Google Nexus 5X im Hands-On: Gutes Handling, aber irgendwie zu teuer [Review]

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P-J-F

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Wenn ein Smartphone unter Kennern so beliebt (gewesen) ist, wie das Nexus 5 von Google & LG, dann ist es nur verständlich, dass vom ersten Gerücht über eine Neuauflage an sehr große Euphorie herrschte. Jetzt ist das Nexus 5X sei ein paar Wochen auch in Deutschland erhältlich und wir machen den Test, ob es den großen Namen verdient hat. Hier entlang geht es direkt zum Video auf unserem Youtubekanal.

479 Euro kostet das Smartphone im Google Play Store - eigentlich sollte man aber 529€ einplanen, denn anno 2015 macht es schon Sinn, in ein Gerät mit mindestens 32GB Speicher zu investieren, sofern kein microSD-Kartenslot eingebaut ist. Das ist angesichts der Schwemme von guten bis sehr guten Mittelklassemodellen viel Geld und leider weit entfernt von dem, was das Nexus 5 vor zwei Jahren kosten sollte, was wiederum zu einer Zeit war, wo es im Budgetbereich gerade erst anfing Spaß zu machen. Mit diesem schweren Erbe im Gepäck und dem Eindruck des unmittelbar davor getesteten Nexus 6P kommt das 5X bei mir an, um zu überzeugen und das gelingt zumindest im ersten Moment nach dem Auspacken. Der 5,2-Zoller ist sehr leicht, was für mich nicht unbedingt als Pluspunkt gilt, liegt aber gut in der Hand und sieht mit seiner gummierten Oberfläche als weiße, bzw. “Quarz”-Variante auch ganz interessant aus. Bei näherer Betrachtung gibt es dann aber gleich an mehreren Ecken Punktabzüge, so zum Beispiel für die fühlbare Kante zwischen der nicht abnehmbaren Rückseite und dem Gehäuse, da gibt es einen kleinen Vorsprung, der für mich nicht als Designelement durchgeht. Offensichtlich - wenn auch nicht sehr groß - ist auch der Buckel, in dem die Kamera untergebracht ist. Immerhin stellt der gummierte Ring um die Linse aber keine Gefahr für den schönen Holztisch zu Hause dar. Was aber wirklich mal ganz billig wirkt sind die beiden Schalter: Dünn, schlecht fühlbar und meiner Meinung nach auch zu mittig platziert sind der An/Aus-Knopf und die Lautstärkewippe einfach nicht schön und mindestens beim An/Aus-Schalter könnte der Druckpunkt auch deutlich besser fühlbar sein.

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Pics: Android-Hilfe.de

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Deutlich besser ist das Nutzergefühl, wenn man erstmal ins System einsteigt und das funktioniert am besten über den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Ich habe es bereits beim Nexus 6P geschrieben und in diesem Fall wiederhole ich mich gerne: Wenn solch ein Feature so schnell und vor allem zuverlässig funktioniert, wie bei den 2015er Nexus-Modellen, dann möchte ich mein Smartphone in Zukunft nicht mehr anders entsperren. Das Zusammenspiel zwischen Hardware und dem nativen Nexus Imprint von Android 6.0 (Marshmallow) ist ein technischer Genuss. Gleiches gilt natürlich auch für den Rest der Benutzeroberfläche. Android in seiner Reinform rennt´und springt unter dem eingebauten Qualcomm Snapdragon 808 SoC. Leichte Verzögerungen gibt es - im Vergleich zum Nexus 6P oder auch dem OnePlus 2 mit Android 5.1 - leider beim Multitasking. Werden besonders die älteren offenen Anwendungen aus der Karussellansicht wieder geöffnet, dauert das schon mal so eine Gedenksekunde - schade für das Gerät, welches die Möglichkeiten von Android OS voll ausschöpfen soll. Vielleicht ist hier der Arbeitsspeicher das berühmte “bottleneck”, denn im Nexus 5X stecken 2GB LPDDR3 RAM, während alle anderen Topmodelle mittlerweile auf 3- oder sogar 4GB setzen. Das man bei LG bei diesem Gerät auf den SD808 setzt hat vor allem in puncto Wärmeentwicklung Vorteile, denn gefühlt gibt es kaum welche. Andererseits dürfte sich keiner das 5X anschaffen, der auf rohe Rechenpower Wert legt. Im AnTuTu-Benchmark findet sich der 5,2-Zoller mehr oder weniger unter “ferner liefen” wieder - aus knapp 48.000 Punkten im ersten Durchlauf werden im 4. unmittelbar nacheinander gerade mal noch rund 42.000. Nicht dass wir uns falsch verstehen, im Alltag fällt das nicht auf, zuammen mit der Adreno 418 GPU ist der Hexa-Core Prozessor aber keine Spielemaschine mehr.

