Kamera Expertenmodus Anleitung?

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Paco388

Neues Mitglied
Hallo,
kann jemand evtl mal ein kleines How To zur Einstellung im Kamera Expertenmodus geben? Hab mich zwar mal ein bisschen daran versucht aber wirklich durchblicken kann ich noch nicht. Zb wird das Bild beim verstellen der Verschlusszeit ganz hell oder dunkel, dann ist nichts mehr zu erkennen. Gleiches gilt für ISO. Ist das normal? Wie nutze ich diese Funktionen sinnvoll? Wäre dankbar über ein paar Tipps.
 
stetre76

stetre76

Senior-Moderator
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tja, da wird nur das Einlesen ins Thema "Grundlagen der Fotografie" etwas helfen, denn ohne Wissen, wie sich die Verschlusszeit, die ISO Einstellung, usw aufs Foto auswirkt, wird man mit den manuellen Einstellungen nicht viel anfangen können...

Ein Schnelldurchlauf:
  • Verschlusszeit: die gibt an, wie lange die Blende (beim G4 fixe 1.8) geöffnet ist und wie lange daher Licht auf den Sensor fällt. Je kürzer die Verschlusszeit - immer in Bezug auf Sekunden >>> zB 1/80 > 1 achzigstel Sekunde, 1/800 > 1 achthundertstel Sekunde, 1/10 > 1 zehntel Sekunde, 2/1 > 2 Sekunden, .... - desto dunkler das Bild bzw. umso mehr Licht wird benötigt, dass "das Bild etwas wird". Schlussfolgerung, je länger die Verschlusszeit, desto weniger Licht wird benötigt. ABER - je länger die Verschlusszeit, desto anfälliger für Verwackler...normaler Weise ist alles was länger als 1/20 (je nach ruhiger Hand) belichtet verwacklungsgefährdet.
  • ISO: die ISO Zahl gibt an, wie lichtempfindlich der Bildsensor ist - früher, zu analogen Zeiten, wie lichtempfindlich der Film ist. Mit hoher ISO Zahl kann man recht kurze Belichtungszeiten bei wenig Licht bewerkstelligen, allerdings muss man, je höher die ISO Zahl gewählt wird, mit Bildrauschen rechnen (Kontrastarmut, Detailarmut,...). Ein gewisses "Grundrauschen" hat jeder Bildsensor, wie stark das aber bei welchen ISO Zahlen zum Vorschein kommt, hängt von Sensorgröße, Aufbau des Sensors und einigen anderen Faktoren ab (manche Hersteller bringen das besser hin, manche weniger). Ich würde jetzt einmal davon ausgehen, dass man das Rauschen beim G4 recht bald bemerken wird, da der Sensor doch recht klein ist...Als Vereinfachung bzgl. Einstellung: bei schönem Wetter, viel Sonnenschein >>> niedrige ISO-Werte (100-200); bei schlechtem Licht unterm Tag oder im dunklen Schatten > ISO um 400 (wobei man das pauschal eh nicht sagen kann), bei Dämmerung, sehr schlechten Lichtverhältnissen - ISO ab 800
 
inviolate

inviolate

Fortgeschrittenes Mitglied
Super Erklärung, danke!
 
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Paco388

Neues Mitglied
Japp, vielen Dank.
 
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Paco388

Neues Mitglied
Was ich aber noch nicht verstehe ist die Verwendung der Verschlusszeit, mal angenommen ich möchte eine lange Verschlusszeit einstellen um an einem Bach das Wasser verschwommen oder Nebelig aussehen zu lassen. Wenn ich dafür nun die Verschlusszeit auf zb. 8 Sekunden stelle sehe ich gar nichts mehr weil das Bild dann einfach nur moch weiss ist....
 
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Diola

Erfahrenes Mitglied
Ja ich habe keinen Plan, aber so wie ich das verstehe wird doch in erster Linie durch lange Verschlusszeiten die Helligkeit erhöht. Lässt sich zumindest beobachten. Das würde das Weis erklären. Aber es könnte durch die lange Verschlusszeit auch einfach stark verwackelt sein.^^

Mich würde aber mal interessieren, wie man das mit Verläufen(bspw. Fluss oder Nachts die Autolichter) bewerkstelligt.
 
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discokrueger

Ambitioniertes Mitglied
Die Autolichter in der Nacht sollten kein Problem sein, da es dann dunkel genug ist, damit du lange belichten kannst, ohne dass das Bild überbelichtet wird.
Will man das am Tag machen, würde man bei ner DSLR wohl die Blende verkleinern oder einen Graufilter draufschrauben. Ersteres geht beim G4 nicht, da die Blende fix ist.
 
