FaceApp: Lustige Spielerei oder Datenschutz-Desaster?

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Philosoph
17.610
Immer mehr alte Menschen begegnen uns zurzeit in den Streams unserer sozialen Medien. Dabei ist der Ursprung nicht brandneu. Bereits vor rund zwei Jahren hat die FaceApp die Runde gemacht, Instagram sei Dank geht sie nun aber viral. Was sich anschließt ist eine Diskussion um die Nutzungsbedingungen und mögliche Risiken beim Datenschutz. Was ich hier jetzt ausdrücklich nicht mache, ist euch vorschreiben, was ihr zu tun und zu lassen habt. Ich möchte nur kurz abbilden, was beim lustigen Teilen schnell mal in den Hintergrund rückt.

Stellt euch vor, jemand unbekanntes fotografiert euch auf offener Straße und ihr bekommt einmal Abzüge in wirklich guter Qualität - ohne weitere Kosten. So weit so gut. Das gemachte Foto jedoch, erzählt der Urheber, sei jetzt seins und er könne damit auf Lebenszeit anfangen, was er will - es also auch beliebig an andere Firmen verkaufen, die es dann zum Beispiel auf Werbeplakate drucken. Würdet ihr das machen? Falls die Antwort nein lautet, dann überlegt euch bitte zweimal, bevor ihr mal eben schnell an der #FaceChallenge teilnehmt.

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Was Prominente, Sportler und auch Politiker schon massenhaft getan haben, wird spätestens diese Woche auch von euren Freunden und Verwandten kopiert. Mit FaceApp macht man sich künstlich älter - und ich muss sagen, die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Das sind tolle Fotos, mein erster Impuls ist gewesen: Wow, welche App ist das, wo kann ich das auch ausprobieren?! Getan habe ich es dann aber nicht und das liegt schlicht und ergreifend daran, dass ich nicht weiß, wo mein Originalportrait eigentlich landet. Wir regen uns über Facebook, Google und Co. auf, wozu die eigentlich unsere privaten Daten nutzen, laden aber hochaufgelöste Fotos von unseren Gesichtern auf einen Cloudserver und lassen ihn von einem Algorithmus für Biometrie erfassen. Passt das zusammen, lieber Cem Özdemir?

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In den USA wird FaceApp gar zum Politikum: Die Entwickler sitzen in Russland. Da schlägt der erste Demokrat im Senat Alarm und das FBI möge sich doch bitte mit dem Programm beschäftigen. Ist es etwa ein Problem für die nationale Sicherheit? Na ja, soweit muss man vielleicht nicht gehen. Den Bedenken geht der Gründer von FaceApp in einem Schreiben entgegen, welches TechCrunch vorliegt. Darin verspricht er, dass die meisten hochgeladenen Fotos innerhalb von 48 Stunden gelöscht würden und Nutzerdaten nicht verkauft oder in Russland gespeichert wären, sondern unter anderem auf Servern von Google. Überprüfbar ist das - wie so häufig - natürlich nicht. Zumindest eine nun umgehende Sorge können wir wohl tatsächlich ausschließen: Dass FaceApp nicht nur die zur Bearbeitung ausgewählten, sondern gleich alle Fotos aus dem Smartphone an sich reißt, lässt sich nicht stichhaltig nachweisen, sagen einige Sicherheitsfirmen.​

Was unterdessen auf jeden Fall für Ärger sorgt, ist die Abrechnung vieler, die FaceApp in der Pro-Variante nutzen. Ein kurzer Blick durch die Rezensionen im Play Store zeigt: Hier wird oft doppelt, dreifach oder vor allem unübersichtlich abgebucht, wo einige lediglich eine Jahrespauschale von 20€ hinlegen wollten.

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(im Forum "Android Apps und Spiele - Foto und Multimedia")
 

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