Android-Hilfe Jahresrückblick Teil 1: "Das Jahr der geschlossenen Lücken"

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P-J-F

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Wie fängt man eigentlich so einen Jahresrückblick an? Streng chronologisch? Die These des Fazits nennend? Mit dem persönlichen Eindruck oder eher einem technischen Abriss von 2013? Vielleicht steigen wir am besten mit einem Vergleich zum Vorjahr ein. 2012 war ein Jahr in dem der Hardware-Run bei mobilen Geräten seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte. Mit Full-HD Displays, Quad-Core Prozessoren und einem Android OS (4.1 Jelly Bean), das mit Project Butter so flüssig, aber auch so hardware-hungrig lief, wie keiner der Vorgänger. 2013 hat sich dieser Trend nicht unbedingt beschleunigt, sondern eher verstetigt. 1080p Displays und CPUs mit 4 Kernen sind auch in der technischen Mittelklasse angekommen und die richtigen Octa-Core Prozessoren (die alle acht Kerne simultan benutzen können) oder gar 2K, bzw. 4K-Displays sind Entwicklungen, die erst 2014 weitläufig verfügbar sein werden. In diesem Sinne war 2013 ein Jahr der “geschlossenen Lücken”. Wesentlich deutlicher wird diese Bezeichnung, wenn wir einen weiteren Trend des Jahres hervorheben: die Bildschirmgrößen. Mit 5-Zoll allein war es 2013 nicht mehr getan. Ein Blick auf die technisch mit dem Neuesten ausgestatteten Modelle zeigt, es wurden wesentlich mehr “Phablets” auf den Markt geworfen, als potente Smartphones und so tummeln sich die Galaxy Notes, Galaxy Megas, LG G2’s, Oppo N1’s und HTC One Max’s dieser Welt mittlerweile zum Teil weit jenseits der 5-Zoll, was uns Nutzern natürlich die Freiheit beschert, mittlerweile Androiden unserer Wahl in allen verfügbaren Größen zwischen 3,5- und 10,1-Zoll zu erwerben. Wenngleich eine gar nicht so kleine Minderheit quer durch alle Foren hartnäckig nach einem eher kleineren Smartphone (~4,3-Zoll) mit High-End-Ausstattung und langer Akkulaufzeit schreit und dabei neidisch nach Asien schaut, wo Sony mit dem Xperia Z1 f ein entsprechendes Gerät vorgestellt hat.

