Gretel GT6000 Test: Akkuwunder für 100 Euro

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Experte
Ein dicker Akku, ausreichend Leistung und das alles für ca 100 Euro, das Gretel GT6000 klingt nach einem guten Deal. Doch was kann das 'märchenhafte' Smartphone wirklich? Ich habe dem GT6000 mal auf den Zahn gefühlt und bin insgesamt positiv überrascht.

Meine Eindrücke und die Besonderheiten des GT6000 könnt ihr auch in bewegter Form bei YouTube anschauen:


Verarbeitung und Design

Auf den ersten blick wirkt das Gretel G6000 wie ein ganz normales Smartphone, doch wenn man es in die Hand nimmt, fällt einem auf, dass es alles andere als schlank ist. Das Gretel G6000 ist ein wahrer Klotz, doch dank des Metallgehäuses kann man es angenehm halten. Lediglich oben und unten auf der Rückseite sitzen Plastikstreifen, diese sollen den Empfang verbessern. Die Gefahr, dass das Gerät aus der Hand rutscht, ist eher gering, dem hohen Gewicht und dicken Gehäuse sei Dank. Bei einem Gewicht von 232g hat Gretel sicherlich eine Menge am Lebkuchenhaus genascht, doch der Großteil der Pfunde ist auf den Akku zurückzuführen und somit 'akzeptabel'. Insgesamt ist die Verarbeitung aber überraschend gut, besonders wenn man sich den Preis vor Augen führt.

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Auf der Unterseite findet man einen Micro-USB Anschluss und der Lautsprecher, zwar sieht man zwei “Lautsprecher”, allerdings ist nur der rechte auch tatsächlich in der Lage Sound wiederzugeben. Hinter dem linken Gitter versteckt sich das Mikrofon. Auf der Oberseite befindet sich der Kopfhöreranschluss.

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Vorne am Gretel Gt6000 sitzt ein Home-Button/Fingerabdrucksensor und zwei kapazitive Tasten. Der Home-Button ist aber lediglich eine “Glasplatte” und lässt sich nicht wirklich rein drücken. Um das Display herum erstrecken sich ziemlich große Ränder, dies lässt das Gerät deutlich größer wirken als manch andere 5,5” Geräte. Leider nicht vorhanden ist eine Benachrichtigungs-LED, und das trotz eines LED-Blitzes neben der Front-Kamera.

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Rechts am Gerät sitzen die, zugegebenermaßen nicht wirklich solide wirkenden, Power- und Lautstärkebuttons. Diese klappern ein wenig in ihrem Gehäuse, haben aber einen guten Druckpunkt.
Links oben sitzt dann der SIM-Slot, dieser ist ein Hybrid-Slot, ein wahrer Dual-SIM-Slot wäre natürlich besser gewesen, doch wer keine zweite SIM nutzt kann eine SD Karte einlegen.​

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Die Kamera inclusive des "Attrappen-Sensors"
Auf der Rückseite findet man dann die Dual-Kamera, flankiert von einem LED Blitz und einem “Sensor”. Dieser Sensor ist allerdings vollkommen ohne Funktion und soll lediglich die Symmetrie bewahren.



Leistung und Ausstattung

Die Ausstattung des Gretel GT6000 sieht auf den ersten Blick nicht wirklich überwältigend aus, ein Mediatek Mt 6737, 2GB RAM und 16GB Speicher sind Durchschnitt in der Preisklasse. Wie bereits erwähnt kann man den Speicher aber auch per SD-Karte erweitern, sollten die 16GB nicht genug sein. Die Leistung ist insgesamt aber ausreichend für alle tagtäglichen Aufgaben. Ein kleines Manko der ‘schwachen’ Leistung ist, dass Bilder in der Galerie erst einige qualvolle Sekunden geladen werden müssen, bevor man diese in voller Qualität sehen kann. Auch große Apps öffnen sich teilweise etwas träge, da die Speichergeschwindigkeit bei schwachen 98MB/s liegt. Fans von anspruchsvollen Spielen werden hier sicher nicht zufrieden sein, doch alle anderen Nutzer werden sich wohl damit abfinden können. Wer in dieser Preisklasse absolute Top-Leistung erwartet wird so oder so enttäuscht. Der Fokus des GT6000 liegt definitiv auf der Akkulaufzeit und nicht auf High-End Gaming.

GPS Performance ist überzeugend und auch die Einwahl in deutsche 4G Netze lief problemlos, lediglich bei der Gesprächsqualität gibt des kleine Abzüge, denn der Lautsprecher liefert leider nicht den besten Sound. Dafür nehmen die Mikros die Stimme aber gut auf.

Software und Multimedia

Wenn man das Gretel GT6000 zum ersten Mal startet, wird man von Android 7.0 begrüßt, doch das versteckt hinter dem, meiner Meinung nach, wohl hässlichsten Icon-Pack der Welt. Glücklicherweise kann man dieses ganz einfach ersetzen, zur Auswahl stehen einige noch hässlichere aber auch durchaus normale Icon-Packs.