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Absolut zufrieden macht die Kamera - eigentlich ja immer einer der Schwachpunkte im Nexus - denn 12-Megapixel die mehr Licht einfangen und schnell auslösen sollten jeden Smartphone-Schnappschuss-Fotografen zufrieden stellen. Mitunter fällt beim Reinzoomen Bildrauschen auf, meistens dann, wenn im Bild unterschiedliche Lichtquellen für große Hell-Dunkel-Unterschiede sorgen. Das ist ebenfalls bei Aufnahmen in Dunkelheit der Fall, aber die Ergebnisse sind immer noch brauchbarer, als bei vielen anderen Modellen - auch in dieser Preisklasse. Wer mal ganz schnell ein Foto sichern muss, der kommt übrigens per Doppelklick auf die An/Aus-Taste direkt zur Kamera-App. Noch besser wäre es natürlich gewesen, wenn damit auch gleich ein Foto gemacht wird, wie es zum Beispiel bei vielen Honor- und Huawei-Modellen der Fall ist. Vermeintliche Smartphone-Kamera-Profis werden sich zudem an der minimalistisch gehaltenen App stören, die außer der Auflösung, sowie HDR- und Blitz-Optionen nur noch drei Bildmodi, zum Beispiel Photo Sphere, anbietet. Es sei aber an dieser Stelle erwähnt, dass beide Kameras hardwaremäßig Profieinstellungen anderer Apps unterstützen - und davon gibt es im Google Play Store ja so einige.

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Pics: Android-Hilfe.de
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Mit Project Doze hat sich Google bei Android 6.0 Marshmallow einmal mehr vorgenommen, die Akkulaufzeit unserer Androiden spürbar zu verlängern. Apps die zwar im Hintergrund laufen oder sich gar selbst aktivieren, aber keine wirkliche Funktion ausüben, sollen wesentlich effektiver abgeschaltet und so buchstäblich vom Netz genommen werden. Außerdem “beobachtet” das System das Nutzerverhalten eine Zeit lang und aktiviert dann das Smartphone immer dann aus einem Schlafmodus, wenn der User gewohnheitsmäßig App X ausführt oder Dienst Y nutzt - eine Art Google Now für den Akku sozusagen. Das klappt in Bezug auf die Stand-By-Zeit auch sehr gut. Ohne intensive Nutzung reicht der 2.700mAh auch mal locker zwei bis drei Tage. Andererseits ist bei Dauernutzung mit Navigation, Telefonieren, Surfen und zwischendrin stets aktiviertem Display auch mal nach ein paar Stunden schon die Hälfte der Ladung verbraucht.

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Hatte ich beim Nexus 6P noch über den Sound gemeckert, stimmt einen das 5X versöhnlich. Zwar fehlt auch hier den Stereofrontlautsprechern der “Wumms”, die Ausgabe ist aber klar und laut genug. Richtig schön Musik hören kann man auf jeden Fall von Haus aus über den Klinkenstecker.

Was machen wir jetzt abschließend aus diesem Nexus, dass so viele Erwartungen geweckt hat? Das 5X gibt sich eigentlich an kaum eine Blöße. Die Verarbeitung des Kunststoffgehäuses ist anständig, wenngleich die Schalter sehr billig wirken. Seine Leistung ist ausreichend, wenn man nicht gerade auf der Suche nach einer “Höllenmaschine” ist und Fotos so wie Akkulaufzeit hinterlassen einen überdurchschnittlich guten Eindruck. Als besonders positiv bleiben einem der Fingerabdruckscanner sowie das allgemeine Handling mit dem puren Android 6.0 Marshmallow im Gedächnis. Das Nexus 5X hat lediglich eine große Schwäche, und das ist der Preis. 479€, bzw. 529€ für ein Gerät mit anständiger Speicherausstattung, damit kann Google ohne entsprechendes Marketing oder breiter Verfügbarkeit die Massen nicht begeistern - und will es ja vielleicht auch gar nicht - die greifen dann doch lieber zum, vom Netzanbieter subventioniertem, Samsung Galaxy XYZ und Co. Wer pures Android liebt und nicht auf schnelle Updates/Upgrades direkt von Google verzichten will, der wird zugreifen - allerdings empfehle ich, ganz genau zu überlegen, ob sich nicht 150 mehr investierte Euro ins Nexus 6P mit 32GB lohnen, vorausgesetzt natürlich, 5,7-Zoll sind einem nicht zu groß.


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(im Forum "Google Nexus 5X")

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