cloud!“ nicht – denn die Cloud bringt mir im Falle von keinem/schlechten Empfang recht wenig. Den internen Speicher hätte man bei Verzicht auf eine Erweiterungsmöglichkeit mit mind. 32 GB doppelt so groß bemessen müssen.
  • - Verhältnismäßig “teuer”. Im Vergleich zu anderen Wiko-Phones ist das Gerät – gemessen an den technischen Daten – eher als “hochpreisig” einzustufen. Bezieht man allerdings den Formfaktor und ggf. den Lieferumfang mit ein (Schutzcover), relativiert das den höheren Preis wohl etwas.
  • - Wiko äußert sich weiterhin nicht bzgl. künftiger Firmware-Updates. Der Nutzer wird hier alleine im Update-Dschungel stehen gelassen. Etwas mehr Info-Fluss wäre klasse ;) Mit dem Rainbow Lite wurde zwar zwischenzeitlich ein Gerät mit aktueller UI auf Basis von Android Lollipop vorgestellt – dennoch fehlen offizielle Infos zu anderen, bereits verfügbaren Smartphones.






Bilder, mit dem Wiko Highway Pure geschossen:














Bilder, mit dem Wiko Highway Pure geschossen (RAR-Archiv, 244,10 MB):



Download Bilder, mit dem Highway Pure geschossen.rar from Sendspace.com - send big files the easy way





Videos, mit dem Wiko Highway Pure gedreht (Youtube-Links):










Größen-Vergleichsbilder des Wiko Highway Pure:



 
T

THWS

Gast
Ergänzung:

Ich habe soeben noch die Bestätigung erhalten, dass sowohl die Vorder- als auch die Rückseite des Wiko Highway Pure mit Gorilla Glas 3 geschützt sind. Sollte nicht unerwähnt bleiben, vor allem auch in Anbetracht des zunächst etwas zu hoch angesetzten Preises ;)
 
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