Marchen0815

Marchen0815

Neues Mitglied
Selbst bei einer DSLR geht man nicht weiter rauf als bis zur Blende 8 - 11 danach Zeichnen sich Vignetten ab oder Unschärfe je nach Qualität des Objektives. Das Stichwort ist eben ND-Filter. Ein Neutralgraufilter der das Licht verdunkelt und längere Belichtungszeiten ermöglicht.

Jedoch könnte man das Bild gezielt heller aufnehmen und diese via RAW Datei wieder zurück schrauben (da es mehr Lichtinformationen gibt als in JPG). ISO 50 und Verschlusszeit von 1-2 Sekunden sollten da bei Tag schon drin sein.
 
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Paco388

Neues Mitglied
Ok, danke für die Info. Wieso gibt es dann solche Einstellungen wenn man sie eh nicht komplett nutzen kann!?
 
Marchen0815

Marchen0815

Neues Mitglied
du kannst sie doch nutzen. Nur gibt es nun mal physikalische Grenzen.
Die 3 Faktoren in der Fotografie die, die Helligkeit beeinflussen sind eben.
  • ISO (die Empfindlichkeit des Filmes/Sensors)
  • Verschlusszeit
  • Blende (diese ist jedoch fix auf 1.8f)
Da dir nur mehr 2 Möglichkeiten gegeben sind das Bild heller oder dunkler zu gestalten wird es schwer, wenn du eines dieser beiden beeinflussen möchtest oder du musst eben deine Umgebung ändern.
 
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Paco388

Neues Mitglied
Aber die im G4 einstellbare Verschlusszeit von 8 Sekunden kann ich doch niemals benutzen? Oder ich teste das mal bei Nacht
 
Marchen0815

Marchen0815

Neues Mitglied
Richtig für die Nacht ist es auch gedacht.
 
stetre76

stetre76

Senior-Moderator
Teammitglied
Paco388 schrieb:
Was ich aber noch nicht verstehe ist die Verwendung der Verschlusszeit, mal angenommen ich möchte eine lange Verschlusszeit einstellen um an einem Bach das Wasser verschwommen oder Nebelig aussehen zu lassen. Wenn ich dafür nun die Verschlusszeit auf zb. 8 Sekunden stelle sehe ich gar nichts mehr weil das Bild dann einfach nur moch weiss ist....
2 Sachen:
die 8 Sekunden (oder eine ähnlich lange Belichtung), ist eigentlich eher für die Nacht gedacht - zB Feuerwerke aufnehmen, Blitze "einfangen", Autolichterspuren fotografieren usw...Was du da immer brauchst ist ein Stativ, denn sonst ist das Ergebnis verwackelt (Stativ würde ich aber 1/20 oder 1/10 sek verwenden, da man kaum eine so ruhige Hand hat, dass es nicht da schon verwackelt!)

Um diesen Wasserschleier fotografieren zu können würdest zusätzlich zum stativ auch noch einen Grauverlauffilter oder ND Filter brauchen, der es ermöglicht eine längere Belichtung bei gleicher Blende zu erreichen. Diese ND/Graufilter sind für DSLRs sehr häufig, für mobiles wirst du da nichts bekommen, da einfach nicht sinnig...

Was du versuchen könntest, wobei ich es selbst noch nie versucht habe - eine recht starke/dunkle Sonnenbrille vor die Linse zu halten. die könnte uU soweit abdunkeln, dass du mit einer längeren Belichtung noch brauchbare Ergebnisse bekommst.
Wichtig dabei - die Gläser der Sonnenbrille müssen plan sein (nicht gewölbt), da du sonst Unschärfen/Verzerrungen bekommst.
Probieren könnte man es so auf jeden Fall einmal...

Marchen0815 schrieb:
Selbst bei einer DSLR geht man nicht weiter rauf als bis zur Blende 8 - 11 danach Zeichnen sich Vignetten ab oder Unschärfe je nach Qualität des Objektives. Das Stichwort ist eben ND-Filter. Ein Neutralgraufilter der das Licht verdunkelt und längere Belichtungszeiten ermöglicht.
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Das würde ich so nicht sagen! Es kommt schlicht und einfach auf die Qualität des Objektivs an!
Mit sehr guten (und leider damit auch sehr teuren) Linsen kannst du bedenkenlos auch auf F16 oder F18 gehen.
Im Prinzip muss man das aber eh für jede Linse einzeln testen, da jedes einzelne Objektiv bei komplett unterschiedlicher Blende seine beste Abbildung liefert.

Ausserdem kann man mit den heutigen Bildbearbeitungsprogrammen gewissen Vignettierungen und Randunschärfen recht gut Nachbearbeiten (sogar objektivabhängig) und wieder hinbiegen, somit würde ich nicht pauschal sagen, dass man nur im Bereich F8 bis F11 fotografiert, um gute Ergebnisse zu bekommen...