Ende der 5G-Auktion: 6,5 Milliarden für 5G-Frequenzen

Kekser

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Android Pie und aktuelle Flaggschiff-Smartphones sind schön und gut, am Ende wird aber auch eine leistungsfähige Infrastruktur benötigt. Die Versteigerung der landesweiten 5G-Frequenzen hat nun ordentlich Geld in die öffentlichen Kasse gespült - Geld das hoffentlich einem zügigen Mobilfunknetzausbau zugute kommt.

In Deutschland haben wir es in leicht mit den Mobilfunknetzen. In der Stadt zeigt das Gerät zwar LTE(+) an, aber die Netze sind heillos überlastet und die Daten fließen nur langsam. Auf dem Land und grundsätzlich immer in der Bahn kann man es gleich vergessen und ist gut damit beraten, Serien und dergleichen vor Reisebeginn herunterzuladen. Von den im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohen Kosten für Datenvolumen will ich an dieser Stelle erst gar nicht sprechen. Kurzum es gibt jede Menge zutun und unsere Regierung wäre gut beraten, zügig die Mobilfunknetze auszubauen. Mit der 5. Generation (5G) der Mobilfunktechnik kommen weitere, für wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen benötige Anwendungen hinzu - "Gigabit-Gesellschaft".

Die Bundesnetzagentur hat nun die Versteigerung der 5G-Frequenzen beendet, deren Verlauf von den Medien aufmerksam beobachtet wurde. Für die Auktion zugelassen waren die Drillisch Netz AG (1&1), Telefónica Deutschland, Vodafone und die Deutsche Telekom. In 497 Auktionsrunden wurden die 5G-Frequenzen für 6,549 Milliarden Euro versteigert - das sind 1,5 Milliarden Euro mehr als erwartet worden war. Das Geld soll in vielfältiger Weise der Digitalisierung in Deutschland zugute kommen, es können damit Glasfaserleitungen verlegt und Schulen modernisiert werden. Was also zunächst gut klingt, muss am Ende nicht gut für uns, für die Kunden und Verbraucher sein. Denn was die Industrie nun an Mehrausgaben bezahlen muss, kann sie nicht mehr für den Ausbau von 5G-Netzen ausgeben. Die zusätzlichen Einnahmen könnten von den Netzbetreibern kurzerhand in Form von teuren Verträgen auf die Kunden umgelegt werden.

Es ist sicherlich kein Geheimnis zu sagen, dass Telefónica, Telekom und Vodafone mit ähnlichen Absichten in die Versteigerung gegangen sind - alles bleibt soll so bleiben, wie es ist. Für Wirbel hat deshalb der Einstieg von 1&1 Drillisch ins Mobilfunkgeschäft gesorgt. Immerhin 1,1 Milliarden Euro hat der Konzern aus dem Westerwald für die Ersteigerung von 5G-Frequenzen ausgegeben. Dass der Markt durch einen neuen Akteur ein wenig aufgewirbelt wird, wird dem Ausbau der Infrastruktur und der Preisentwicklung für Endverbraucher langfristig gut tun, denn sind wir ehrlich viel Konkurrenzkampf gab es zwischen den eingesessenen Platzhirschen nicht mehr. Offen bleibt die weiterhin Frage, ob 5G an jeder Milchkanne benötigt wird oder nicht. Da die 5G-Frequenzen nur über sehr niedrige Reichweiten verfügen, werden zunächst die urbanen und wirtschaftlichen Zentren sowie infrastrukturelle Knotenpunkte abgedeckt. Für die Versorgung auf dem Land wird 5G zumindest kurz- und mittelfristig keine Rolle spielen.

Diskussion zum Beitrag

(im Forum "Netzabdeckung")

Titelbildquelle: Spiegel Online

[newsquelle]https://www.tagesschau.de/inland/5g-auktion-103.html[/newsquelle]
 
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