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Es hat lange gedauert, bis Motorola nach dem Kauf durch Google und der damit verbundenen Neuausrichtung etwas Neues auf den alten Kontinent bringt. Das heute vorgestellte Moto G könnte ein echter Kassenschlager werden, sicher hat es seinen oberen Platz in den Verkaufscharts aber noch nicht. Dabei gibt es nach einem ersten Blick auf die verbaute Technik nur wenig zu beanstanden. Der Qualcomm Snapdragon 400 Prozessor sollte mit seinen 4x 1,2GHz und die Adreno 305 GPU für alle Smartphone-Aufgaben des täglichen Lebens gewappnet sein. Der Arbeitsspeicher ist 1GB groß und reicht wohl ebenfalls aus, klingt aber im Vergleich zur Konkurrenz mit der doppelten Kapazität eher unattraktiv. Die CPU hat leider nicht das gleiche Tuning erfahren, wie das X8-Chipset des Moto X, auf active notifications oder always-on voice control müssen die Nutzer also beim Moto G verzichten. Die beiden Kameras machen Bilder mit 5-,bzw. 1,3-Megapixel und machen damit auch keine großen Sprünge - wie die Schnappschüsse hinterher (im sozialen Netzwerk) aussehen, dass muss erstmal ausgetestet werden. Immerhin steckt ein BSI-Sensor drin. Auf 4G/LTE hat der Hersteller, wohl aus Kostengründen, ebenfalls verzichtet, ins mobile Netz geht es maximal mit HSPA+. Was die übrigen Sensoren anbelangt, so sollte aber nichts Essentielles fehlen.

Ein Kaufgrund dürfte für viele auf jeden Fall die Kombination aus 720p LCD Touchscreen in 4,5-Zoll (329ppi) und dem fürs Gesamtpaket recht üppigen (nicht wechselbaren) 2.070mAh Akku sein. Motorola hat heute auf der Präsentation eine "All Day"-Laufzeit angekündigt. Zu Präsentationszwecken wurde sogar betont, dass das Moto G bei der reinen maximalen Gesprächszeit 30% länger aushält, als das iPhone 5s. Und wo wir gerade bei Vergleichen sind, bei den alltäglichen Prozessen, wie Anrufe tätigen, den Browser öffnen oder auf den Homescreen wechseln, legt Motorola wert darauf, das sein neuer Budget-Kracher schneller ist, als das Samsung Galaxy S4. Ob das hinterher tatsächlich so dermaßen auffällt, sei mal dahingestellt. Ein Punkt gegen das Moto G ist möglicherweise der interne Speicher. Es gibt eine 8GB und eine 16GB - Variante, einen microSD-Kartenslot sucht der Käufer aber bei beiden vergebens. Dafür lädt Google weiter dazu ein, seinen Clouddienst zu benutzen und schenkt Moto G-Nutzern 50 Gigabyte Gratisspeicher bei Drive.

Außerdem Interessant: Android 4.3 (Jelly Bean), das zum einen wenn überhaupt nur marginal unter der Oberfläche verändert wurde und zum anderen zu Jahresbeginn gegen 4.4 KitKat ausgetauscht werden soll. Apropos „austauschen“: Um wirklich Farbe ins Spiel zu bringen soll es verschiedenste Backcover geben – auch mit passender Kappe für die Vorderseite dran. Das ist auch eher ein fauler Kompromiss zu den Designmöglichkeiten des großen Moto X-Vorbildes. Nebenbei soll es aber auch noch Bumper geben, die Motorola als „Grip Shells“ verkauft. Das eigentliche Gehäuse ist übrigens aus Kunststoff, soll aber eine gummierte Rückseite besitzen. Wie sich das 13 x 6,6 x 1,16cm große und etwa 143g schwere Smartphone überhaupt anfühlt, muss sich auch erst noch herausstellen. Es soll in Deutschland ab dem 21. November verfügbar sein, kann jetzt bereits bei Amazon (8GB) vorbestellt werden und kommt auch bei MediaMarkt, Saturn, Phone House, o2, Sparhandy und OTTO ins Sortiment. Bei allem Gezeter und aller Diskussion lässt sich über eines bestimmt nicht meckern: Motorola verpasst der 8GB Variante eine unverbindliche Preisempfehlung von 169€. Doppelt so viel Speicher gibt es ab 199€.

Mein Eindruck: Ich bin wirklich unentschlossen. Auf der einen Seite freue ich mich über Displaygröße und Auflösung, im Verhältnis zur Akkukapazität, auf der anderen Seite wäre ich vielleicht doch bereit 50-100 Euro mehr auszugegeben wenn… ja wenn was eigentlich?! Das Gehäuse könnte alles in allem etwas kleiner sein (bin doch das Huawei Ascend P1 gewöhnt), die Kamera vielleicht ein 8-Megapixler und der interne Speicher könnte natürlich erweiterbar sein. Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich beim Test nicht andauernd denke, ein Moto X in der Hand zu haben, nur um dann enttäuscht zu werden. Letztendlich muss aber auch einfach mal gesagt werden, dass Moto hier mit unter 200€ die Steilvorlage liefert, um endlich die ganzen, zum Teil halbseidenen Samsung-Einsteiger- und Mittelklassemodelle zu verbannen. Die sind nämlich nicht nur fast alle deutlich teurer, sondern liefern dafür sehr wahrscheinlich auch nicht die gleiche Performance. Und wer sich bisher noch nicht zu einem Smartphone für 400€ hat hinreißen können oder mir ständig erzählt, dass sie jetzt doch „ganz günstig“ das Galaxy S4 oder iPhone 5s über eine Vertragsverlängerung abstottern, für diejenigen habe ich in ein paar Tagen hoffentlich endlich ein günstiges, aber rundlaufendes Gegenbeispiel, das nicht jeden Nachmittag schon wieder an die Steckdose muss und zum neuen Jahr sogar mit Android 4.4 (KitKat) läuft.

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Meet Moto G - YouTube
Das Motorola Moto G im Hands-on-Test - YouTube Moto G hands-on: a close-up look at the Moto X's little brother - YouTube

Diskussion zum Beitrag
(im Forum "Motorola Allgemein")

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Quellen:
Moto G by Motorola - A Google Company
Motorola Moto G is official with a 4.5" 720p display - GSMArena.com news
Motorola Moto G offiziell vorgestellt
 
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