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Auch auffällig ist der fehlende App-Drawer, hier liegen alle Apps auf den Homescreens verteilt à la Iphone. Wer das ändern möchte, muss auf einen Launcher zurückgreifen, wir empfehlen den Nova Launcher. Hat man dann das Design geändert und/oder einen Launcher installiert erhält man Android 7.0 in beinahe Reinform. Zwar sind einige Apps vorinstalliert, aber die Anzahl hält sich in Grenzen, was man nicht braucht, kann man natürlich auch wieder runterwerfen. Erfreulich ist jedoch, dass der Sicherheitspatch sehr aktuell ist, hier können sich andere Hersteller ruhig etwas von abschauen.

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Mehr witzig als störend ist das gebrochene Englisch in den Einstellungen, manche Beschreibungen von Features sind durchaus ‘interessant’. “In the lock screen, the phone will hand waving distance sensor location…” Ist nur eins der vielen Beispielen, selbst wenn das Gerät auf Deutsch gestellt ist, findet man diese “Chenglisch” Sätze in vielen Einstellungen. Doch meistens kann man schnell erkennen was gemeint ist.

Display

Mit einer Größe von 5,5 Zoll und einer HD Auflösung ist das Display, ähnlich wie die Leistung, eher ausreichend als beeindruckend. Doch für die meisten Nutzer werden hier keine Pixel erkennbar sein. Adleraugen oder ppi-Fanatiker können vielleicht auf höchstem Niveau meckern, dafür ist die Farbdarstellung sehr gut, auch die Blickwinkel können überzeugen.

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Nicht so schön ist jedoch, wie anfällig das Display für Kratzer ist, hier wäre etwas robusteres Glas sicher gut gewesen. Dem Gerät liegt aber auch eine Schutzfolie bei, diese sollte das Schlimmste verhindern. Was allerdings fehlt, ist die Möglichkeit die Farben individuell einzustellen, insgesamt sind die Displayeinstellungen stark limitiert. Doch auch von Haus liefert es durchaus einen guten Job ab, hier gibt es nicht viel zu meckern.

Kamera

Eine Dual-Kamera mit einem 13 Megapixel und einem 1,3 Megapixel Sensor klingt schon mal solide, die Bilder können sich auch durchaus sehen lassen. Allerdings muss man, wie erwähnt, lange warten, bis diese in der Galerie richtig geladen sind. Nach dem ersten Test dachte ich, die Kamera sei defekt, da die Bilder in der Galerie absolut schrecklich aussahen. Wartet man aber so ca 5-10 Sekunden, sehen diese ziemlich gut aus. Bei schwachem Licht kommt man aber sehr schnell an die Grenzen des Smartphones, so waschen die Farben schnell aus und die Bilder werden unscharf. Zwar sollte man hier nicht zu viel erwarten, doch für gelegentliche Schnappschüsse reicht die Kamera mehr als aus. Der Bokeh-Modus macht sogar teilweise sehr ansehnliche Bilder, bei denen der Hintergrund verschwimmt. Auch die Videoaufnahmen sind gut, niemand sollte hier 4k oder Bildstabilisierung erwarten, andere Geräte der Preisklasse sind hier auch nicht besser. Selfie-Fans werden von der 5 Megapixel Frontkamera nicht enttäuscht, mit dabei ist auch ein Beauty-Modus und eine LED um für Licht im Dunklen zu sorgen.

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Der Bokeh-Modus macht ganz schicke Bilder
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Insgesamt ist die Kamera sehr erfreulich für die Preisklasse, hier bietet kaum ein Konkurrent bessere Bilder. Wer deutlich hochwertigere Fotos schießen will, muss etwas tiefer in die Tasche greifen, doch für die meisten Nutzer sollte die Kamera des GT6000 mehr als ausreichen.

Akku

Kommen wir zum Star der Show, der Akku ist ohne Zweifel das Hauptargument für das GT6000, der Name ist hier auch Programm, 6000 mAh ist durchaus eine Kampfansage. Zusammen mit dem sparsamen MT6737 SoC sind hier zwei Tage intensiver Nutzung locker drin. Wer seinem Smartphone nicht viel abverlangt, der kann sogar drei bis vier Tage am Stück das Gerät nutzen. Sollte der gigantische Akku dann doch klein bei geben, ist er in ca 2 Stunden wieder vollgeladen, das ist mehr als respektabel. Im direkten Vergleich hielt dieser sogar länger durch, als der 10.000 mAh Akku des Oukitel K10000 Pro, wie wir vor einigen Wochen berichteten.

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Fazit

Insgesamt ist die Akkulaufzeit das größte Argument für das GT6000, wer sein Gerät viel nutzt, oder ab und zu mehrere Tage ohne Steckdose verbringt, der ist hier sicher gut beraten. Auch als Zweitsmartphone oder “Festivalgerät” könnte das GT6000 begeistern. Die Leistung ist natürlich preisbedingt nicht überwältigend, dafür muss sich die Verarbeitung, Kamera und Software definitiv nicht verstecken. Wer auf der Suche nach einem Akkumonster mit einer sehr soliden Kamera für rund 100 Euro ist, für den könnte das Gretel GT6000 eine gute Wahl sein.

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Diskussion zum Gretel GT6000
(im Forum "Gretel Forum")

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