Samsung Galaxy S6 Edge im Hands-On: Hier hat man um die Ecke gedacht [Review]

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Nachdem ich mit dem Samsung Galaxy S6 und dem HTC One M9 bereits zwei der aktuellen Top-Geräte in meiner Review hatte, wird es Zeit, sich das wohl stärkste Android-Smartphone auf dem Markt anzuschauen: Das Samsung Galaxy S6 Edge. Der teurere Bruder des Standard-S6 wurde von mir in den letzten Tagen intensiv begutachtet, getestet und beurteilt - und kommt dabei leider nicht so perfekt weg, wie man sich das bei einem derart teuren Smartphone eigentlich wünschen würde. (Das Galaxy S6 Edge in 32 GB kostet bei Amazon (Android-Hilfe.de Partnerlink) satte 849 Euro, die 64 GB-Variante sogar 949 Euro.) Irgendwie bekommt man ja in diesem Jahr das Gefühl, dass Samsung sich nicht nur optisch an Apple annähert - siehe Ober- und Unterseite des S6/S6 Edge - sondern auch preislich in der gleichen Liga spielen möchte. Ob das in einer- oder gar in beiderlei Hinsicht so eine tolle Idee ist, lasse ich an dieser Stelle einmal dahingestellt. Fakt ist jedenfalls: Das S6 und das S6 Edge sind saumäßig teuer. Diesen Preis sieht und spürt man zwar auch, trotzdem ist es wirklich eine Menge Moos für ein Mobiltelefon, das nach spätestens zwei Jahren in aller Regel wieder ausgemustert wird. Mal abgesehen vom Preis, war mein erster Eindruck des S6 Edge irgendwie enttäuschend: So groß das Thema abgerundete Ecke und größerer Screen auch beworben wurde, so fisselig klein ist doch eigentlich der reale Mehrgewinn an Display, vor allem jedoch an wirklicher seitlich einsehbarer Nutzfläche. Hier hatte ich mir sehr, ich wiederhole, sehr viel mehr erwartet als das, was Samsung dort tatsächlich zusammengebastelt hat.

Klar ist das S6 Edge durch das seitlich weitergehende Display vom Gehäuse her verhältnismäßig klein geraten (was ich durchaus positiv finde), doch ansonsten ist es wirklich nur miniminal mehr seitlicher Platz, den man angeblich total toll nutzen kann. In der Praxis stellt sich die Sache nämlich vor allem so dar, dass die allgemeine Haptik des Smartphones enorm unter der Edge-Verarbeitung leidet: Man kann das Gerät schlecht festhalten, es ist (an den Seiten) noch dünner als das Standard-S6 und man bekommt leicht das Gefühl, es könnte einem aus der Hand fallen. Wenn ich Fotos mit dem S6 Edge gemacht habe, war da immer ein mulmiges Gefühl, da es nur sehr schlecht festzuhalten war, wenn ich nicht zeitgleich den Kamerasensor verdecken wollte. In Sachen Haltekomfort würde ich dieses Gerät also eindeutig als ingenieurstechnische Fehlleistung bezeichnen. Auf der anderen Seite ist jedoch - wie auch beim normalen S6 - die Verarbeitung allererste Sahne: Ich bin erneut beeindruckt und begeistert davon, wie hochwertig Plastikbomber-Hersteller Samsung doch fertigen kann! Hier steht man der Konkurrenz in nichts nach, wirft alte Muster über Bord und legt ein sauber und edel verarbeitetes Flaggschiff vor.

Einziges Manko ist jedoch auch bei diesem Device der etwas fisselige Homebutton, welcher für mich das Bild der Hochwertigkeit ein wenig trübt. Doch dafür funktioniert der in ihm verbaute Fingerabdrucksensor ziemlich gut, wenn auch noch nicht ganz so gut, wie bei manchem Konkurrenzprodukt. Die Hauptkamera auf der Rückseite trägt auch beim ultraschlanken Galaxy S6 Edge spür- und sichtbar auf, was ich für meinen Teil einfach reichlich unschön finde. Klar wäre auch ein wesentlich dickeres S6 Edge nicht mehr ganz so spektakulär gewesen, das sehe ich ein. Aber muss die Kamera denn so weit rausstehen?! Ich frage mich eben nur, wie die das unbeschadet auf Dauer überleben soll, wenn sie immer mal wieder zuerst Kontakt mit der Schreibtischoberfläche hat. Nur kurzzeitig wichtig ist derweil die etwas ungewohnte Platzierung des nano-SIM-Slots: Dieser findet sich auf der Geräteoberseite und ist - ihr ahnt es schon - dem nicht abnehmbaren Backcover und den extrem schmalen Seiten (durch die Edge) geschuldet. Auf der Geräteunterseite findet sich der durchaus leistungsstarke Lautsprecher des S6 Edge, welcher jedoch durch seine Platzierung relativ leicht versehentlich zugehalten werden kann. Dann wird es plötzlich auf einmal ruhig, mitten beim Zocken. Aber dieses Problem ist ja allgemein bekannt, das ergibt sich einfach aus dieser Speaker-Anordnung.

