1. tabularasa, 09.02.2019 #21
    tabularasa

    tabularasa Neuer Benutzer

    Allwissendheit ist für keinen in gar nichts zu erreichen, das stimmt schon. Aber ja, ich bin grundsätzlich schon der Meinung, dass auch Privatpersonen sich so weitreichend informieren können, dass sie in der Lage sind für sich selbst gute Entscheidungen zu treffen. Unterstützend kann man sich auch beraten lassen, nur darf nicht vergessen werden, das Berater auch eigene Interessen haben.

    Dazulernen ist eine gute Idee und bevor ihr euch nicht ausreichend sicher fühlt, würde ich persönlich auch keine Entscheidung treffen. Dass ein Unternehmen, in das oder in dessen Güter man investieren will, in der Vergangenheit stabil gewirtschaftet hat, ist eine Seite der Medaille. Die andere ist es einzuschätzen, ob da Geschäftsmodell auch für die Zukunft bestand hat. Man sollte sich also auch mit der Branche und deren Entwicklung befassen.

    Wie gesagt, an kann sich anschauen, ob Unternehmen in den vergangenen Jahren Gewinne oder Verluste gemacht haben, ob in der letzten oder in der nächsten Zeit neue Werke entstehen, neue Kooperationen gebildet werden. Des Weiteren kann man auf Ratings achten. Einen Blick in die Glaskugel ersetzt das natürlich nicht, aber man kann sich ein gutes Bild machen. Im Fall von der Lichtmiete Invest werden LED-Beleuchtungen auch nicht tage- oder monatsweise vermietet, sondern langfristig an Kunden mit goßen Industriehallen etc. Dass plötzlich keiner mehr mieten will, schätze ich für ziemlich unwahrscheinlich ein und die Rendite ist irgendwo zwischen 5 und 7%. Und im Endeffekt geht es, wenn man sein Geld gewinnbringend oder werterhaltend anlegen will, immer um Wahrscheinlichkeiten.

    Wenn ich einen Teil meines Vermögens als für ein Jahr als Festgeld anlege, bekomme ich ungefähr 1% Zinsen. Für Festgeld ist das momentan gut, aber falls in ein paar Monaten die Zinsen deutlich ansteigen sollten, habe ich auch nichts davon, weil ich einen Teil meines Kapitals bereits für ein Jahr gebunden habe. Ist zwar recht sicher, dafür gleichen die Zinsen nicht mal die laufende Inflation aus. Das Geld wird also, obwohl es angelegt und gebunden ist, weniger wert.

    Eine Entscheidung ob, wann und in was man investiert, beruht immer auf einer Abschätzung von Risiken und Wahrscheinlichkeiten. Laut EZB-Präsident Draghi soll der Leitzins, der aktuell bei 0,0% liegt, noch über den Sommer hinaus auf diesem Niveau bleiben. Ob das wirklich so kommt, weiß niemand mit absoluter Sicherheit, aber es ist meiner Einschätzung nach sehr wahrscheinlich, dass die Zinse noch die nächsten Jahre oder sogar Jahrzehnte das Inflationsniveau nicht ausgleichen werden.

    Leider ist das derzeit so, ja. Wenn man Vermögen hat und oder Sparen möchte, muss man halt schauen, wie man es mit möglichst geringem Risiko anlegen kann. Diversifizieren kann zur Risikominimierung beitragen, Null wird das Risiko natürlich nicht. Aber wenn man sein Geld nur auf einem Sparbuch oder auf einem Festgeldkonto hat, geht man nicht nur das Risiko ein, dass das Vermögen an Wert verliert, dass das so ist, ist derzeit ein Fakt.
     
  2. MartyB, 11.02.2019 #22
    MartyB

    MartyB Threadstarter Junior Mitglied

    Vielen Dank für die weitere sehr ausführliche Antwort! Auch bezüglich der Berater bin ich absolut bei Tabularasa... einerseits macht es natürlich Sinn, sich auch bei ihnen zu informieren, aber die Kehrseite der Medaille ist, dass sie zumindest einmal teilweise auch das vorteilhafteste für sie empfehlen. Auf jeden Fall haben wir mit eurer Hilfe jetzt einen recht guten und/oder eindeutig besseren Durchblick über in was bzw. auch wie wir investieren können. :)
     