Was die Geräteneuvorstellungen 2013 angeht, so hat sich ein Trend in diesem Jahr besonders deutlich durchgezogen. Von allen mit Spannung erwarteten Geräten waren nahezu alle Informationen bereits vorab verfügbar - zum Teil lagen bereits Wochen vorher korrekte Render vor, die als Leaks im Netz aufgetaucht waren. Hier wünsche zumindest ich mir für 2014 wieder etwas größere Überraschungseffekte. Wie bereits oben erwähnt, konnten sich die Hersteller bei ihren Premiummodellen (aka Flaggschiffen) kaum Vielfalt leisten, was die Hardwareausstattung anging. Mindestens 5-Zoll, natürlich mit Full-HD-Auflösung und eine Snapdragon 800 CPU waren 2013 Pflicht, um im so genannten Schulhof-Quartett mitspielen zu können. Besondere Gimmicks waren da schon eher die Steuerungsmöglichkeiten, ob per Sprache (Samungs TouchWiz, Motorola Moto X), berührungsempfindlichen Rückseiten (LG G2, Oppo N1) oder mit Fingerpintsensor (iPhone 5s, HTC One Max) wurde hier an einigen Stellen herumexperimentiert. Sony hat darüber hinaus alle seine Topmodelle staub- und wasserdicht gemacht. Neben den Xperia Z’s, den gleich im Dutzend auftretenden 2013er Samsung Galaxys und LGs durchaus erfolgreichem Line-Up möchte ich an dieser Stelle ein Smartphone hervorheben, mit dem ein Unternehmen versucht hat, seinen Kurs zu ändern. Das HTC One konnte durch Technik, Design und Materialien überzeugen, dennoch hat es auch gezeigt: Ein Topgerät reicht nicht, um das wirtschaftliche Ruder herumzureißen - den Taiwanern steht nach einem turbulenten Jahr 2013 ein wirklich hartes 2014 bevor. Natürlich müssen an dieser Stelle noch die vielen chinesischen Hersteller (Huawei, Oppo, ZTE, usw.) genannt werden, die den etablierten Konzernen schon ordentlich Dampf gemacht haben. Außerdem will ich auch mit einem Satz noch auf ein, im kommenden Jahr weiter zu beobachtendes Comeback eingehen. Motorola hat sich nach dem Kauf durch Google sehr viel Zeit gelassen - was wirklich nur möglich ist, wenn man einen milliardenschweren Mutterkonzern im Rücken hat. Mit dem Moto X und dem Moto G wurde in der zweiten Jahreshälfte allerdings ein Weg aufgezeigt, der abseits vom High-End-Rennen um die besten Specs zum Erfolg führen kann. Beide Geräte sollen stattdessen das bestmögliche Nutzererlebnis in seiner jeweiligen Preisklasse erzeugen. Leider hat Moto in Europa viele Sympathien verspielt, weil hier zunächst kein Moto X angeboten wird und dann auch noch die 16GB-Variante des Moto G trotz Ankündigung bisher ein No-Show gewesen ist - da muss eindeutig noch nachgebessert werden.

Auch was die Entwicklung von Android OS selbst angeht, hat Google in diesem Jahr eher Lücken geschlossen, als das mobile Betriebssystem neu zu erfinden - was allerdings negativer klingt, als es eigentlich ist. Während alle schon von Android 5.0 (Key Lime Pie) sprachen, haben sich die Jungs und Mädels in Mountain View, Kalifornien klammheimlich mit einem Schokoladenhersteller zusammengetan und stattdessen überraschend “nur” Android 4.4 (KitKat) vorgestellt. Der Verbleib in der 4er-Edition macht ebenfalls deutlich, dass es nicht um den nächsten großen Schritt nach vorn geht, sondern sich Google Zeit genommen hat, hier und da am Design zu feilen und mit der neuesten Iteration diesmal an die schwächeren Geräte zu denken, so soll KitKat auch auf langsameren Smartphones mit 512MB RAM laufen - den endgültigen Beweis ist man dabei allerdings schuldig geblieben. Immerhin scheint der Sprung für die anderen Hersteller auf 4.4 leichter zu fallen, als dies vorher der Fall war. So gibt es diesmal schon wenige Wochen nach der offiziellen Vorstellung mehr Geräte, als nur Nexus-Modelle, die auf der neuesten Version laufen und weitere sollen früh im kommenden Jahr folgen. Angesichts des ständigen Vorwurfs einer großen Fragmentierung hat Google hier sicher vieles richtig gemacht. Auf der anderen Seite macht sich spätestens seit Android 4.3 die Entwicklung bemerkbar, dass Google wichtige Kern-Apps und Services vom eigentlichen OS unabhängig macht und auslagert. Einerseits kommen Nutzer, die mindestens Jelly Bean auf ihrem Smartphone oder Tablet haben dadurch sofort in den Genuss von Updates und neuen Funktionen - ohne auf ein Herstellerseitiges Upgrade warten zu müssen, andererseits nutzt Google die neue Arbeitsweise, um Funktionen vom eigentlich AOSP (Android Open Source Project) zu trennen und damit die lange Leine, die das OS bisher ausgemacht hat, zu verkürzen. Hier wird es sicher interessant sein, wie die weitere Entwicklung in 2014 aussehen wird - dazu aber mehr in unserem zweiten Teil des Android Hilfe-Jahresrückblicks eines Android-Enthusiasten.

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(im Forum "Plauderecke")

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