Kommen wir mal wieder zu etwas wirklich Schönem: Dem Display. Dieses ist typisch Samsung, also farbstark, schön klar, hell und sehr intensiv. Zusammen mit dem sowieso sehr farbestarken Android 5.0 (Lollipop), bietet es die perfekte Basis für eine wunderschöne optische Darstellung. Diese glückt in meinen Augen unter jedwedem Aspekt; seien es nun Apps, die Kamera oder die Betrachtung von Medieninhalten. Alles wird top ablesbar wiedergegeben und sieht einfach klasse aus. Die UI des S6 Edge unterscheidet sich nur minimal von der des Standard-S6: Ich habe bezüglich der Edge-Features lediglich eine Schnellkontaktleiste gefunden, in die man seine fünf VIPs eintragen kann und diese dann schnell ansteuern. Das ist durchaus praktisch, rechtfertigt für mich jedoch die Existenz der abgerundeten Ecken eindeutig noch nicht. Wenn man das Smartphone in bestimmten Apps auf die Seite legt, kann man auf den Edges die Statusleisteninfos ablesen. Das ist nett, aber auch wiederum kein besonderes Highlight in meinen Augen. Vielleicht habe ich ja auch die ganz große Besonderheit dieses Designs verkannt - aber mir erschließt sich auch softwareseitig kein ernstzunehmender Mehrwert dieser Ecken.

In ihrer Gänze ist die UI des S6 Edge angenehm zurückhaltend aufgemacht, da gibt es wesentlich schlimmere Versionen von TouchWiz: Samsung hat viele Apps in Ordner eingefasst, wodurch die App-Übersicht kürzer, aber entsprechend auch ein wenig verfälscht wird. Manche Apps muss man als Neuling dann erst einmal suchen, denn sie können sich tief im Tools- oder Google-Ordner versteckt haben. Angenehm fällt jedoch auf, dass außer einigen z.T. sehr sinnvollen Samsung-Apps (wie S Health, S Planner oder S Voice) nur sehr wenige eigene Samsung-Anwendungen vorinstalliert sind. Dafür schenkt uns Samsung einen prominent auf Homescreenseite 2 eingebundenen Vorschlags-Banner, der uns regelmäßig verschiedenen Samsung- und gesponsorte Apps zum Download anbietet. Dies dürfen wir für Samsung schon als verhältnismäßig netten Kompromiss auslegen, nehme ich mal an. Wo wir gerade beim Thema Runterladen sind: Das Dualband-WLAN des S6 Edge ist gigantisch fix, es saugt sich 1,3 GB innerhalb weniger Minuten. Zudem ist es auch wesentlich stabiler als das des Ulefone Be One aus meiner letzten Review. Selbst an den äußersten Ecken meiner Wohnung hatte ich (meistens) mit dem S6 Edge noch Empfang - das kann nicht jedes Smartphone leisten.

Doch nicht nur die Download-Performance ist super, auch die des Smartphones im Allgemeinen: Trotz TouchWiz gibt es kein Ruckeln oder Verzögern, alles läuft extrem sauber und flüssig. Die über 70.000/71.000 AnTuTu-Punkte sind absoluter Rekord und stellen dieses Device als das stärkste auf dem aktuellen Smartphone-Markt heraus. Diese Leistung bemerkt man wirklich überall im Umgang mit dem Gerät, vor allem aber beim Zocken: Den Gameloft-Titel Dungeon Hunter 5, den ich auch mit dem S6 getestet hatte, habe ich mir erneut angetan und ein bisschen weiter gespielt. Es läuft alles so schön flüssig, wie an meinem Gamer-PC. So macht sogar mir das Spielen am Smartphone (ein wenig) Spaß. Als wenn ich nicht in den letzten Zeilen schon genug gelobt hätte, muss ich mich nun noch zur Kamera äußern: Diese ist in jedweder Hinsicht sehr gut. Sie macht hervorragende Außenaufnahmen, Innenaufnahmen, Makroaufnahmen und auch mit Blitz sind die Ergebnisse mehr als vorzeigbar. Videos gelingen ebenso - man kann an dieser Kamera einmal ausnahmsweise rein gar nichts aussetzen. Hut ab, Samsung! Nichtsdestotrotz bleibt der Gesamteindruck durchwachsen: Das Super-Feature mit den abgerundeten Ecken hat in meinen Augen nur wenig praktische Relevanz, die Haptik leidet sogar massiv darunter. Die Performance ist super, die Kamera, das Display. Es fehlt derweil ein microSD-Slot und der Akku ist nicht austauschbar (dafür aber meiner subjektiven Meinung nach ausdauernder, als der im Standard-S6). Hinzu kommt der enorm hohe Preis des S6 Edge. So kann ich - trotz vieler solider Pluspunkte - keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen. Das normale S6 hat mir zudem eindeutig besser gefallen.

Schauen wir uns nun noch den Lieferumfang an: Dieser besteht aus dem Smartphone, ein paar Begleitzetteln, einem Headset, einem USB-Kabel und einem Netzteil. Zum Schluss dann noch die technischen Daten des Smartphones: Das Samsung Galaxy S6 Edge verfügt über ein 5,1 Zoll großes Super-AMOLED-Display mit 2560 x 1440 Pixel Auflösung, einen Samsung Exynos 7420 Octa-Core Chipsatz mit acht Prozessorkernen a 2,1 GHz, 3 GB Arbeitsspeicher, wahlweise 32, 64 oder 128 GB internen Speicher ohne microSD-Slot zur Speichererweiterung, eine 16 Megapixel Hauptkamera, eine 5 Megapixel Frontkamera, einen 2.600 mAh Akku und Android 5.0 (Lollipop) als Betriebssystem - mit TouchWiz-Topping. Ansonsten sind natürlich die üblichen Standards wie WLAN, GPS, Bluetooth und Co. mit dabei, aber auch NFC und LTE-Konnektivität.

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Bilder der UI und des AnTuTu-Benchmarks - weitere Details der UI im Spoiler (ausklappen)
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Der Gameloft-Titel Dungeon Hunter 5
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Fotoaufnahmen mit dem Galaxy S6 Edge, innen und außen, letztes Bild mit Blitzlicht (für alle Fotos Spoiler ausklappen)
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Pics: android-hilfe.de


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(im Forum "Samsung Galaxy S6 (G920F) / S6 Edge (G925F) Forum")

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Quellen:
Android-Hilfe.de
 
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