  3. Oldie79, 12.02.2019 #23
    Oldie79

    Oldie79 Erfahrener Benutzer

    Es gibt mittlerweile auch in diesem Bereich immer mehr Honorarberater bzw. sogar ganze "Honorarbanken". Wenn du Angst hast, dass du nicht neutral beraten wirst, dann nehm dir so einen und bezahle - wenn es dir das Wert ist - einfach ein pauschales Beratungshonorar.
    Der Berater wird dann von dir über das Honorar bezahlt und ist dementsprechend auch nur dir gegenüber verpflichtet und wird seine eigenen Interessen - weitestgehend und zumindest in der Theorie - ausblenden und dann - im Regelfall - auch nur noch Dinge ohne Provisionen etc. anbieten.
    Wäre vielleicht auch ein Überlegung wobei das natürlich nicht garantiert, dass du hier auch das Non-Plus-Ultra erhältst, da es sicherlich auch unter Beratern gegen Honorar gute und weniger gute gibt....
    Weiterer Nachteil ist natürlich, dass die meisten Menschen einfach auch nicht "mal pauschal" ggf. mehrere hundert EURO für eine Beratung bezahlen wollen, auch wenn das Vorteile hätte. Aber das liegt natürlich daran, dass der Deutsche es eben gewohnt ist die Beratung "gratis" (zumindest wird es ja so oft suggeriert) zu bekommen, obwohl die Kosten für die Beratung natürlich "hintenrum" eingepreist sind.... ;)
     
  4. MartyB

    MartyB Threadstarter Junior Mitglied

    Vielen Dank für deine Erklärungen und ich entschuldige mich dass ich sie erst jetzt gesehen habe bzw. dementsprechend spät darauf zurückkomme! Wir dachten jetzt ehrlich gesagt die ganze Zeit an Bankberater! Würden diese ebenfalls ein Honorar von uns für die Beratung bekommen oder reden wir von zwei verschiedenen Berufsgruppen?
     
  5. magicw

    magicw Super-Moderator Team-Mitglied

    Bankberater erhalten i.d.R. Provision und sind bösartig gesagt eher "Verkäufer", da sie i.d.R. nur aus dem Portfolio der Bank bei der sie angestellt sind Konzepte zusammenstellen.

    Honorarberater sind da erst mal unabhängig, da sie nicht von einer Firma bezahlt werden sondern von dir als Klient.
    Schau mal hier rein: Was ist Honorarberatung
     
    tiicher bedankt sich.
  6. tiicher

    tiicher Android-Ikone

    Ergänzen sollte man noch magicw das man auch bei Honorarberater die Augen auf halten muss weil möglicherweise auch auf Provisionsbasis einzelner Produkte arbeitend.
    Genaue Verträge machen welche drauf zielen das der Berater nicht vom Produkt bezahlt wird.
     
  7. Oldie79

    Oldie79 Erfahrener Benutzer

    "Normale" Banker bekommen in aller Regel - wie magicw schon sagt - auch Provisionen und haben sehr oft auch bestimmte Ziele (also Verkauf bestimmter Produkte) zu erreichen bzw. bekommen bei Erreichen von Zielen Bonus-Zahlungen.
    Was übrigens umgekehrt nicht heißt, dass sie deswegen schlecht beraten, viele Bankberater sind in der Regel trotzdem absolut kundenorientiert. Wenn ihr da also jemanden habt bei dem ihr euch gut betreut und aufgehoben fühlt, spricht hier absolut nichts dagegen.

    In der Regel ist genau DAS, was tiicher hier erwähnt, aber verboten bzw. zumindest muss der Kunde informiert werden. (was natürlich nicht heißt, dass es nicht trotzdem vorkommt...)
    Wenn man als Kunde im Gespräch nachfragt, muss die Vergütung zwischenzeitlich soweit ich weiß auch offen gelegt werden. Erst Recht, wenn neben einem Beratungshonorar auch noch Provisionen bezahlt werden.

    Bankberater und Honorar schließen sich übrigens nicht aus: Die "Quirin Privatbank" bspw. arbeitet ausschließlich gegen Honorar und ohne Provisionen - zumindest laut eigener Aussage.
    Den Hinweis möchte ich übrigens nicht als "Beratungsempfehlung" verstanden wissen, ich habe über die nur vor kurzem mal einen Artikel gelesen und fand das Konzept ganz interessant, daher ist mir das wieder eingefallen. Wie das in der Praxis läuft und zur Qualität etc. kann ich aber überhaupt nichts sagen, weil keinerlei Erfahrung... ;)
    klug beraten | Quirin Privatbank
     
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